Nur ein säkularer Muslim ist ein "guter" Muslim?

Nein, keineswegs.

Das Grundproblem ist immer, dass sich das Böse hinter einer Ideologie und "Juristischen Personen" verstecken und ungehindert, ja sogar gefördert, sein Unwesen treiben kann. Sogenannte "Schreibtischtäter" richten dabei in der Regel mehr Unheil an als die tatsächlich Ausführenden.

Der Mensch hat von Natur aus  - wie die Tiere - keinen Hang zum "Bösen". Lediglich den Trieb, zu überleben. Darauf deuten unter anderem auch Experimente aus dem Bereich der Hirn- und Verhaltensforschung mit Säuglingen und Kleinkindern. Ebenso Beobachtungen unter Primaten.

"Affen in Freiheit sind die nettesten, freundlichsten Tiere, der Herrscher ist immer ein solcher, der besonders freundlich ist , der die Fähigkeit hat, Freundschaften zu bilden, und die obersten (führenden) drei Affen sind die besten Freunde in der ganzen Schar. Und wenn Sie nun dieselbe Affenkolonie einsperren und näher zusammendrängen, dass sie also nervös und unter Stress bzw. seelischer Belastung leiden, dann ändert sich das Bild vollkommen: Sie finden jetzt plötzlich, dass in der obersten Reihe der Affenhierarchie, also der Oberaffe und der zweite Affe, die größten Feinde sind und während vorher stets ein freundliches und gutes Männchen zum Führer heranreifte, ist jetzt unter den Bedingungen der Belastung der brutalste, ekelhafteste, ordinärste und körperlich stärkste Kerl der Oberaffe, das Alpha-Tier."

Dies sagte der Verhaltensforscher Konrad Lorenz in einem Interview zu seinem Buch "Das sogenannte Böse" im Jahre 1970.

" ... the most fundamental problem of politics, which is not the control of wickedness but the limitation of righteousness." Henry Kissinger

Geldsystem und Kapitalismus sorgen für "Zinsstress" und Konkurrenzdruck, Krieg im weitesten Sinne. Dies bedingt eine negative Selektion sogenannter "Führungskräfte". Auch die islamische Welt ist durch ständige geopolitische Interventionen des "Westens" in modernen, eher säkular orientierten, islamisch geprägten Gesellschaften mangels Selbstbestimmung und Kriegen in einer Stress-Situation, die "das Böse" nach oben spült.

Natürlich hat der Koran Inhalte, die Gewalt rechtfertigen und anraten. Damit hat der Koran jedoch kein Alleinstellungsmerkmal unter den heiligen Schriften.

Und selbst in den friedliebenden Evangelien wird in der Bergpredigt zu gleichermaßen "Unerhörtem" wie "Unerfüllbarem" geraten:

"Und so dich dein Auge ärgert, reiß es aus und wirf's von dir. Es ist dir besser, daß du einäugig zum Leben eingehest, denn daß du zwei Augen habest und wirst in das höllische Feuer geworfen." Hält sich jemand daran, außer einigen Fanatikern, die sich selbst entmannten?

Ob das nun provokativ gemeint ist, zynisch, symbolisch oder wörtlich, bleibt den Exegeten überlassen. (Ich habe dazu meine eigene Meinung, die mit meinem positiven Bild des Nazareners harmoniert.)

Jedenfalls ist es so: Alle die Allah, Gott und Kaiser gelegentlich einen "guten Mann sein lassen", um ihren "Nächsten" direkt in die Augen zu blicken, sind versöhnlichen Wesens. Dazu gehört auch, sich selbst nicht immer allzu Ernst zu nehmen. Fällt der Mehrzahl der Muslime schwer, zugegeben. Aber auch der Mehrzahl westlich-kapitalistisch orientierter Betonköpfe und gepanzerter Herzen.