Reisebericht

Äolische Inseln: Lipari

Die Äolischen Inseln liegen rund 40 Kilometer vor der Nordküste Siziliens. Oft werden sie auch nach der Hauptinsel Lipari als Liparische Inseln bezeichnet. Insgesamt besteht der Archipel aus sieben kleinen Inseln vulkanischen Ursprungs, die alle ihr eigenes Gesicht haben. Geologisch gehören sie zu einer Kette von Vulkanen, die sich vom Vesuv auf dem italienischen Festland bis zum Ätna auf Sizilien zieht. Erdgeschichtlich sind die Äolen wahre Säuglinge: Vor 360000 bis 160.000 Jahren entstanden zunächst Lipari, Salina, Panarea, Filicudi und Alicudi. Vor ca. 100.000 Jahren folgten dann Stromboli und noch später Vulcano. Auf den beiden jüngsten Inseln sind die Vulkane noch aktiv.

In der Hauptsaison gibt es täglich mehrere Schiffsverbindungen mit schnellen Tragflügelbooten. Am Anleger warten Zimmervermieter und Pensionsbesitzer, die uns eine relativ preisgünstige Herberge anbieten. Auf den engen Straßen knattern zahllose Vespas, Autos bahnen sich hupend einen Weg durch die Menge. Andenkenläden, Bekleidungs- und Sportgeschäfte sowie jede Menge Restaurants versuchen, die Kunden in ihre Räumlichkeiten zu locken. Hier ist unübersehbar, dass der Fremdenverkehr die Haupteinnahmequelle der Inseln ist.



Das Wahrzeichen Liparis ist der Burgberg, der schon im Altertum besiedelt war. Die Griechen errichteten hier eine Stadtburg, die von den Römern und den Normannen weiter ausgebaut wurde. Auf dem Gelände findet man Ausgrabungsstätten und mehrere Kirchen. Zudem ist in den Gebäuden eines der bedeutendsten archäologischen Museen Italiens untergebracht.





Bei der Inselrundfahrt bietet sich ein Abstecher zu den Thermen von San Calogero an. Sie werden auf Lipari als älteste Sauna der Welt gepriesen. Tatsächlich haben Archäologen herausgefunden, dass sie bereits im zweiten Jahrtausend vor Christus genutzt wurde. Die Anlage ist deshalb ein archäologisches Juwel, das nach dem Modell der mykenischen Königsgräber errichtet wurde.

Als Geheimtipp gilt der "Belvedere Quattrocchi", ein Aussichtspunkt in der Nähe der Thermen. Von hier aus bietet sich in den Abendstunden ein wunderschöner Ausblick auf die Nachbarinsel Vulcano. Ist die Luft klar, kann man in der Ferne sogar den Ätna auf Sizilien erkennen.

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