Reisebericht

Tauchen im Roten Meer, Ägypten

Das Rote Meer zählt zu den berühmtesten Tauchrevieren der Welt. Gerade für Taucher aus Europa ist es das Tauchreiseziel Nummer Eins, da es das am leichtesten zu erreichende Korallenmeer ist und zudem immer noch relativ günstige Preise geboten werden. In Ägypten selbst gibt es zwei Zentren des Tauchsports: Das größere ist die Küstenstadt Hurghada, das etwas kleinere Sharm el Sheikh auf der Sinai-Halbinsel. Beide verfügen über Dutzende Tauchschulen, die alle Exkursionen zu den Korallenriffen der Umgebung anbieten.

Der Name Rotes Meer stammt von einer Blaualge, die das Wasser gelegentlich rot färbt. Es hat eine Länge von 2.200 Kilometern und eine Breite von 250 bis 350 Kilometern. Umschlossen wird es von Ägypten, Israel, Jordanien, Saudi-Arabien und dem Sudan. Die ausgedehnten Wüsten längs der Küsten bewirken eine sehr hohe Verdunstung bei gleichzeitig geringer Süßwasserzufuhr. Das wirkt sich in einem Salzgehalt von bis zu 42 Promille aus, einer der höchsten Werte, der in den Weltmeeren zu messen ist. Während die umgebende Wüstenlandschaft kaum Vegetation bietet, ist das Leben unter Wasser sehr vielfältig. Überall findet man bunte Korallenriffe und großen

tationen unserer Reise

Marsa Alam

Wir starten unsere Reise bei den Korallenriffen vor Marsa Alam, im Süden Ägyptens. Die Region ist bislang noch weitgehend unerschlossen. Nur wenige Hotels, die vorwiegend Taucher beherbergen, haben ihre Pforten geöffnet.


In der Tat bietet die Landschaft hier nur Wüste, schöne Strände und Korallenriffe, die oft gleich hinter dem Ufer beginnen. Allerdings wurde vor kurzem ein Flughafen fertig gestellt, auf dem neben Militärjets auch große Passgierflugzeuge landen können. Ein Beleg dafür, dass der Tourismus in den nächsten Jahren auch hier eine starke Aufwärtsentwicklung nehmen wird. Wer genau hinsieht, erkennt, dass Teile der Küste bereits eingezäunt sind. Grundstückseinteilungen für Hotels der Zukunft.



Das Dolphin Reef

Wir beginnen unsere Tauchexkursion mit einer Fahrt zum Dolphin- Reef. Zunächst geht es mit dem LKW eine Stunde weiter in Richtung Süden. An einem einsam gelegenen Strand wird die Ausrüstung auf ein größeres Tauchboot verladen, mit dem wir Kurs auf das Riff nehmen. Es liegt einige Seemeilen vor der Küste und wird meist nur von großen Safaribooten angesteuert, die ein oder zwei Wochen im roten Meer kreuzen. Es ist fast vier Kilometer lang und hat die form einer Sichel. Die Korallen umschließen eine flache Lagune, in der eine Herde Spinner-Dephine lebt.

Auch wir haben das Glück und können die eleganten Tiere über Minuten beobachten. Auch am Riff lohnen sich mehrere Tauchgänge. Es gibt eine Steilwand, Canyons und kleine Höhlen, vor allem aber einen ungeheuer reichen Bewuchs an Anemonen, Weich- und Hartkorallen. An größeren Fischen findet man Riesenmuränen, Rochen und manchmal auch Haie.




Das Elphinstone Reef

Ein weiterer berühmter Tauchplatz ist das Elphinstone Reef. Es liegt in der Nähe unserer Hotelanlage und kann vom Strand aus mit dem Schlauchboot angefahren werden. Die Ausfahrt ist bei rauer See recht abenteuerlich.


Auch wir müssen aufpassen, nicht von Bord gespült zu werden. Zudem ist die Strömung recht stark, so dass man einiges an Erfahrung braucht. Boote können wegen der starken Strömung nicht ankern. So muss das Schlauchboot den aufsteigenden Luftblasen folgen. Das Elphinstone Riff ist wegen seiner Steilwand, die Hunderte Meter in die Tiefe abfällt, so bekannt. Wegen der ständigen Zufuhr frischen Wassers ist sie dicht bewachsen.

Wir entdecken große Napoleonfische, Skorpionfische, Schildkröten und auch Haie, die in größerem Abstand vor der Steilwand ihre Kreise ziehen. Auch an diesem Riff kann man mehrere Tauchgänge verbringen. Allerdings setzt dies auch mehrere Anfahrten mit dem Schlauchboot voraus, wenn man nicht über Stunden auf dem kleinen Boot zwischen den Tauchgängen ausharren will.




Hurghada

Vor 30 Jahren noch ein kleines Fischerdorf, ist Hurghada heute das Zentrum des Bade- und Tauchtourismus am Roten Meer. Die Küste ist über Kilometer weitgehend mit Hotelanlagen zugebaut. Anders als bei vielen Massenzielen, sind es jedoch oftmals nur ein- bis zweistöckige Bungalows mit eigenem Strandzugang und Bootssteg.


Trotz des zunehmenden Rummels ist Hurghada ein Traumziel für Taucher, denn vor der Küste liegen etliche interessante Riffe, die von Dutzenden Tauchunternehmen angefahren werden. Im Hafen liegt zudem eine Flotte von Tauchkreuzfahrtschiffen, die mehrtägige Touren anbieten. Wer in Hurghada ist, sollte einen Bummel über den großen Basar unternehmen. Von der Taucherbrille bis zum Teppich reicht das angepriesene Sortiment. Allerdings ist ausgiebiges Feilschen ein absolutes Muss. Sonst wird man über den Tisch gezogen. Von Hurghada werden auch Ausflüge in die Wüste und auch an den Nil angeboten. Die Fahrt bis Luxor dauert mit dem Bus etwa 4 Stunden. Daher sollte man mindestens 2 Tage für einen solchen Ausflug einkalkulieren.



Korallenriffe vor Hurghada

Viele interessante Korallenriffe der Region liegen zwischen den Inseln Shadwan und Giftun, die etliche Tauchmöglichkeiten bieten. Spannend ist die Steilwand östlich von Giftun. Hier gibt es, wie am Elphinstone - Reef, starke Strömung , zudem fällt auch diese Steilwand stark ab. Dafür wachsen hier mächtige Fächergorgonien, sowie gelbe und rote Peitschenkorallen. Das Careless - Reef besteht aus einem Korallenrücken, der bis auf 12 Meter an die Oberfläche heranreicht.

Hier wachsen mächtige Tischkorallen, zwischen denen sich Süßlippen, Falter- und Kaiserfische verstecken. Das Riff ist mit Leder- und Feuerkorallen bewachsen. Eine besondere Attraktion sind die zahlreichen Riesenmuränen, die bis zu zwei Meter lang werden. Durch ihr fast immer geöffnetes Maul wirken sie besonders bedrohlich.


Ähnlich wie die genannten Beispiele hat jeder Tauchplatz seine Besonderheit. Hurghada ist in den vergangenen Jahren ein wenig in den Ruf gekommen, zu viele Taucher an die gleichen Riffe zu schicken. Tatsächlich war es lange Brauch, den Anker direkt auf die Riffe zu werfen. So entstanden an häufig besuchten Riffen große Schäden. Doch inzwischen gibt es überall Bojen, an denen die Tauchboote festmachen. Zudem sorgen neuerdings strenge Umweltauflagen dafür, dass Schäden durch leichtfertige Taucher und unvernünftige Tauchbasen vermieden werden.



Das Wrack der Thistlegorm


Das bekannteste Wrack des Roten Meeres ist die Thistlegorm. Es liegt auf offener See und wird meist auf einer mehrtägigen Safari angefahren. Der 126 Meter lange britische Transporter wurde 1941 von einem deutschen Bomber versenkt. Heute steht das Wrack in etwa 30 Meter Tiefe auf dem Meeresgrund. Die Ladung, Rüstungsgegenstände für die Alliierten im zweiten Weltkrieg, versank ebenfalls in der Tiefe.


Auch wir fahren zum Wrack hinaus und unternehmen mehrere Tauchgänge. Zu Anfang erforschen wir die Aufbauten des Schiffs. Der Tauchgang führt gegen die Strömung vom Bug zum Heck. Alles steht noch auf seinem Platz. Fast glauben wir, die Zeit hier unten sei nach dem Untergang einfach stehen geblieben. Während im vorderen Bereich ein Schlepptorpedo, ein Eisenbahnwaggon und die gut erhaltenen Aufbauten die Attraktion sind, lockt am Heck die Schiffsschraube. Sie sollte nur angetaucht werden, wenn man über genügend Luftreserven verfügt. Immerhin liegt sie in großer Tiefe und von hier aus muss man noch zurück zum Tauchboot.


Bei einem weiteren Tauchgang erforschen wir die Ladräume. Als wir die Tauchlampen einschalten glauben wir zu träumen. Die Räume sind ausgefüllt mit Lastwagen, Jeeps und Motorrädern. Alles steht noch so da wie bei der Verladung. Allerdings haben etliche Taucher eine Lampe, ein Lenkrad oder einen der zahlreichen Armeestiefel. Die ebenfalls zur Ladung gehörten, als Souvenir mitgenommen. So setzen die Taucher dem Schiff fast mehr zu als das Salzwasser in über 60 Jahren.

Wer an der Thistlegorm taucht, sollte über einiges an Erfahrung verfügen. Strömung, oftmals schlechte Sicht und die Enge in den Laderäumen erfordern besondere Vorsicht.



Ras Muhammad

Ein weiterer berühmter Tauchplatz sind die Riffe vor dem Felsen Ras Muhammad an Sinai. Sie sind vor einigen Jahren zum Unterwassernationalpark erklärt worden. So braucht man eine spezielle Genehmigung, um hier zu tauchen. Man darf in der Tiefe nichts anfassen, ankern ist strikt verboten.


Die Unterwasserwelt ist äußerst reichhaltig. Zu der wunderschönen Korallenwelt kommt ein großer Fischreichtum. Der beliebteste Tauchplatz sind zwei etwa 40 Meter auseinander liegende Korallentürme. Hier sieht man oft gigantische Fischschwärme, große Napoleonfische, Schildkröten und manchmal auch Haie.


Auch am Ras Muhammad sollte man nach Möglichkeit mehrere Tauchgänge durchführen. Denn zur schönen Natur kommt meist eine sehr gute Sicht, da das Wasser kristallklar ist.


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