Warum ist Gott männlich?

Der Prophet Hosea (11, 9) lässt Jahwe sagen: "Ich bin Gott, kein Mann!"

Auch das germanische Wort für Gott, "guda" (geht zurück auf die indogermanische Wurzel "gheu"="gießen") war ursprünglich ein Neutrum.

Weshalb ist Gott dann männlich?

Das Wort und der Name JHWH kommt in der Bibel 6800 mal vor. Meist wird es mit "Der Herr (Direktor)" übersetzt. Dies bedeutet eine ungeheure Verengung des (auch weiblich konnotierten) Bedeutungsspektrums. 

Der Phallus Jahwes wird im Gegensatz zu dem des obersten kanaanäischen Gottes El (Rapha-el, Manu-el. Gabri-el usw.) nie erwähnt.

Auch im "neuen Testament" wird stets "vom Vater" ("Abba") gesprochen, das "Vaterunser" gelehrt.

"Der Herr (Direktor)" ist der Chef, der die Richtung weist und führt. (rex, regis, regieren, regeln....)

Ein Volk ursprünglicher (Halb)Nomaden und Hirten in karger Landschaft bringt männliche "Führungskräfte" hervor. Auch im griechischen Polytheismus war.Zeus (griechisch Genitiv "Dios", altindisch "Dyaus ="Erscheinung", "Strahlung") der Vater aller Menschen und Götter. Auch der nordische "Tyr" wirkte als "Godfather", eine Eigenschaft, die auf den späteren "Odin" übertragen wurde.

Gott ist wohl ein Mann, weil sowohl die Vorfahren der Juden als auch die Indogermanen als "Stammväter" der Griechen, Römer, Germanen, Inder und Perser halbnomadische Hirtenvölker waren, die ihre Herden in fruchtbarere Gegenden zu führen trachteten und durch Zucht ihren Wohlstand mehrten.

Unsere Gottesvorstellung (und damit auch unser gesellschaftliches Paradigma) hat ihren Ursprung in der Wüste - oder zumindest in kargen Steppengebieten. (Es ist ein Irrtum zu sagen, "ich bin Atheist, deshalb von keiner Gottesvorstellung beeinflusst")

"Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben"

Unsere Gott-Vater Vorstellung, aus der auch letzten Endes der Kapitalismus hervorging, ist einem Mangel und keinem Überfluss geschuldet. Und einem wohl tiefen Misstrauen gegenüber der (weiblichen) Natur und Frau.

Vielleicht ist es so zu interpretieren, dass der, der sich von "Mutter" (Natur) in Wüste und Steppe vernachlässigt fühlt, sich dem Vater (Geist) zuwendet und das Weibliche (Natur und Frau) durch Zucht unterwirft. Viehzucht und Menschenzucht. Züchtigung. Untreue Frauen begingen "Unzucht". Ein furchtbares Vergehen in patriarchalen Gesellschaften. Deshalb die Steinigung. 

In der Wüste (Nirwana?; Leere) herrscht nicht die Natur, sondern der "Geist". Auch Satan ist (männlicher) "Geist".