Reiseberichte

Kenya - Masai Mara - Mount Kenya - Im Dorf der Massai

Die Anfahrt von Nairobi in einem kleinen Bus bis an die Pforten des Nationalparks der Masai Mara dauert etwa 4 ½ Stunden.

Unsere Lodge ist betont bescheiden, man wohnt in bequemen, wohnzimmergroßen Zelten. Sie sind denen der alten englischen Großwildjäger nachgebaut. Uns trennt nur noch ein dünnes Fliegengitter von den Gerüchen und Geräuschen der tropischen Nacht. Die nächtlichen Jäger in der Luft und am Boden sind zu hören, in der Ferne das typische bellende Jaulen der Hyänen. Dann rascheln ein paar Gazellen dicht am Zelt vorbei. Einige Affen balgen sich in den Ästen der benachbarten Bäume, toben über die Firststangen des Zeltes und verschwinden kreischend im Unterholz.


Immer wieder faszinieren uns die Elefanten, bei denen die Elefantenkühe sich jedesmal schützend zwischen das Fahrzeug und ihre Jungen stellen, selbst wenn wir respektvoll in der Ferne stehen bleiben.

Etwas weiter in der Savanne grasen mehrere Büffel. Vor diesen Tieren haben unsere Fahrer und Führer den meisten Respekt, weil besonders die älteren Einzelgänger ohne Warnung angreifen können. Im Fahrzeug läuft der Motor weiter, um möglichst sofort starten zu können, wenn uns ein Tier völlig unvermittelt attackiert.

Plötzlich knarrt und krächzt es im Funkgerät unseres Fahrzeugs. Unser Führer wendet, er hat einen wichtigen Hinweis bekommen: Wir sehen in der Ferne einen ganzen Pulk von Fahrzeugen. Im Zentrum räkeln sich mehrere Löwen. Sie sind träge, satt und gelangweilt. Die Fahrzeuge scheinen sie nicht zu stören. Für unsere Portraitaufnahmen sind zwischen dem Objektiv der Kamera und den Tieren nur wenige Meter Abstand.


Mount Kenya

Er ist das Nationalheiligtum und der höchste Berg Kenyas. Und er ist bei schönem Wetter schon lange zu sehen mit seiner Spitze.

6 Stunden Aufstieg, erst Tropenwald und Bambusbüsche, freche Affen und Hitze, dann Krüppelkiefern, Grasbüschel und Sumpf. Wolken und Schneeregen und endlich die Mc Kinders Hütte.

Hier oben ist es kalt, wir schlafen in einem riesigen Saal, sind die einzigen Besucher.
Beim Abschied zeigt sich uns der schneebedeckte Gipfel im Sonnenlicht.


Im Dorf der Massai

Es ist, als wäre die Zeit vor vielen hundert Jahren stehen geblieben: der Besuch im Dorf der Massai. Ein Kral, von undurchdringlicher Dornenhecke umgeben, winzige Lehmhütten ohne Licht und Wasser, Dreck, Fliegen, Armut.

Wir zahlen „Eintritt“, das Geld wird für eine kleine Schule etwas abseits benötigt, sagt man uns.

Der Dorfälteste berichtet, daß sie von ihren Rinderherden leben.

Die Dorfbewohner verdienen sich etwas Geld durch Handarbeiten, die sie uns verkaufen, die Kinder oder Männer bewachen die Herden.


Gipfel der Dekadenz

Wir werden die Serena Mountain Lodge besuchen. Die Einfahrt ist von flammend roter Bougainville umrahmt. Durch einen tunnelartigen Gang von dichtem Buschwerk gelangen wir in das Gebäude, das sehr an ein Baumhaus erinnert. Auf Betonstelzen schwebt es hoch über dem Boden.

Es ist nahezu ausschließlich aus Holz gebaut und mit rohen, grünen Brettern verkleidet, sodaß es sich der umgebenden Natur perfekt eingliedert. Das Halbrund des Gebäudes öffnet sich zu einem großen See mit einer kleinen Insel. Die umgebende Wiese geht zunächst in ein Gebüsch und etwas weiter in den dichten Urwald über.

Alle Zimmer gehen auf dieses Szenario hinaus, sodaß man ähnlich wie in einem Breitwandfilm die Tiere aus dem Wald hervorbrechen sieht. Die Büffel kommen ohne viel Federlesens. Eine Elefantenherde nähert sich gemächlich und kommt langsam über die Wiese angestampft, um im See zu baden. Dann ist da ein Rudel Hyänen.

Es ist eine bunte und aufregende Dramaturgie, die sich da vor unseren Augen abspielt. Wenn etwa selbst ein Elefant respektvoll einen großen Bogen um einen älteren gewaltigen Wasserbüffel macht, der wild mit seinen Hufen scharrt, wild schnaubt und drohend sein Haupt mit den beängstigend massigen und spitzen Hörnern schüttelt.

Ist eine Steigerung dieses luxuriösen Naturspektakels noch möglich? Natürlich! Und zwar nach dem Dinner. Das nimmt man etwa in Höhe der Baumwipfel ein. Der Raum ist kanzelartig in den Urwald gebaut, sodaß man die Affen, meist Paviane („baboons“) im Geäst herumtoben sehen kann.

Uns nähert sich sehr vornehm und diskret ein Ranger. Er geht durch den ganzen Saal, bleibt an jedem Tisch stehen und legt allen Gästen eine Liste vor. Diese enthält die meisten der sehenswerten Tiere der Region. Man trägt nun seine Zimmernummer ein und macht die Tiere mit einem Kreuz kenntlich, die man in der Nacht zu sehen wünscht. Wenn sie bei der Tränke erscheinen, wird man geweckt!

In unserem Führer steht an dieser Stelle: „Dies ist der Gipfel der Dekadenz in diesem spektakulären Haus“. Ich kann das nur unterstreichen. Aber ich leugne nicht, daß es ein faszinierendes Erlebnis ist, wenn man schier von seinem Bett aus schräg unter sich das nächtliche Treiben beobachten kann, ein ununterbrochenes Kommen und Gehen, ein schier endloser Marsch der Tiere zur Tränke, der mich an die mittelalterlichen Darstellungen des Zuges der Tiere in die Arche Noah erinnert.

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