Der Abgrund der USA

Triple A für die USA und noch immer ist keine kritische Stimme in Sicht, die davor warnt, dass der Dollar längst kein Äquivalent mehr für die Leistung der US amerikanischen Wirtschaft sein kann. Zur Zeit drucken die USA sich mit dem Dollar eine vordergründige Geldmenge, die fast zinsfrei abgeschöpft, in steuerfreie Transferländer abfließt und nur dort zu Investitionen führt, weil dort Gewinne möglichst auch noch steuerfrei erwirtschaftet werden können. Investitionen in den USA  werden schnell wieder zu einer Produktivitätsausweitung im Konsumsektor führen, weil darauf gehofft wird, dass das billige Geld beim Kunden wieder zu kreditfinanziertem Konsum in einem Umfang führt, wie er vor der Leman Brothers Pleite und der geplatzten Immobilienfinanzierung obligatorisch war. Die Inflation ist zur Zeit keine Größe, die in den USA thematisiert wird. Bei diesem Verhalten ist die Gefahr einer Deflation nicht etwa als Marginalie zu vernachlässigen, sie ist die logische Konsequenz aus mit billigem Geld aufgeblähten Konsumverhalten. Es wird ein Überangebot an Gütern des täglichen Bedarfs geben und aufgrund hochgefahrener Produktmengen an einem Tag X Sättigungsgrade in vielen Bereichen. Produkte treffen auf keine Nachfrage, müssen verramscht werden und die gleichzeitige massenhafte Entlassung von Mitarbeitern aus dem produzierenden Gewerbe, die zur massiven Reduzierung von Einkommen führt, leistet einer massiven Deflation weiteren Vorschub. Weltweit werden Banken, die letzte Krise noch vor Augen und stärkerer Kontrolle ausgesetzt, sich von US Staatsanleihen und anderen Papieren auf Dollarbasis in großem Umfang sehr schnell trennen müssen. Diese Anleihen müssten von den USA zurückgekauft werden und würden dann auf einen Zinssatz treffen, der die Leistungsbilanz der USA so massiv treffen wird, dass der Dollar seine Leitfunktion innerhalb weniger Tage weltweit verlieren wird und zu der Frage berechtigt, wie Fitch und Moodys es der Welt erklären wollen, dass die USA weiterhin eine Bewertung in Triple A erhält, obwohl der Verschuldungsgrad pro Kopf der Bevölkerung längst Griechenland, Spanien, Portugal, Irland und Italien überholt hat und der Grad der Neuverschuldung nicht bei unter 3 % Halt macht, sondern sich der 8 % Marke deutlich galoppierend annähert. Nähme China seine Dollarreserven und würfe sie auf den Markt, bräche nicht nur der Dollar massiv ein, er träfe  auf eine Fluchtreaktion aus dieser Währung, die konsequenterweise Ramschniveau erreichen würde und das bei Triple A?

Werner Müller