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"Geschichtsrevision" ist Pflicht

"Geschichtsrevisionist", bevorzugt "Deutscher Geschichtsrevisionist" ist im  Vereinigten Heiligen Wirtschaftsreich  ein mit einem Vorwurf verbundenes Schmähwort.

"Re-vision" gibt es im Rechtswesen, in der Wirtschaft, in der Biologie, im Bibliothekswesen, in der Technik und in vielen weiteren Bereichen. Lediglich im Bereich der Geschichte gibt es keine Revision, sondern nur einen negativ konnotierten "Revision-ismus".

"Re-vision" heißt "nochmals nachschauen", "wieder überprüfen", "erneut und genau hinsehen" etc. und ist daher als grundsätzlich positiv zu bewerten. (Forschungs-)Ergebnisse, Daten und Entscheidungen können falsch oder nicht vollständig sein. Wenn etwas nicht falsch sein und daher grundsätzlich nicht infrage gestellt werden kann oder darf, nennt man das ein Dogma. Ein Dogma ist etwas "endgültig Festgestelltes" und Unantastbares. Irrtümer sind daher für alle Zeiten weder erlaubt noch vorgesehen. Aus diesem Grund wurden visionäre "Re-visionisten" vergangener Zeiten auch gerne mal "verdampft" oder um die Länge ihres  Hauptes reduziert, wenn sie aufgrund von z.Bsp. Folter ihre "Visionen" nicht nochmals überdenken wollten.

Diese Tatsache schwingt noch ein wenig in dem Begriff "Revisionismus" mit. Denn einmal Festgestelltes in der Geschichte zu bezweifeln oder kritisch zu betrachten, ist nicht im Sinne der "herr-schenden" Geschichtsschreibung. Die beauftragten Historiker werden gewissermaßen Göttern gleichgestellt, die nicht und niemals irren können. Dabei wurde schon häufig beim Vergleich mit ausländischer Geschichtsschreibung (zum Beispiel der tschechischen) Abweichendes festgestellt.

Geschichte bestimmt aber unsere Gegenwart und unser Selbstverständnis und -bild. Dies gelegentlich zu überprüfen,kann und darf nichts Schlechtes sein. Im Gegenteil: Es ist sogar Pflicht im Sinne unserer Nachkommen!

Wie sagte einmal Andreas Popp so treffend:

"Ich will die Deutschen nicht reinwaschen, ich will den Dreck nur etwas gleichmäßiger verteilen!"