‚Wirtschaftsjournalistin des Jahres‘ des Plagiats überführt

Das grüne Kleid hochgeschlossen, darüber keine Kette, nur ein schwarzer Blazer, das Haar streng gescheitelt und nach hinten zusammengebunden.


So stand Reporterin Melanie Bergermann aus der Frankfurter Redaktion der WirtschaftsWoche (Verlag Handelsblatt GmbH aus Düsseldorf) am 18. März 2014 auf der Bühne der Alten Oper in Frankfurt am Main und nahm an diesem Galaabend vom Herausgeber des österreichischen Medienmagazins Wirtschaftsjournalist, Johann Oberauer, die Ernennungsurkunde zur"Wirtschaftsjournalistin 2013" entgegen.

Man könnte meinen, unter der biederen Fassade dieser Medienfrau stecke eine ehrliche Haut. Leider ist das Gegenteil der Fall. Melanie Bergermann ist nicht besser als Plagiats-Doktor Ex-Verteidigungsministers Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg (CSU). Auch Melanie Bergermann hat einfach ohne Quellenangaben geklaut.

Zu Guttenberg trat aus Scham und Anstand am 1. März 2011 zurück. Melanie Bergermann dagegen ließ sich feiern, zierte sogar die Titelseite des Magazins Wirtschaftsjournalist (Verlagssitz Eugendorf bei Salzburg, Deutschlandsitz Freilassing in Bayern).

In der Begründung heißt es auszugsweise (Fettung durch die Redaktion):

Zitat:


Mit ihrer Recherche über die Machenschaffen der S&K Immobiliengruppe gelang [...] eine exklusive Enthüllung.

[...]

Damit kam Bergermann sogar der Staatsanwaltschaft zuvor.



Melanie Bergermann ließ sich dafür gleich mehrfach feiern.

Die sensationellen Enthüllungen und Recherchen zu dubiosen Geschäften der S&K Unternehmensgruppe, mit denen Melanie Bergermann Anfang 2013 aufwartete, brachten ihr zuvor schon den "Georg von Holtzbrinck"-Preis für Wirtschaftspublizistik ein.

Doch die Hintergründe ihrer heldenhaften Geschichte wanken bedrohlich.

Da GoMoPa.net für Melanie Bergermann "ein Finanzportal mit zweifelhaftem Ruf" ist, ist die Zeit gekommen, doch einmal zu hinterfragen: Woher hat Melanie Bergermann die Informationen, die ihr die Preise ermöglichten? Die Antwort führt direkt zu GoMoPa.net.

Januar 2013.

ConventDie Wirtschaftswoche titelte am 28. Januar 2013 mit einer sagenhaften Geschichte zu dubiosen Machenschaften am Grauen Kapitalmarkt. Im Zentrum der Story: die berüchtigte S&K Unternehmensgruppe der inzwischen inhaftierten Stephan Schäfer und Jonas Köller.

Unmittelbar an den Bericht schließen sich spektakuläreHausdurchsuchungen und die Festnahme zahlreicher Beschuldigter an. Es folgen Fernsehinterviews mit der Enthüllungsjournalistin Melanie Bergermann, in den Monaten darauf erhält sie begehrte Journalistenpreise.

Eine engagierte Journalistin, so sollte man meinen. Sie habe intensiv mehrere Monate die Story recherchiert, sei verfolgt und bedroht worden. Doch ihr heldenhaftes Engagement mit sensationellen Enthüllungen verliert an Glaubwürdigkeit.

Vielmehr steht im Raum, dass sie ihre sagenhafte Geschichte schlicht abgeschrieben hat.

März 2010

Schon als die Deutsche S&K Sachwert AG Anfang 2010 mit folgenden Sätzen auf Kundenfang ging "In den letzten drei Jahren haben wir entsprechende Immobilienkäufe aus Zwangsversteigerungen und Verwertungen im Wert von über 150 Millionen Euro getätigt", veröffentlichte GoMoPa.net am 5. März 2010 unter der Überschrift "S&K Sachwert AG - Finger weg!" den warnenden Satz eines Finanzkaufmannes: "Das heißt wieder einmal noch lange nicht, dass diese Immobilientransaktionen auch werthaltig und rentabel sind oder waren."

Das hochriskante Aufkaufmodell von Lebensversicherungen mit gestundeter Auszahlung des Kaufpreises durch die S&K geißelte der Finanzfachmann im GoMoPa.net-Diskussionsforum schließlich mit der Frage: "Leihen Sie dem Bettler auf der Straße 20.000 Euro, wenn er Ihnen eine Rendite von 15 Prozent pro Jahr verspricht und Ihnen das Geld in Raten über 8 Jahre zurückbezahlt?"

Nichts anderes verlangte die S&K von den Anlegern, die nach der Finanzkrise 2008 sichere Anlagen suchten.

GoMoPa.net blieb trotz zahlloser Unterlassungs-E-Mails der S&K an GoMoPa.net-CEO Klaus Maurischat standhaft.

Juli 2011:

GoMoPa.net veröffentlichte in einer Pressemeldung vom 7. Juni 2011 erstmals widersprüchliche Aussagen des Unternehmens.

In der Folge werden zahlreiche Interna veröffentlicht und hinterfragt.

Juni 2012:

GoMoPa.net veröffentlichte am 6. Juni 2012 einen Bericht zu ersten Hausdurchsuchungen im S&K-Umfeld.

Juli 2012

ConventGoMoPa.net veröffentlichte am 31. Juli 2012 erste Enthüllungen zum protzigen Lebenswandel der S&K Gründer Schäfer und Köller nebst detaillierter Widersprüche der angeblich lukrativen Geschäfte sowie staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen. Das über ein halbes Jahr später von WirtschaftsWoche als Titelbild verwendete Foto wurde hier bereits veröffentlicht.

August 2012:

GoMoPa.net veröffentlicht mehrere Berichte zu undurchsichtigen Immobiliengeschäften der S&K Unternehmensgruppe.

GoMoPa.net schrieb am 3. August 2012 über fragwürdigeImmobilieninvestments der S&K.

GoMoPa.net ließ auch einen Kronzeugen für das mutmaßliche Schneeballsystem, den Ex-Vertriebsleiter Petro Demos (49), am 6. August 2012 zu Wort kommen.

Hierbei wurde auch das Hotel Gerbermühle benannt, welches über ein halbes Jahr später eine "sensationelle Exklusivmeldung" der Wirtschaftswoche ist. Ebenso wird der Vorwurf des Schneeballsystems aufgegriffen und belegt.

In gesonderten Berichterstattungen wie etwa am 10. August 2012 wird ebenfalls das Modell des Ankaufs von Lebensversicherungen durch das Schwesterunternehmen Asset-Trust hinterfragt. Fotos und Berichte von ausschweifenden exzessiven Parties sind ebenfalls darunter.

ConventSeptember 2012:

GoMoPa.net Präsident Klaus Maurischat wurde am 25. September 2012 brutal auf offener Straße zusammengeschlagen. Die Ermittlungen gehen in Richtung des Frankfurter Umfeldes der S&K.

Befassen wir uns mit dem Artikel "Finger weg! Wo Sie besser nicht investieren sollten", mit dem die WirtschaftsWoche kurz vor Verhaftung der S&K Gründer titelte, und in der Folge den Ruhm für die knapp 2 Wochen später durchgeführten Hausdurchsuchungen und Verhaftungen für sich in Anspruch nahm, so bekommt deren Selbstverständnis erhebliche Risse.

Denn nahezu sämtliche Inhalte wurden bereits über ein halbes Jahr zuvor vom Finanznachrichtendienst GoMoPa.net aufgedeckt und dem Markt mitgeteilt.

Jede Weiter-Veröffentlichung von Meldungen des Finanznachrichtendienstes GoMoPa.net durch Redaktionen ist frei, jedoch unter der Voraussetzung, dass GoMoPa.net als Quelle genannt wird. Im Falle der WirtschaftsWoche geschah dies an nicht einer einzigen Stelle.

Einzige "wirkliche" Neuigkeit in dem Artikel der WirtschaftsWoche:

WirtschaftsWoche ermittelte eindrucksvoll, dass ein Double von Chuck Norris auf einer Party zugegen war und ein Zebra zu selbem Anlass gemietet wurde. Ob ausgerechnet die Beauftragung einer Künstleragentur und eines Tiervermieters Grund für die anschließenden Hausdurchsuchungen waren, darf stark bezweifelt werden, und ebenso, dass im Zuge ihrer so umfangreichen Recherchen Melanie Bergermann die bereits seit Monaten im Internet verfügbaren Berichte von GoMoPa.net nicht bekannt gewesen seien.

Melanie Bergermann von Ehrgeiz zerfressen?

Ehemalige Kollegen beschreiben Melanie Bergermann als sehr von sich selbst eingenommen und von Ehrgeiz geradezu zerfressen. Eine Frau also, die mutmaßlich alles tue, um ihrer Arbeit und sich selbst Respekt zu verschaffen und Anerkennung zu erheischen.

Melanie Bergermann und ihre Bedrohungs-Geschichte

Passend zu den Hausdurchsuchungen bei S&K legte sich Melanie Bergermann eine weitere Story zurecht. Angeblich fühlte sie sich bereits während ihrer umfangreichen Recherchen gegen S&K schon massiv verfolgt, was sie aber schlauer Weise niemandem erzählt haben will.

Ausgerechnet unmittelbar zu den groß angelegten Hausdurchsuchungen (warum nicht vorher, bleibt wohl ihr Geheimnis) vertraute sie sich ihrem Chefredakteur Roland Tichy an, der umgehend und öffentlichkeitswirksam für Personenschutz sorgte.

Aus welchem Grunde dies erst zu dem Zeitpunkt geschah, zu dem die Verhaftungen erfolgten und keine Gefahr mehr gedroht haben dürfte, mag mit der Wahrnehmung in der Öffentlichkeit zu tun haben.

Die Geschichte der unerschrockenen Journalistin, die im Angesicht von Gefahr für Leib und Leben sensationelle Enthüllungen recherchierte (und diese bei GoMoPa.net abschrieb), lässt sich besser verkaufen als ein Zitieren eines anderen Mediums.

Ob es diese Gefahr überhaupt jemals gegeben hat, darf mehr denn je bezweifelt werden. Dass dagegen, von Chuck Norris und einem Zebra abgesehen, sämtliche Inhalte schon seit Monaten bekannt waren, kann man auch heute noch bei GoMoPa.net nachlesen.


ConventDie FNP Frankfurter Neue Presse titelte am 28. November 2013 anlässlich der ersten Preisverleihung an Melanie Bergermann "S&K Betrüger - Ein Preis und sein Preis".

In der Jury der Preiskommission saß zufälliger Weise kein Geringerer als Bergermanns eigener Chefredakteur Roland Tichy. Auch hier vermisst man jeglichen Hinweis auf GoMoPa.net.

Eine Tragik an den aufklärerischen Aktivitäten von GoMoPa.net scheint zu sein, dass diese jeder seriöse Wirtschaftsjournalist liest, aber kaum einer dieses zugibt. Stattdessen, wie auch in einer Ausgabe der WirtschaftsWoche, erntet der Frühwarndienst GoMoPa.net allerdings Bezeichnungen wie beispielhaft "ein Finanzportal von zweifelhaftem Ruf".

Für's Abschreiben preisverdächtiger Enthüllungen scheint die Qualität demnach gut genug zu sein, für das Eingestehen desselben offenbar nicht. Stattdessen wird man nicht müde, zu jeder passenden Gelegenheit gehässige Seitenhiebe zu verteilen.

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des Magazins
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auf dem Titelbild
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Melanie Bergermann
auf dem Titelbild
des Magazins
Wirtschaftsjournalist

Lassen wir noch einmal exemplarisch Bilder sprechen.

So (links) sieht die "mutige und engagierte", natürlich auch massiv bedrohte, Journalistin Melanie Bergermann aus, die Preise für investigative Recherchen erhält, die sie ohne Quellenangabe als Plagiat beim Finanzportal (mit zweifelhaftem Ruf) GoMoPa.net abschrieb.

[img src="http://gomopa.net/GMPCMS/attachment/GoMoPa.NET_20404622701573482428.png" border="0" alt="Convent" style="margin: 5px 15px; padding: 0px; float: right;">Anders hingegen (rechts) sieht der Präsident des Finanzportals (mit zweifelhaftem Ruf) GoMoPa.net aus, nachdem aufgrund der von seinem Portal recherchierten und von Melanie Bergermann abgeschriebenen Recherchen die Graumarktmafia zum Gegenschlag ausholte.

Dass Melanie Bergermann bei ihren angeblich umfangreichen Recherchen die Veröffentlichungen von GoMoPa.net übersehen haben könnte, ist mehr als zweifelhaft. Sich mit fremden Federn geschmückt und hierfür noch zwei begehrte Journalistenpreise eingeheimst zu haben, ist hingegen nicht unrealistisch.

Gut möglich, dass Klaus Maurischat auch bei einer weiteren Idee von ihr unfreiwillig Pate gestanden hat: bei der Argumentation einer massiven Bedrohung ihrer Person, die sie erst offenbarte, als die Drahtzieher von S&K bereits den Weg ins Gefängnis antraten und gar keine Gefahr mehr drohte. Nun denn...

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