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Die Kraft des realistischen Denkens

Zum Beitrag: Die Kraft des positiven Denkens

Positiv gestimmt bin ich beispielsweise, wenn ich - wie gestern - das schöne Wetter genieße, etwas Sonne tanke, und ein Auge für die Natur bewahre, wenn ich unterwegs bin. Die dampfenden Felder und Wiesen frühmorgens um halb sechs und die unverhüllte Sonne hinter aufsteigenden Fäden dünnen Nebels machen das Stehen im Stau doch wesentlich angenehmer. Positiv gestimmt bin ich auch, wenn ich Zeit habe ein mit Liebe zubereitetes Essen in Gesellschaft zu genießen, dazu eine Flasche Rotwein trinke, und danach eine Zigarillo rauche, ohne an die Inhaltsstoffe des Rauchs erinnert zu werden. Positiv gestimmt bin ich auch, wenn ich trotz über 100 kg Körpergewicht noch 10 korrekte Klimmzüge und 50 saubere Liegestütze schaffe. Und am positivsten gestimmt bin ich, wenn ich in lachende und unschuldige Kinderaugen sehe.

Beim Denken verhält es sich allerdings anders. Die unzähligen Bücher über Positives Denken, ausgehend von Klassikern wie Dale Carnegie oder Joseph Murphy bis hin zu Erhard Freitag und anderen, halte ich ehrlich gesagt für ausgemachten Humbug. Positiv war das allenfalls für den Geldbeutel der Autoren. Man soll hier doch tatsächlich einen Wunsch "ans Universum" oder die "Kraftzentrale Unterbewusstsein" richten, fest daran glauben - und siehe da: Dein Leben wird sich zum Guten wenden, Du wirst privat und beruflich erfolgreich, und wahrscheinlich gewinnst Du auch noch demnächst in der Lotterie. Dein Unbewusstes oder das Universum werden es schon für Dich richten. Entweder es macht Dich selbst aktiver oder es lässt Dir vieles in den Schoß fallen.

Positives Denken und Kognitive Dissonanz sind gar nicht so weit auseinander oder bedingen sich gegenseitig. Nur das Gefühl ist positiv oder negativ.Das Denken ist sekundär und hat kritisch und skeptisch - und somit möglichst realistisch zu sein. Das ist die Aufgabe des Denkens. Man sollte das Denken nicht nach seinem Wollen richten, auch wenn das selten ganz vermeidbar ist.

Als kritischer Skeptiker muss man dennoch kein Miesepeter sein, eher das Gegenteil ist der Fall.Man schützt sich eher vor bösen Überraschungen und Enttäuschungen, und ist nicht zu Tode betrübt, wenn ein erwarteter Erfolg ausbleibt. Außerdem hinterfragt man Pressemeldungen, Umfragen und ähnliches Geseier, die bei negativem Sachverhalt lediglich positive Stimmung verbreiten sollen.

"Positiv" ist man meiner ganz persönlichen Ansicht und Erfahrung nach, wenn man in der Lage ist, die Augenblicke kleinen Glücks bewusst und "entschleunigt" zu erleben  und zu genießen und der Natur mit allen Sinnen gewahr zu werden. Auch wenn man freundliche und höfliche Menschen im Alltag trifft, freue ich mich immer, dass es die noch gibt.

Niemals käme ich auf die Idee, "Fachleute" zu Rate zu ziehen, wie ich zu denken habe.

Das Wichtigste hätte ich jetzt fast vergessen: Positiv ist man, wenn man authentisch ist, das macht, was einem gemäß ist, und nicht das, was das System von einem erwartet. Dann kann man Glück fühlen, selbst wenn man Geld dabei verliert. Alles andere ist eine Lebenslüge.