Reisebericht

Malawi / Afrika - Weltreise mit dem Allrad Wohnmobil.

Seit 10 Monaten sind Erika (54J.) und Klaus Därr (56 J.) aus dem Landkreis Rosenheim in Oberbayern, jetzt unterwegs. 48 Monate sollen es auf der Weltreise durch alle 5 Kontinente werden. Bisher haben wir 22 Länder Afrikas auf 41.000 km bereist und halten uns derzeit in Mosambik auf. Anfang Januar werden wir in die Rep. Südafrika einreisen und dann wohl nach 12monatiger Reise Mitte Januar das Cap erreichen. Dann werden wir von der Rep. S-Afrika ausgehend bis April 2004 noch das südliche Afrika bereisen, also S-Afrika selbst, Botswana, Simbabwe, Lesotho und Namibia. Im April oder Mai werden wir unser "TerraCross" Expeditionsfahrzeug nach Kanada einschiffen um vom südafrikanischen Herbst in den nordamerikanischen Frühling zu wechseln.

Tagebuch / Dezember 2003

Erika und ich sind inzwischen in Malawi angelangt, wohin uns der Weg von Kenia über Uganda, Ruanda, Tansania und Sambia geführt hat. Malawi ist dem südöstlichen Afrika zuzurechnen. Wir sind jetzt seit 10 1/2 Monaten und 40.000 km unterwegs. Im Moment campen wir auf einem schönen Platz bei Chinteche direkt am Strand des "Lake Malawi". Wenn man ihn unbefangen betrachtet, so könnte man glauben in der Südsee zu sein, nur dass hier Wellen von Süßwasser an den Felsendurchsetzten Sandstrand schlagen. Es ist heute mit knapp 30°C etwas kühler als gestern, weil es heute Nacht erstmalig sein Monaten geregnet hat. Auf den Regen wartet die Bevölkerung schon sehnsüchtig, denn es beginnt hier auf halber Höhe zwischen Äquator und südlichem Wendekreis nach langer Trockenheit die Regenzeit, die dann in den nächsten Wochen immer weiter nach Süden vordringt. Der nächtliche Wind hat vollreife Mangos vom Baum geschüttelt unter dem wir stehen und die polternd auf das Dach unseres Autos fallen. Zur Strafe für die Ruhestörung verarbeiten wir sie zum Früstück zu Mangomilch. Mit dem gestrigen ersten Advent haben wir erhebliche Schwierigkeiten, es mag sich einfach nicht die richtige Stimmung einstellen. Wenn wir in der "Deutschen Welle" die Berichterstattung über Abfahrts- und Schlittenrennen hören, so sehen wir uns nur verständnislos an. Wir können dann nur auf "BBC-World Service" umschalten, wo wir über den letzten Stand der Cricket-Spiele zwischen Simbabwe und Westindien informiert werden. Vielleicht liegt unsere Malaise aber einfach daran, dass wir vergessen haben "Glühfix" mitzunehmen, mit denen wir den erhältlichen südafrikanischen Rotwein zu Glühwein weiterverarbeiten könnten.
Morgen fahren wir 100km nach Mzuzu weiter im Norden, wo wir in der LKW-Werkstatt eines jungen Deutschen drei unserer Reifen nachschneiden lassen werden. Deren Profil sieht nach über 50.000 km Laufleistung schon sehr glatt aus. Von Mzuzu führt der Weg dann wieder nach Süden und um die S-Spitze des Lake Malawi nach Mosambik. Da werden wir in den nächsten Wochen etwas Profil brauchen, denn es erwarten uns weite Stecken ungeteerter Straße und vermutlich auch der eine oder andere Regenschauer, der sie zur Rutschbahn werden lassen kann. Weihnachten und Neujahr werden wir in Mosambik verbringen. Mal sehen, auf welcher Christmas-Party wir da landen und wie reichlich und zart oder zäh das Grillfleisch von BBQ sein wird. In Mosambik besteht freilich auch die Möglichkeit sehr preiswert Lobster bis zum Abwinken auftischen zu lassen. Mit dem ersten Sundowner werden wir bis 20 oder 21h warten müssen, wenn die Sonne endlich untergeht.
Ihr seht schon von was für schlimmen Sorgen wir geplagt sind, über die wir ganz versäumen die Unabängigkeit der Weltreise zu genießen. Ich wünsche Euch jedenfalls, dass ihr euch nicht zu sehr vom Weihnachtsrummel terrorisieren lasst und ein "Frohes Fest" feiert.

Euer Klaus Därr


Diesem Wort zum Sonntag bzw. Montag schließe ich mich natürlich an und wünsche Euch einen erholsamen Advent. Ich bin schon wieder so gestresst vom Tagebuchschreiben und Baden und Kochen und was es sonst noch so auf der Weltreise zu tun gibt, dass ich bald wieder einen Mittagsschlaf brauche - gähn - (die Schlafkrankheit lässt grüßen). Aber Spaß beseite, die vielen Stiche der Tse-Tse-Fliegen im South Lungwa-Park in Sambia haben uns ganz schön zugesetzt, aber Fieberanfälle und Kopfschmerzen, geschwollene Beine und sonstige Nebenwirkungen haben wir noch nicht, so dass wir noch hoffentlich lange das Strandleben hier und am Indischen Ozean genießen können. Das östliche und südliche Afrika stellt sich als sehr angenehm heraus und hat wesentlich mehr zu bieten als wir gedacht haben - Tiere und Landschaft jede Menge, buntes Dorfleben und auch eine erstaunliche touristische Infrastruktur ohne die Enge europäischer Urlaubsziele.
Sollte noch jemand das Bedürfnis haben, mein wöchentliches Tagebuch zu empfangen, so bitte ich um Mitteilung.

Liebe Grüße an die Daheimgebliebenen sendet Euch Erika

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