Reisebericht

Don´t cry for me Argentina

Argentinien...unsere erste Reise nach Südamerika. Dieses Land hat bei weitem alle unsere kühnsten Erwartungen übertroffen.

Don´t cry for me Argentina

Argentinien - das Land der Gauchos war im Herbst 1998 unser Reiseziel. Ausgehend von Buenos Aires versuchten wir binnen 3 Wochen den Großteil des 2. größten Landes Südamerikas zu erkunden. Ein sehr anstrengendes Unterfangen, wenn man die Nordsüdausdehnung von 3.700 km und die maximale Breite von 1.400 km bedenkt (ca. 7,5 x so groß wie Deutschland). Ein Blick auf unsere Route genügt, um sich ein Bild von unserer „Ochsentour“ zu machen. Tagtäglich legten wir zwischen 600 und 800 km mit dem Auto zurück und spulten so mehr als 10.000 km ab. Vielfältigste Landschaftsformen lohnten jedoch jeden Aufwand. Naturschauspiele, wie zum Beispiel die Wasserfälle von Iguazu, subtropische Urwälder im Grenzgebiet zu Brasilien und Paraguay, Salzseen, gigantische Kandelaberkakteen oder der Anblick des höchsten Gipfels außerhalb Zentralasiens (Aconcagua, 6.959 m) ließen jegliche Strapazen vergessen. Genauso Unterschiedlich wie die Landschaft, präsentierte sich die Kultur des Landes. Wird man in Buenos Aires an fast jeder Ecke mit Tango konfrontiert, so kommt man in den Nordwestprovinzen (Salta, Jujuy) unweigerlich mit der Flötenmusik der Indianer in Berührung.

Buenos Aires selbst lässt sich schwer einordnen. Laut, schmutzig aber zugleich still und melancholisch könnten die Attribute für diese Metropole sein, wenn man das Treiben auf der 10 spurigen Avenida 9 de Julio mit den historischen Sehenswürdigkeiten des Plaza de Mayo vergleicht. Außerhalb von Buenos Aires vergisst man jedoch sehr schnell die Bedeutung des Wortes „Hektik“! Außer man kann sich als Europäer nicht an die etwas rücksichtslose Fahrweise der Lastwagenfahrer gewöhnen. Die Infrastruktur lässt - wie in den meisten südamerikanischen Ländern - manchmal sehr zu wünschen übrig, was aber dem „Abenteuer-Faktor“ einer Argentinien Reise nur zu Gute kommt. So kann es nicht selten vorkommen, dass man teilweise überschwemmte Straßen lieber mit einem Boot durchqueren möchte, oder zahlreiche „kraterähnliche“ Schlaglöcher einem das Gefühl vermitteln, man würde am Mond spazieren fahren. Bei Reisen in entlegene Gebiete empfiehlt es sich, einen Reservekanister mit Benzin mitzuführen, da das Tankstellennetz nicht wirklich mit Europa vergleichbar ist. Nicht wirklich ratsam ist es mitunter, sich auf Kilometerangaben der offenherzigen Einheimischen bzgl. der nächsten Tankstelle zu verlassen. Sofern man auf Luxus keinen besonderen Wert legt, sollte man in fast jeder Ortschaft Unterkunftsmöglichkeiten finden

Der Vergabe von „Sternen“ sollte man bei Unterkünften jedoch nicht allzu großen Wert beimessen. Wer - so wie wir - einmal eine Strecke von einer Ortschaft zur nächsten nicht binnen eines Tages schaffen sollte und daher gezwungen wird, im Auto in der Wüste zu nächtigen, kann sich eines unvergesslichen Erlebnisses sicher sein.

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