PecuniaOlet

Moral oder Größe?

"Handle so, dass...", "Sei!", "Werde!", "Du sollst...!"

Von Geburt an wird unser Wille hinsichtlich seiner natürlichen Richtung vergewaltigt und gebrochen.

Ob von Kirche oder anderen Religionsgemeinschaften, ob vom Staat, von den Eltern oder von einem Gott selbst: Immer heißt es: Du sollst! Ja warum denn? - "Ja, wo kämen wir denn hin, wenn dem nicht so wäre?" - Eben da, wo wir sind.

Vom Geiste ge-setzte Regeln, die niedergeschrieben zu religiösen, moralischen, schließlich staatlichen Ge-setzen wurden, gibt es noch nicht so lange. Die längste Zeit der Menschheit gab es sie nicht.

Du sollst Gott lieben! Du sollst Deinen "Nächsten" lieben. Du sollst nicht klauen! Du sollst die Frau Deines "Nächsten" nicht begehren (von Mann steht nirgendwo was). Du sollst diese und jenes und überhaupt......sollst Du die Schnauze halten, wenn Du nicht gefragt wirst. Und Du sollst "tolerant" sein, also etwas ertragen. Du sollst auch Deine Feinde lieben, und wenn sie Dich schlagen, sollst Du die andere Wange hinhalten. Du sollst "Flüchtlinge" versorgen, weil die Göttin das so will, Du sollst unter Umständen dafür auch Deine Wohnung oder Dein Haus räumen - und auch dabei hast Du gefälligst die Schnauze zu halten, sonst bist Du Pack oder ein radikales Schwein. Mindestens aber dumm oder "dumpf"(wie sie so gerne sagen).

Moral lässt sich nicht befehlen.Sie macht auch keine besseren Menschen. Das Gegenteil ist der Fall. So richtig böse wurde die Menschheit erst, seit es Moralvorstellungen und niedergeschriebene Gesetze gibt. Zuerst gab es gut und schlecht. Dann gut und böse. Vormals gab es den Frevel. Später die Sünde. Sind beispielsweise etwa die Khoisan ("Buschleute") böse Menschen, die begierig übereinander herfallen, sich vergewaltigen, ausrauben und sich gegenseitig abschlachten, ob aktuell, oder vor 10 000 Jahren, weil es dort keine Gesetze in unserem Sinne gab? Nee. die waren im Gegensatz zu den sogenannten "Christen" oder"Muslimen" oder (politisch inkorrekt) schon immer friedliche Leute, auch wenn das Leben dort sicherlich nicht gänzlich ohne Streitigkeiten und gelegentliche Gewalt ablief. Aber was ist das im Vergleich zu uns?

Sind die beeindruckenden Verhaltensweisen mancher "Gentlemen" unserer Zivilisation aus Gesetzen der Moral hervorgegangen?

Wie etwa das "ritterliche" Verhalten des Playboys, Unternehmers und damals zu den reichsten Männern der USA zählenden Benjamin Guggenheim, der in seinen besten Mannesjahren seinen besten Anzug anlegte, um mit der Titanic unterzugehen, weil er den Gedanken nicht ertragen konnte, dass er einer Frau, einem Kind oder einer Person niedrigeren gesellschaftlichen Ranges den begrenzten Platz in einem der Rettungsboote wegnehmen sollte. Er empfand dies als Frevel - mit Sicherheit nicht als Sünde!

So hat er nicht gehandelt, weil in der Bibel stand: "Du sollst!" oder weil ein Immanuel Kant den Kategorischen Imperativ formulierte. So handelte kein Gauck und kein Merkel aus "Menschenliebe". 

Ich empfehle zu dem Thema Nietzsche im Allgemeinen, Nietzsches "Genealogie der Moral" im Besonderen, und natürlich Ludwig Klages "Der Geist als Widersacher der Seele." Die empfehle ich überhaupt als "Entlarvungsanweisungen" aller gesellschaftlichen Heuchelei.

Die einzige Größe, über die Merkel verfügt, ist der Geldbeutel der Bürger.

Helau!