Reisebericht

Mit dem Auto durch Kanada

Habe im Sommer mit einem Freund eine 3-wöchige Selbstfahrerreise im Westen Kanadas unternommen.
Ich kann nur sagen: "Schönes Wetter, warm, tolles Auto, einfach ein genialer Urlaub"

Unsere Tour ging los in Vancouver, von da aus Richtung Keremeos, Penticton,
Vernon, Kamloops, über den Rogers Pass nach Lake Louis, Banff, Jasper,
Valemount und Clearwater zurück nach Vancouver.

Die Fahrt im Einzelnen

30.07.2005 Samstag
Bei der Ankunft am Flughafen Vancouer um kurz vor Mitternacht fehlt ein Gepäckstück - das Zelt. Da niemand in der Lage ist uns bei diesem Problem zu helfen, gehen wir zur Alamo-Mietstation um unseren Mietwagen für die nächsten 20 Tage abzuholen. Statt dem gebuchten Midsize-Car bekommen wir überraschenderweise einen Dodge Magnum SXT (siehe Startseite). Dieses - fast nagelneue - Auto wird noch einige Blicke auf sich ziehen. Nachdem das Gepäck verstaut ist, machen wir uns auf die Suche nach der Jugendherberge "Downtown" in Vancouver. Nach kurzer Fahrzeit erreichen wir diese und checken um ca. 02:30 in der Früh ein.

31.07.2005 Sonntag
Vormittags mieten wir uns Fahrräder und erkunden so Vancouver. Im Stanley Park befindet sich das Vancouver Aquarium. Diesem statten wir auch einen Besuch ab.

01.08.2005 Montag
Für Heute haben wir uns den Grouse Mountain (direkt in Vancouver) vorgenommen. Gleich nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg. Ein Schild gibt uns Auskunft, dass der Aufstieg 1-2 Stunden dauern kann. Den steilen Aufstieg schaffen wir in ca. 70 Minuten. Auf dem Berg selbst genießen wir bei ca. 32 Grad das Wetter, den tollen Ausblick, die "Birds in Motion" - Flugshow und die "Lumberjack-Show", die mehrmals am Tag gezeigt werden - wirklich sehenswert! Bären und Timberwölfe, überdimensionale Holzfiguren und einen kleinen Wanderweg gibt es ebenso in der nähe der Bergstation.

02.08.2005 Dienstag
Nach dem Check-out in der Jugendherberge fahren wir nochmals zum Flughafen, mit der Hoffnung, dass das Zelt aufgetaucht ist - Fehlanzeige. Weiter geht es wieder bei warmen Wetter um die 30 Grad Richtung Hope, Harrison, Princeton nach Keremeos, wo wir in einem Motel übernachten. Wir genießen die schöne Aussicht zwischen den hügeligen Weiten. Das Speedlimit liegt bei 80 km/h auf dieser Strecke ...
Auf dem Weg überqueren wir den Allison Pass, kommen durch den Manning Park und kurz vor Keremeos beginnt das "Okanagan-Valley" - das Obst- und Weinanbaugebiet Westkanadas.

03.08.2005 Mittwoch
Unser heutiges Ziel heißt Vernon. Zwischendrin kommen wir vorbei am Yellow Lake, Nahooney Lake, den Okanagan Falls. In Penticton bleiben wir ein paar Stunden und genießen das warme Wetter am Strand und im Wasser. Dann geht es den Okanagan Lake entlang nach Vernon, wo wir wieder in einer Jugendherberge einchecken.

04.08.2005 Donnerstag
Heute kaufen wir uns ein Ersatzzelt, fahren zum Baden an den Kalamalka Lake, weiter durchs Okanagan Valley vorbei an einer Viehzucht, Sägewerken und vielen Golfplätzen Richtung Sicamous. Dabei begleitet uns der Mara Lake. Abens kommen wir in Revelstoke an, beziehen eine private Jugenherberge und machen uns noch auf den Weg zum Mt. Revelstoke (gehört zu den National Parks of Canada). Man fährt mit dem Auto ca. 1 Stunde den Berg hoch, sieht dabei die verschiedensten Vegetationszonen und kann an einigen Aussichtspunkten halten. Auf dem Gipfel sieht man verschiedenste Blumen, Sträucher usw. Dabei treffen wir auch auf die ersten Moskitos. Wir genießen noch den Sonnenuntergang über den Bergen und machen uns um 21:00 Uhr wieder auf die 1-stündige Rückfahrt.

05.08.2005 Freitag
Heute haben wir "nur" etwa 25 Grad. Nach einem Stadtrundgang fahren wir weiter über den Roger´s Pass Richtung Field. Es geht immer noch Auf und Ab, die Landschaft ist überwältigend. In Field informieren wir uns am Info-Center über die Möglichkeiten den Lake O´Hara zu besichtigen. Dass man sich mehr als 3 Monate im Voraus anmelden muss um mit dem Bus den Berg hochzufahren, wussten wir nicht. Die Chance 2 der täglich 6 zur Verfügung stehenden Tickets für den Bus zu bekommen ist sehr gering. Da wir gut zu Fuß sind, beschließen wir die 11 Kilometer Aufstieg auf uns zu nehmen und abends evtl. mit dem Bus wieder zurückzufahren (First come - first get). Abends schauen wir uns noch die Takakkaw Falls an, die nur wenige 100 Meter neben unserer Wildnisjugendherberge "Whiskey Jack" liegen.

06.08.2005 Samstag
Um 06:00 Uhr beginnt der Tag. Es ist sehr kühl, aber der Lake O´Hara ruft. Etwa um 08:00 Uhr beginnen wir mit dem Aufstieg. Der Weg ist eigentlich recht eben, es dauert aber lange, bis es wärmer wird. Nach ca. 9 Kilometern (und 90 Minuten Laufzeit) biegen wir rechts ab, um noch andere Seen wie z.B. Linda Lake, Glory Morning Lake und Cathedral Bassin zu sehen. Landschaftlich ist die Wanderung sehr interessant. Gegen Mittag erreichen wir dann Lake O´Hara und müssen uns wieder gegen einige Angriffe von Moskitos wehren. Nach einer kurzen Erholung vom vielen wandern laufen wir den O´Hara Rundweg von dem wieder Wege zu anderen Lake´s abzweigen. Hier begegnen uns auch viele Murmeltiere, Erd- und Eichhörnchen, Streifenhörnchen und ein Reh. Am Nachmittag beginne ich den 11 Kilometer Abstieg (in 88 Minuten) - Richard testet den Bus.
Anmerkung: Man hat auf dem Berg ca. 20 km an Wanderwegen die man laufen kann - eine Zeltübernachtung ist möglich, aber eine Anmeldung mind. 3 Monate vorher nötig
Da am Abend der Zeltplatz in der Nähe der Jugendherberge voll belegt ist, versuchen wir unser Glück nochmal bei "Whiskey Jack". Ein Bett ist noch frei. Ich gebe mich mit einer langen Matratze auf dem Fußboden zufrieden. (Was bei fast 2 Meter Körpergröße nicht die schlechteste Lösung ist, da die Betten auch in Kanada nur 1,80 bis 1,95 Meter lang sind)

07.08.2005 Sonntag
Vormittags geht es ein paar Kilometer zurück zum Emerald Lake, wo wir auf dem Rundweg auf ein Schild mit der Warnung vor Bären stoßen. Es ist leicht bewölkt, teils windig, hat aber immer noch ca. 22 Grad. Am Nachmittag gelangen wir nach Lake Louise. Dort wandern wir zum Agnes Lake (über den Mirror Lake). Der Ort Lake Louise ist ein teures Pflaster zum Eikaufen von Lebensmitteln. Wir fahren über das Bow Valley weiter Richtung Banff, wo wir in der Näche von Castle in der Jugendherberge "Castle Mountain" für 2 Tage einchecken.

08.08.2005 Montag
Wir fahren weiter Richtung Banff, da wir dringend unseren Lebensmittelvorrat auffrischen müssen. Das Wetter ist teils bewölkt, teils windig. Die Wolken mehren sich bis zum Abend. Es fällt aber kein Regen - entgegen der Wettervorhersage. Vormittags wandern wir zur Wetterstation mit 360 Grad Panoramablick auf dem Sulphur Mountain. Der Aufstieg ist mit 1 3/4 - bis 2 Stunden angegeben. Wir schaffen es in 66 bzw. 73 Minuten (und genießen dabei die Aussicht). Die Wolken werden dichter und schwärzer, so beginnen wir den Abstieg mit "Downhill-Jogging" und sind nach 30 Minuten wieder am Parkplatz. Bevor es zurück nach "Castle Mountain" geht besichtigen wir noch: Fairmont Banff Springs Hotel, Bow Falls, Tunnel Mountain, Hoodoos.

09.08.2005 Dienstag
Wieder auf dem Weg nach Banff treffen wir auf den ersten Wapiti-Hirsch. Wir wandern durch den Johnston Canyon über die Lower und Upper Falls zu den Ink Pot´s. Am Nachmittag laufen wir in Banff noch den Fenland Trail und machen eine Shopping Tour auf der Banff Avenue. Am Nachmittag checken wir in der Jugendherberge "Banff Alpine Center" ein. Dort treffen wir auf die nächsten Überraschungen. Die Kartenschlüssel funktionieren an manchen Türen nur auf "gut Glück". So kann es schon mal 20 oder mehr Versuche dauern bis man eine Tür aufbekommt. In der Hauseigenen "Laundry" treffen wir auf zwei deutsche Mädels, die das Glück haben ein halbes Jahr in Kanada verbringen zu dürfen. Sie arbeiten auf einer Farm und haben gerade ein paar Wochen Urlaub. Wie sich im Verlauf des weiteren "Laundry-Tratschs" herausstellt, wohnen wir alle gar nicht so weit voneinander entfernt.

10.08.2005 Mittwoch
Nachdem wir unseren Vorrat an Nahrungsmitteln wieder aufgefrischt haben geht es heute Richtung Jasper. Es ist bewölkt und kurz nach Banff regnet es. Wir kommen u.a. am Hector Lake und Mistaya Lake vorbei. Danach hört der Regen wieder auf. Nach dem Athabasca Gletscher beginnt es sogar wieder schöner zu werden. Endlich! Vor uns eine rießige Autoschlange am Seitenstreifen und keine 80 Meter von uns entfernt (über einem Fluss) ein Grizzly-Bär. Wir beobachten seine Aktivitäten und sind erstaunt, wie schnell er den Fluß durchquert, um auf eine kleine Insel zu kommen, die nur noch etwa 60 Meter von uns entfernt ist. Dann geht es weiter zu den Sunwapta Falls und den Athabasca Falls. Bevor wir dann unsere Wildnisjugendherberge "Edith Cavell" aufsuchen fahren wir noch ca. 2 Kilometer zum Angel Glacier. In der Herberge gibt es weder Strom noch Wasser zum duschen. Es ist aber ein Gasherd und Outhouses vorhanden. Der Gemeinschaftsschlafraum wird in dieser Nacht durch einen Holzofen warmgehalten.

11.08.2005 Donnerstag
Heute ist der erste (und einzige) Tag an dem ich dann doch auf eine lange Hose umsteige. In der Nacht hat es aufgrund der Höhenlage auf ca. 5 Grad abgekühlt und der Morgen ist recht frisch. Nach einem kurzen Bummel durch Jasper gehts weiter zur Wanderung am Maligne Canyon. Dort beginnt es dann stark zu regnen. Statt wie geplant am Medicine und Maligne Lake zu wandern fahren wir nach Miette zu den Miette Hot Springs. Auf dem Weg dahin sehen wir zwei grasende, sich von den Menschen nicht aus der Ruhe bringen lassende Wapitis. Bis wir in Miette ankommen, hat der Regen aufgehört. Richard genießt ein Bad in den ca. 40 Grad warmen Quellen, ich erkunde die Gegend. Abends geht es zurück zur Wildnisjugendherberge "Maligne Canyon".

12.08.2005 Freitag
Zurück in Jasper kaufen wir wieder Vorräte ein, da wir die nächsten Tage auf dem Mount Robson verbringen wollen. Wir fahren durch den Mt. Robson Provinzial Park zum Mt. Robson. Nach vielen Umplanungen aus versch. Gründen können wir unsere Wanderung auf den Mt. Robson doch gleich an diesem Nachmittag starten. Wir haben noch Berechtigungskarten am Mt. Robson Info-Center für die Übernachtung am 1. und 4. Zeltplatz (von 7) bekommen. Die anderen sind alle voll. Der erste Zeltplatz befindet sich am Kinney Lake. Dort kommen wir nach 7 Kilometern um ca. 16:00 Uhr an und sitzten sozusagen fest. Wir verkriechen uns früh in unsere Schlafsäcke um am nächsten Tag fit zu sein.

13.08.2005 Samstag
Nach schlechtem Schlaf und einer kalten Nacht wandern wir um 07:30 Uhr weiter zum 4. Zeltplatz. Auf dieser Strecke haben wir ein Teilstück vor uns, bei dem es auf 4 Kilometer 500 Meter Höhenunterschied (mit schwerem Gepäck) zu bewältigen gilt. Die Wasserfälle, das warme Wetter und die Aussicht entschädigen aber dafür. Diese 12 Kilometer haben wir am Mittag hinter uns gebracht. Nach einer Stärkung wandern wir um die Mittagszeit noch die restlichen 4 Kilometer zum Roger´s Pass (dort beginnt der Schnee). Auf dem Rückweg werden die Füße schwer und schwerer, wir sind froh, als wir am Nachmittag wieder am Zeltplatz ankommen. Keine halbe Stunde später verdunkelt sich der Himmel sehr schnell und es beginnt bis zum nächsten Morgen fast ununterbrochen zu regnen.

14.08.2005 Sonntag
Nach einer etwas besseren Nacht und nachlassendem Regen bereiten wir uns auf den Abstieg vor. Aufgrund des starken Niederschlags am letzten Tag hat es den Steg vor dem Kinney Lake weggeschwemmt. So müssen wir dem - durch den Ranger - ausgezeichneten "Pfad" durch eiskaltes Wasser folgen (siehe Bilder). Dann kommt auch noch Wasser von Oben herab. Gegen Mittag erreichen wir nach 5-stündigem Abstieg den Parkplatz. Jetzt hat es wieder ca. 20 Grad und die Sonne kommt wieder durch die Wolken. Wir fahren weiter nach Valemount und trocknen dort in einem Motel erst mal die ganzen nassen Sachen und gönnen uns nach 5-tägiger Abstinenz ein schönes Bad.

15.08.2005 Montag
Da es stark bewölkt ist und stellenweise regnet, fahren wir dirket weiter nach Clearwater. Den Nachmittag verbringen wir im Wells Gray Provinzial Park. Bei schwülwarmen Wetter besichtigen wir: Spahata Falls, Helmcken Falls, Dawson Falls, Green Mountain Tower. Abens beginnt es wieder zu regnen und wir müssen uns noch eine Unterkunft suchen. Schließlich landen wir im Mountain Dream B&B mit Indoor Pool und gutem Frühstück. Nach dem Abendessen wird der Pool noch ausprobiert.

16.08.2005 Dienstag
Nach dem Frühstück bekommen wir von unseren Landsleuten noch eine kleine Führung durch den Garten und den Hobbyraum mit den vielen "Self-made-Maschinen". Dann gehts weiter durch Farmland Richtung Kamloops. Kurz vor Kamloops besichtigen wir noch Sun Peaks - ein Ski Resort. Im Sommer besteht dort die Möglichkeit mit dem Mountainbike "Downhill" zu fahren. Am Nachmittag checken wir in der Jugendherberge von Kamloops ein. Hierbei handelt es sich um ein altes Gerichtsgebäude. Man isst dor im Gerichtssaal, schläft in den Geschworenenzimmern und duscht in den ehemaligen Gefängniszellen.

17.08.2005 Mittwoch
Heute ist es teils bewölkt und windig. Wir fahren zum Visitor Center um Ideen für den weiteren Tagesablauf zu sammeln. Nachmittags wandern wir durch Parks und Stadtviertel, am Abend gehts zum kostenlosen Open-Air Konzert der einheimischen Band "Phönix" - es wird Classic Rock gespielt.

18.08.2005 Donnerstag
Gleich am Morgen brechen wir bei schönem, warmen Wetter auf, um die 400 Kilometer nach Vancouver zu fahren. Mittags ist wieder Check-In in der Jugendherberge "Downtown", in der wir unsere beiden letzten Tage verbringen werden. Es folgt ein Ausflug durch die Robson Street, Chinatown, Gastown - mit seiner einzigartigen Steamclock. Bei der Zubereitung des Abendessens treffen wir zufällig wieder auf die deutschen Mädels aus der Jugendherberge in Banff (und setzten die Ratscherei in der Küche so lange fort, bis das zubereitete Essen fast wieder erkaltet ist).

19.08.2005 Freitag
Der letzte Tag vor unserer Abreise beginnt sonnig und warm. Wir bummeln nochmal über die Robson Street, besuchen den Markt auf Granville Island, Stanley Park und genießen die letzten Stunden am Strand von Vancouver.

20.08.2005 Samstag
Check-out, Fahrt zum Flughafen, Rückgabe des Mietautos, Check-In zum Abflug ...

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