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Kriegshetze als Form der Ausrede

Überzeugungen werden selten aus rationaler Vernunft, sondern aus erlebtem, aus vertrautem und aus Selbstnutz geboren. Überzeugungen sind die Mutter all dessen, was passiert. Ein Nachweis darüber braucht im Grunde keine Studie, auch wenn es hierzu zahlreiche  gibt. Jeder kann das bei sich selbst oder im näheren Umfeld prüfen. Wenn niemand hinter einer Sache steht, dann wird diese nie erfolgreich sein. Da nützt nicht einmal ein großer Plan oder sehr viel Geld.

Auch bei der Vermittlung der eigenen Überzeugung greifen diese Punkte. Erst erlebtes oder gesehenes (ersetzt zunehmend erlebtes), vertrauend (wobei die sublimentalen Botschaften ebenso wichtig sind, die nur sehr gute Schauspieler oder Überzeugte liefern) und der Vorteil oder Nachteil für die eigene Person (der von Angst vorm Heil geliebter Mitmenschen bis zum monetären Vorteil reicht ) bilden die Merkmale einer funktionierenden Schnittstelle für Überzeugung.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts formulierte man das gezielte Weitergeben von Überzeugungen so: "Das ist das Geheimnis der Propaganda; den, den die Propaganda fassen will, ganz mit den Ideen der Propaganda zu durchtränken, ohne dass er überhaupt merkt, dass er durchtränkt wird."

Wir können in Deutschland davon ausgehen,  dass sehr viele Medienmacher bereits einer Überzeugung angehören. Anders ist die Vehementz bei der Kriegshetze nicht zu erklären. Es ist daher sehr schwer, allein mit Fakten zu bekehren. Und es ist sträflichst, nicht bekehren zu wollen. Denn wie dargelegt, wird jede Bezichtigung der Lüge Vertrauen verbannen, eigene Nachteile befürchten lassen und den Weg zur konkurrierenden Überzeugung in Gräben und Schluchten verwandeln. Gewinner ist der Quell der herrschenden Überzeugung.

Neben der Fehlersuche in den berichteten Fakten bedarf es auch an der Vermittlung einer konsistenten, glaubhaften und vorteilhaften alternativer Überzeugung. Man kann das auch anders formulieren.  Gegen etwas zu sein, ist ziemlich einfach, es scheitert aber immer wieder an klaren Fürs.

Zur Abgrenzung sei noch gesagt.  Ja, zur reinen Pflichterfüllung gibt es auch Soldaten,  Söldner, Auftragnehmer. Dort hilft nur Plan und Geld. Und kontrollieren muss man das dann auch noch. Diese drei Punkte hinterlassen aber genug Spuren, um solches Wirken als Werkzeug zu enttarnen. Und solches Wirken gewinnt auch keine neue Überzeugung.

Es besteht also Verwechslungsgefahr im Überzeugungswettbewerb. Gewonnen hat am Ende jener mit den meisten Überzeugten. Das ist gerade in Rängen mit guter wirtschaftlicher Unterfütterung  wichtig, denn abseits einiger giererlegener finden sich gerade dort zahlreiche Nichtwerkzeuge.  Die muss man erstmal überzeugen!

Ich bin überzeugt,  dass der ÖR und seine Macher vom besseren überzeugt werden können.  Punkt.

Kriegshetze kann nämlich auch als Ausrede verstanden. werden,  wenn man der eigenen Überzeugung nicht mehr Substanz nachliefern kann. Es bröckelt also schon.