Kölner Bezirksvertreter lehnt Zeltstadt für Flüchtlinge in Bayenthal ab und fordert bessere Logistik.

 

(Köln-Rodenkirchen) Der parteilose Bezirksvertreter Torsten Ilg lehnt in einer aktuellen Pressemitteilung eine Massenunterkunft für Flüchtlinge in Bayenthal ab. Presseberichten zufolge hatte zuvor Stadtdirektor Guido Kahlen (66, SPD) als mögliche Ausweichflächen für eine Zeltstadt am Fühlinger See, auch das Gelände „Domgärten“, an der Alteburger Straße ins Gespräch gebracht.

Offensichtlich steht die Stadt Köln beim Problem der Flüchtlingsunterbrinung mit dem Rücken zur wand. "Die neue Flüchtlingswelle aus dem Kosovo hat gezeigt,  dass es in Köln kein Konzept, keine Pläne und keine Standards gibt", kritisierte  unlängst Claus-Ulrich Prölß, der Geschäftsführer des Fördervereins des Kölner  Flüchtlingsrats die Zustände in Köln. Dieser Meinung schließt sich auch  der parteilose Bezirksvertreter Torsten Ilg aus Rodenkirchen an. Er wirft  aber auch der NRW-Landesregierung eine "chaotische Abschiebepraxis" von  abgelehnten  Asylbewerbern vor: "Die Belastungsgrenze der Kommunen ist  überschritten. Die Stadt Köln kann zukünftig nur dann den Richtlinien des  Füchtlingsrats ausreichend Folge leisten, wenn unrechtmäßig belegter Wohnraum  wieder frei geworden ist. Es werden auch viel zu wenige Flüge bereitgestellt, um  abgelehnte Asylbewerber wieder in ihre Heimatländer zurückzubringen. Dies hat  auch der Essener Sozialdezernet Peter Renzel unlängst bestätigt",  kritisiert Ilg die Abschiebepraxis der NRW-Landesregierung. Ein weiteres Problem  sieht Torsten Ilg auch bei der Verwaltung: "Die Stadt Köln hat viel zu wenig  Personal. Deswegen müssen wir dazu übergehen, bereits im Vorfeld eine bessere  Logistik zu betreiben. Die meisten Asylanträge kommen immer noch aus den  Balkanländern. Im vergangenen Herbst stufte die Bundesregierung  Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina als sichere Herkunftsstaaten ein.  Die meisten Menschen aus dieser Region müssen ohnehin abgeschoben werden.  Deswegen brauchen wir dringend gesonderte Aufnahmeeinrichtungen um  somit eine organisatorische Grundlage zu schaffen, die Asylgesuche  von Personen aus den Balkanländern schneller und effizienter abarbeiten zu  können." Für den Bezirksvertreter aus Rodenkirchen wäre so eine gesonderte  Unterbringung auf dem Gelände am Fühlinger See denkbar. Weitere Standorte in  Rodenkirchen und Bayenthal hält er für ungeeignet. "Rodenkirchen leistet schon  jetzt überdurchschnittlich viel humanitäre Hilfe. Größere Anlagen für mehr als  1000 Menschen sollten ohnehin nicht im dicht besiedelten Kölner Süden  entstehen." Laut Ilg gebe es eine „große humanitäre Verpflichtung“  etwa für Flüchtlinge aus Syrien. "Hier müssen wir längerfristiger planen und die  Menschen in kleineren Wohneinheiten unterbringen", so Ilg.

V.i.S.d.P  Torsten Ilg  Mitglied der Bezirksvertretung Rodenkirchen  (parteilos)  Hauptstraße 85  50996 Köln  Telefon:  0172 6076376  Mail:  Torsten.Ilg@stadt-koeln.de