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Bis zu 5 Jahre Knast wegen abweichenden Glaubens in Deutschland

Auch in Deutschland gibt es eine Staatsreligion. Wenn jemand unter den Augen der Öffentlichkeit zur Apostasie neigt, kann er hart bestraft werden. Selbst Greise werden nicht verschont.

Bereits ab dem 3. Jahrhundert vor Christus war sich die Mehrzahl aller Gebildeten darüber einig, dass die Erde eine Kugel sei. Auch Pythagoras, Platon und Aristoteles hatten daran keinen Zweifel. Noch heute aber sind die meisten der Überzeugung, dass die Menschen im Mittelalter glaubten, die Erde sei eine Scheibe. Dies ist jedoch ein politischer Mythos des 19. Jahrhunderts, der dem Zweck diente, das Mittelalter als primitiv und wissenschaftsfeindlich darzustellen (Bei Galileo Galilei ging es übrigens ausschließlich um geozentrisches versus heliozentrisches Weltbild - ob Scheibe oder Kugel war egal).

Kein Mensch war je bestraft worden, weil er bezüglich der Gestalt der Erde anderer Meinung war. Wer es jedoch wagte, öffentlich die zentrale "Stellung" der Erde im Universum zu bezweifeln, erwartete zweifelsohne erhebliche Probleme mit den jeweils Herrschenden. Das herrschende Weltbild ist immer jenes der Herrschenden, sie bestimmen, was im Mittelpunkt steht, und was nicht. Einem bekannten Zitat Voltaires nach soll man die Herrschenden ja daran erkennen, dass sie nicht kritisiert werden dürfen. Ebenso darf ihr Weltbild nicht infrage gestellt werden. 

Auch in Deutschland gibt es ein solches Sakrileg, eines, für welches man die volle Härte "heiliger" Inquisition zu spüren bekommt. Über Mörder, Terroristen, Psychopathen, Pädophile..etc. kann man diskutieren - kein Problem, sondern sogar erwünscht und gefordert. Es ist erlaubt - selbstverständlich auch vor Gericht - deren Schuldfähigkeit in Frage zu stellen, zu relativieren und darüber zu sprechen. Ja, selbst die Freiheit, Unmündigkeit und Abhängigkeit von Kindern sexuell nutzen zu dürfen, durfte sogar offen innerhalb einer Partei diskutiert werden. Kinder sind keine Herrschenden. Daher offenbar auch nicht schützenswert. Bei einigen anscheinend erst auf Reflexion oder Reaktion Dritter hin.

Es ist grundsätzlich richtig, das Verhalten anderer zu hinterfragen und auf Schuldfähigkeit zu prüfen. Das gilt aber nicht für alles und jeden. Hast Du den falschen Glauben, musst Du widerrufen - ansonsten hast Du zu sühnen und abzubüßen. Das ist Mittelalter in Reinform - mitten in der angeblich so fortschrittlichen und menschenrechtskonformen BRD.

Und das Verwerflichste daran ist: Die Ungläubigen werden nicht dafür bestraft, dass sie wider besseres Wissen und in böser und schändlicher Absicht eine Unwahrheit verbreiten, sondern sie glauben tatsächlich (es ist zumindest unmöglich, das Gegenteil zu beweisen). Sie werden also definitiv für ihren Glauben bestraft. Wie weit ist denn das von der Scharia?

Und niemand darf sie verteidigen oder gar "Beweise" vortragen. Was ist das denn? Auch Galileo Galilei durfte keine Beweise vorbringen. Denn es war augenscheinlich, dass sich die Sonne um die Erde dreht.

Jeder darf die offiziellen Angaben zufolge ca. 27 Millionen russischer, ziviler und militärischer Opfer des Zweiten Weltkrieges ungestraft öffentlich anzweifeln oder sogar leugnen. Kein Hahn kräht danach. Im Gegenteil - man darf sogar jetzt wieder zum Krieg hetzen, denn diesbezüglich existiert anscheinend keine Erbschuld. Wenn diese Opfer jemand bezweifelt, dann ist das seine Meinung, bzw. sein "Glaube", denn streng genommen kann man nicht das Gegenteil beweisen, auch wenn es wahrscheinlich ist. So verhält es sich aber mit allem aus der Geschichte. Man könnte ja nicht einmal beweisen, dass die gesamte Geschichte nicht konstruiert ist, und man erst gestern mit einem "Vergangenheitsspeicher" und künstlicher Erinnerung geschaffen wurde. Niemand könnte das! Selbstverständlich ist es "augenscheinlich", dass dem nicht so ist. Kann man aber dafür jemanden bestrafen, wenn er es nicht glaubt? Seine Sache - vor allem dann, wenn er selbst kein Verbrechen begangen hat, das man ihm in dieser Vergangenheit vorwerfen könnte. "Augenscheinlich" ist immer nur das, dessen man in der Gegenwart unmittelbar und mit eigenen Sinnen gewahr wird. "Augenscheinlich" ist zeitlos wie die Mathematik. Geschichte ist niemals "augenscheinlich".

Niemand darf seines Glaubens wegen bestraft werden. Ansonsten machen wir uns un-glaub-würdig. Gerade in Deutschland.