"Jesus wäre heute ein Flüchtling"

sagte der katholische Pfaffe mit dem schweizerisch klingenden Namen, dessen Eltern Vertriebene aus Ostpreußen waren.

Wie kommt er darauf?

Gerade der Nazarener war der Inbegriff eines "Anti-Flüchtlings". Er hätte ja die Wahl gehabt. War er ein "Nationalist"? Alle Juden sind und waren auf irgendeine Art Nationalisten. Er sprach zu den Kindern Israels - nicht zur Welt!

So bei der Frau aus Syro-Phönizien (deren Bitten er später nachgab):

Wie reagierte der Herr auf den Hilferuf der Frau, die zu Seinen Füßen lag? Er antwortete ihr nicht ein einziges Wort (Mt 15,23)! Warum war Er so hart? An ihrem Anliegen kann es nicht gelegen haben, denn der Herr ging umher, wohl tuend und alle heilend, die vom Teufel überwältigt waren. Das Problem war die Anrede„Sohn Davids“. Anderen wurde zwar geholfen, die ihn so ansprachen (vgl. z.B. Mt 9,27; Mt 20,30-31); doch da gab es einen entscheidenden Unterschied: das waren Juden. Und nur die Juden haben eine Verbindung zu dem Sohn Davids, der der König Israels ist. Das hatte diese Frau noch nicht verstanden. Als Kanaaniterin hatte sie kein Anrecht an dem Messias Israels. Höchstens Anrecht auf Gericht. Denn Gott hatte Seinem Volk die Ausrottung der Kanaaniter geboten (5. Mo 20,17). Und wenn der Messias herrschen wird, werden keine Kanaaniter in Gottes Haus sein (Sach 14,21)

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