PecuniaOlet

Gelobet sei das Weib!

Bevor der von männlichem Geist dominierte Staat in die Umgangssprache Einzug hielt, sagte man "Mutterland" statt Vaterland, wie man heute noch den Begriff "Muttersprache", "Mutterboden" etc. gebraucht.

Die bekanntesten monotheistischen Religionen fallen durch eine einseitige Betonung des männlichen, aktiven und geistigen Prinzips auf, unterdrücken hingegen das Weibliche, das irdische und passive, mütterliche und empfangende Prinzip. Aus dem gebärenden Muttertum stammt die allgemeine Brüderlichkeit aller Menschen, deren Bewußtsein und Anerkennung mit der Ausbildung der Paternität untergeht. Die Frau wird verschleiert und/oder beherrscht, der Mann und Gottvater beuten sie, sowie die Natur, aus, trachten beide Prinzipien (Natur und Frau) zu beherrschen und ihrer völligen Kontrolle zu unterwerfen.

Das mütterliche Prinzip, das in allen polytheistischen Religionen erhalten blieb, in germanischer Mythologie als Göttin Freya  (Göttin der Liebe, des Glücks, der Ehe..)  oder Frigg (Frau Holle) und Hel ("Hölle" im Sinne nicht negativ konnotierter Unterwelt), begegnet uns im Christentum noch in der katholischen Verehrung der Maria und in "polytheistisch" anmutender Verehrung verschiedener Heiliger und Engel.

Alle Sprache, alle Semantik entspringt ursprünglicher Naturerfahrung. Natur ist weiblich. Ursprüngliche Naturerfahrung ohne den störenden Einfluss eines emanzipierten, männlichen und beherrschen wollenden Geistes, ohne Abstrahierung in Begriffe, entstammen wiederum sinnlichen Bildern als lebendig empfundener Naturwesenheiten.

"Kein Symbol wurde jemals durch eine Anstrengung der Vernunft ertastet, sondern jedes ist „eingegeben", und nur durch Eingebung könnte man eines Zustandes innewerden, dessen Wissen ein Wissen in Symbolen ist; nur durch den dichterischen Gehalt hellseherischer Rede endlich würde es mitgeteilt Wie die Symbole des Baumes, des Wassers, des Mondes einst sich mögen gebildet haben, das wüßte nur einer, der die zermalmenden Schauer mindestens nacherlebte, die aus den Wipfeln heiliger Eichen auf den Pelasger herniederrannen, aus dem Gemurmel der Quellen geheimnisvoll raunten, in silberner Mondnacht mit magischem Netz die Seele umspannen;.." Ludwig Klages (Der Geist als Widersacher der Seele).

"Eva" war zuerst da. Sie wurde keineswegs erst aus der "Rippe Adams" geformt, wie es uns das Buch des alttestamentarischen Willenswüterichs, des alle Macht fordernden Geistes, Glauben machen will. Die Natur favorisiert das Weibliche. Die Entstehung des Männlichen bedurfte bereits einiger "Korrekturen", bzw. "Strategien", um sie von ihrer Tendenz zum Weiblichen "abzubringen."

Die Unterdrückung und Gleichschaltung des Weiblichen in unserer ach so vernünftigen, kalt rationalen und positivistischen Gesellschaft entarteter Vorstellung von "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichlkeit" ist gleichzeitig ihr Untergang, und das, was symbolisch als Herrschaft des Satans gedeutet wurde, ist die Herrschaft des zerstörerischen und Herrschen wollenden, als "außerirdische" und fremde Macht in die Unschuld und Fruchtbarkeit der Natur eingedrungenen Geistes. Möge man es nun nennen, wie man wolle: Kapitalismus, Kommunismus, Sozialismus Neoliberalismus........ Alles Folgen eines männlich dominierten Monotheismus und völliger Naturentfremdung durch Unterdrückung des weiblichen Prinzips.

„Warum begehrt der Mensch zu essen,wenn nicht darum, weil er aus Erde ist? Warum zu trinken? Weil er vom Wasser ist.Warum den Atem? Weil er von der Luft ist. Warum Wärme? Weil er vom Feuer ist."

Und warum begehrt er Atombombe, Macht und Gewalt?

Weil er, bzw. seine Natur, vom Geiste gestört ist !"