Reisebericht

Ile´de Porquerolles

in der Renaissance auch „goldene Inseln“ genannt, ist sie mit 15 qkm die größte der Inselgruppe Iles de Hyère. Autofrei bietet sie mit ihren Pinienwäldern eine üppige mediterrane Vegetation. Leider in der Hauptsaison beliebtes Ausflugziel der Franzosen. Unzählige Schnellfähren karren die Touristen im 2-Stunden-Rhytmus vom Festland herüber.

Die Hyèrischen Inseln Levant, Port-Gros und Porquerolles vor der Südküste der Provence gehören zu den ursprünglichsten Regionen in Frankreichs Süden. Die autofreie Insel sollte man jedoch in der Hauptreisezeit meiden, da dann Tausende von "Naturfreuden" auf die Insel übersetzen um diese per Pedes oder Leihrad zu erkunden.

Man setzt sich also in der Vor- oder Nachsaison zu einem Apéritif in eines der Cafés am großen Kirch- (und Boule-)platz oder trinkt gleich eine Flasche des köstlichen und interessanten Rosé de Provence von der "Domaine de l´Ile", der auf den Weinbergen der (bretonischen) Familie Le Ber gedeiht. Er schmeckt wie durchweht von einer Meeresbrise, die tatsächlich ein jodiges Aroma hinterlassen hat. Er paßt am besten zu den kräftigen Fischgerichten des Mittelmeeres, wie sie Jean-Louis Vosgien in den einsamen, inmitten von Wäldern und herrlich an einer geschützten Bucht gelegenen Räumlichkeiten des "Mas du Langustier" serviert.

Der gebürtige elsässer Patron hat übrigens die asiatische Küche entdeckt und verwirklicht hier einen Inseltraum: Unter der Sonne und im Wind des Mittelmeeres eine Idylle auf bretonisch-elsässischer Basis mit euro-asiatischem Touch.

Ile de Porquerolles

Porquerolles

Ein schöner kleiner Hafen, eine felsige Spitze, die in's Meer hinein ragt, mit Pinien bedeckt, einige weisse und rosafarbene Häuser zwischen Palmen und Mimosen, das ist Porquerolles; erreichbar mit Schnellbooten, die regelmässig auch zu den Nachbarinseln Port-Cros und Le Levant fahren. Den kürzesten Weg hierher nimmt man von der Spitze der Halbinsel von Giens aus, über die "Tour Fondue". Auch von Bormes und Le Lavandou aus verkehren regelmässig Schiffe. Ein grosser Platz mit Eukalyptusbäumen, eine einfache Kirche und einige Fischerhäuser bilden das Dorf der Insel.
Es wurde vor 150 Jahren um das Fort Sainte Agathe herumgebaut und liegt an einer kleinen Reede, die im Norden vom Strand von "Courtade" umsäumt wird. Hier fanden die Familien der Soldaten, die früher einmal hier stationiert waren, Unterkunft.
Die Insel beherbergte lange Zeit ein Sanitätszentrum des Militärs. Die Verwundeten der Kriege von "Crimé" und des Feldzuges nach Madagaskar wurden hier zur Genesung aufgenommen. Der wunderschöne Kreuzgang in der Kirche "Sainte Anne" ist versehen mit 14 hangeschnitzten Nussbaumholztafeln, die im Jahre 1868 von einem Soldaten eines afrikanischen Bataillons angefertigt worden sind. Andere mehr oder weniger zerfallene Festungswerke zeugen von einer langen militärischen Besetzung der Inseln. Die älteste Festung, "L'Alicastre", wurde unter der Herrschaft Richelieus gebaut. Einer Legende nach, stammt deren Namen von einem Ungeheuer (Lycastre), das von einem mysteriösen Ritter besiegt wurde. Von 1848 bis 1852 war diese Festung ein Gefängnis. Es wird behauptet, dass die "Eiserne Maske" dort gefangen gehalten wurde, bis man den Gefangenen auf die Insel Sainte Marguerite brachte. Während der Eroberung Algeriens wurden viele arabische Gefangene in diese Festung deportiert.
Als grösste der Goldenen Inseln (7,5 km lang und 2 km breit), verfügt sie über eine ca. 25 km Küste, die bis 1971 bedroht war, warlos bebaut zu werden, was rechtzeitig verhindert werden konnte. Ohne den status eines Naturparks zu besitzen, steht sie heute unter Naturschutz. Wie auch auf den Nachbarinseln sind Kraftfahrzeuge für die Öffentlichkeit verboten. Man muss also zu Fuss oder mit dem Fahrrad diese malerische Insel erkunden.
Der klassische Spaziergang führt mitten durch die Insel in Richtung Süden, bis hin zu einem Leutchturm (96 m hoch). Vom höchsten Punkt aus geniesst man ein herrliches Panorama. Man schaut auf die Inseln, die Hügel von "Langoustier", die Festung Sainte Agathe und am Horizont erkennt man den Gebirgszug der Maures, mit seinen ockerfarbenen Felswänden, die bis in's Meer abfallen. Es führt keine Strasse über die Insel, jedoch gelangt man über kleine Pfade zu den vielen kleinen Buchten, den Felsvorsprüngen der Kaps von „Mèdes", von „Grand Langoustier" und „Alicastre". Etwas beschwerlicher ist der Weg zu einem Aussichtsturm, aber wenn man erst einmal dort ist, wird man für die Mühe entschädigt, weil man von dort aus eine herrliche Aussicht auf die ruhig daliegende Insel, mit ihren Wäldern und Weinbergen hat. Hier und da entdeckt man auch Orangen-, Citronen- und Mandarinenplantagen. Auch um dieses Eiland herum, bietet die Unterwasserwelt für Taucher, zwischen Korallen und verschiedenen Schwammarten, interessante Plätzchen für Tauchgänge.

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