Reisebericht

Flamingos auf Ibiza

Wie jeden Winter haben sich die rosa Flamingos die Salzbecken von Ibiza und Formentera zum Quartier ausgesucht. Es sind diesmal besonders große Schwärme. Ihnen nahe zu kommen, ohne die Vögel zu stören, erfordert Geduld. Wir haben sie fotografiert. Aber auch sonst sind die Salinen im Winter faszinierend...

Die Weite des Himmels und rosa Flamingos

Weit spannt sich der Himmel über den Salzwasserfeldern der Salinen. Der Wind treibt die weißen Wolken über das helle Blau, das sich im Wasser spiegelt. Dann sehen wir sie – die Flamingos. Erst nur als dunkle Punkte auf dem Wasser. Beim Näherkommen sind die Einzelheiten zu erkennen: die schlanken Hälse, das Gefieder – mal weiß, mal in leuchtendem Rosa.

Sie sind wieder da, die Flamingos, wie jedes Jahr in den Wintermonaten. Doch diesmal sind es besonders viele. Sie kommen aus der Camargue in Südfrankreich oder vom spanischen Festland, wo es ihnen jetzt zu kalt ist. Die Salinen im Westen Ibizas sind für einige der Vögel die Zwischenstation auf dem Flug nach Nordafrika. Doch viele bleiben auf Ibiza, bis es wieder wärmer wird, dort, wo sie ihre Nistplätze haben.

Flamingos brauchen Salzwasserseen. Auf ihren langen dünnen Beine durchschreiten sie fast wie in Zeitlupe das seichte Wasser. Mit dem klobigen Schnabel durchseihen sie den salzigen Schlamm. Ihr Schnabel wird zum Sieb, in dem die Nahrung hängen bleibt: Algen, Kleinkrebse, Insektenlarven, Samen von Pflanzen – und was der schlammige Grund noch so an Fressbarem hergibt.

Die Nahrung bestimmt die Farbe des Gefieders der Flamingos. Sind es viele rosa Kleinkrebse, dann färbt sich auch das Gefieder der großen Vögel rosa. Die Farbstoffe der Krebse lagern sich in den Federn ab. Ist der Tisch nicht so reichlich mit Krebsen gedeckt, bleibt das Federkleid der Flamingos weiß.

Die Flamingos brüten von Mitte April bis Mai. Das Weibchen legt nur ein einziges Ei, das abwechselnd vom Weibchen und Männchen einen Monat lang ausgebrütet wird. Der Jung-Flamingo braucht etwa 80 Tage, bis er sich selbstständig ernähren kann. Übrigens, Flamingos werden alt. In einem Zoo in den USA erreichte ein Flamingo das stolze Alter von 44 Jahren.
Doch zurück zu den Salinen auf Ibiza. Die Flamingos bleiben in großen Gruppen zusammen. Meist halten sie sich mitten in den Salzbecken auf, also 100 oder mehr Meter von den Wegen weg. Und meist bevorzugen die Vögel die Wasserflächen in Richtung Flughafen.

Um sie zu sehen, fahren Sie am besten erst einmal in Richtung Salinen, dann wählen Sie den Holperweg rechts hinter der Disco „DC 10“ und fahren den Weg bis fast zum Meer. Dann noch ein paar Schritte nach links bis zum Wasser der Salzbecken (festes Schuhzeug wäre angebracht, es kann schlammig sein) und dann müssten Sie die Flamingos sehen. Die zweite Möglichkeit ist, bis zum „Cap des Falcó“ mitten durch die Salinen zu fahren, um von dort aus den Flamingoschwärmen näher zu kommen. Aber bitte nicht so nah, dass sich die scheuen Vögel gestört fühlen.

Am schönsten ist es, den Zauber der Salinen im Winter bis zum Sonnenuntergang zu erleben. Denn dann verwandeln sich die Salzbecken in riesige Spiegel, die das Feuerwerk der Farben des Sonnentergangs widerspiegeln. Es ist ein unvergessliches Erlebnis.
Viel Spaß.

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