Manifest: Solarenergie


Es ist natürlich naheliegend, die Energie der Sonne weitestgehend zu nutzen, die Frage ist nur wie und wo ?

Gegen die Gewinnung von warmem Wasser mit Hilfe von Solarkollektoren kann absolut nichts gesagt werden, denn warmes Wasser kann man speichern und zu jeder Tageszeit nutzen. Da muss nur jeder, der eine Solarkollektorenanlage einrichten will prüfen, ob sich die Investition für ihn auch lohnt, denn Vergütungen gibt es für diese Einrichtungen von staatlicher Seite nicht.

Auch gegen den Bau von Photovoltaikanlagen (PVA) für Inselsituationen kann nichts gesagt werden. Das heißt, jeder Haushalt kann z.B. mit Hilfe der Photovoltaik Strom in einem Akku speichern und nachts den Garten oder einen Raum beleuchten. Oder bei öffentlichen Einrichtungen können mit Hilfe verhältnismäßig kleiner gespeicherter Strommengen verschiedene Aggregate, wie z.B. Beleuchtungskörper für Hinweisschilder usw. betrieben werden.

Für menschliche Siedlungen in entlegenen Gebieten, wie z.B. in Asien oder Afrika, wo das nächste Stromkabel eines Kraftwerks viele hundert Kilometer entfernt ist, können PVA den Menschen das Leben in vielen Bereichen erleichtern. Bielleicht beim Betrieb von Elektromotoren zum Wasserpumpen oder zum Kochen. Auch bei medizinischen Stationen wäre elektrischer Strom sehr hilfreich. Die zuständigen Staaten müssten allerdings diese aufwändigen Einrichtungen für die Menschen, die in entlegenen Gebieten leben, aus öffentlichen Mitteln finanzieren.

Wie sind aber PVA, die den elektrischen Strom in das öffentliche Netz einspeisen, in Deutschland zu beurteilen, das mit Strom aus konventionellen Kraftwerken bestens versorgt ist ?

Dazu muss man zunächst einmal wissen, dass die Sonne bei uns von 8.760 Stunden, die das Jahr hat, nur an 1.600 Stunden scheint. Für die Gewinnung von elektrischem Strom sind jedoch nur 800 Stunden effektiv, denn meistens ist bei uns der Himmel mehr oder weniger mit Wolken bedeckt. Und so kann man von einer installierten Leistung von einem Kilowatt (kW) im Jahr nur 800 Kilowattstunden (kWh) gewinnen, so genannte Voll-Laststunden. Das heißt aber, dass im Jahresdurchschnitt nur 2,2 Stunden pro Tag elektrischer Strom aus PVA gewonnen werden kann. In den übrigen 21,8 Stunden muss die Stromversorgung durch die konventionellen Kraftwerke erfolgen. An diesen Tatsachen wird sich nichts ändern, so lange sich die Erde dreht.

Nach dem unsozialen Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) vom 21.07.2004 § 11 wird Strom aus solarer Strahlungsenergie je nach installierter Leistung mit 54 bis 57,4 Cent pro kWh vergütet. Das heißt, die Betreiber von PVA erhalten pro kWh fast zwanzig mal so viel vergütet, wie die Betreiber von Kohle- und Kernkraftwerken. Bezahlen müssen diese Mehrkosten natürlich die Endverbraucher. Diese hohe Vergütung soll natürlich ein Anreiz sein, mehr PVA zu installieren. Aber kann man sich denn vorstellen, was passiert, wenn alle deutschen Hausbesitzer letztendlich eine PVA auf dem Dach haben und auch alle öffentlichen Gebäude damit ausgestattet sind ? Der totale Strompreiskollaps wäre doch wohl die Folge ! Zwar wird im § 11 Abs. 5 eine jährliche Senkung der Vergütung von 6,5% ab dem 01.01.2006 geregelt, aber was bedeutet das ? In 5 Jahren wird die Vergütung noch ca. 41 ct/kWh betragen, in 10 Jahren 29 ct/kWh, in 20 Jahren noch 10 ct/kWh und erst in etwa 30 Jahren wird die Vergütung für Solarstrom bei rund 3 ct/kWh angekommen sein und der Vergütung entsprechen, die konventionelle Kraftwerke für ihren Strom bekommen. Allerdings wird die Investition in PVA für die Einspeisung von Strom in das Netz schon viel früher ein Ende haben, denn die spezifischen Investitionskosten (Euro/kW) sind bei PVA nahezu viermal so hoch wie z.B. bei einem Braunkohlekraftwerk. Als Beispiel sei hier die bislang größte PVA in Europa genannt, die in Espenheim/Sachsen errichtet wurde. Die spezifischen Investitionskosten betrugen hier 4.400 Euro/kWh. In Sichtweite dieser PVA befindet sich das Braunkohlekraftwerk Lippendorf; die spezifischen Investitionskosten betrugen dort etwa 1.123 Euro/kWh, also nur rund einviertel der Investitionskosten der größten PVA Europas.

Die Prognose kann also gemacht werden, dass PVA in Deutschland nur eine Zukunft haben können, wenn die Bundesregierung auch die Investitionskosten für PVA stark subventionieren sollte. Das Geld müssten natürlich die deutschen Steuerzahler aufbringen.