Reisebericht

Alle Wege führen nach Rom

Warum in die Ferne schweifen-das Gute liegt doch
so nah: Einfach die Seele in der Toskana baumeln lassen. Doch letztendlich führen alle Wege nach Rom!

Immer wieder kommt es vor, dass wir zwischen unseren mehrwöchigen Fernreisen kleinere Kurzurlaube einlegen. Wer – so wie wir - vom Reisefieber derart infiziert wurde, nutzt jede Gelegenheit um fremde Länder und Kulturen kennen zu lernen. Gerne schauen wir – wenn wir zwischendurch mal wieder irgendwie ein paar Tage frei nehmen können – in Italien vorbei. Im Frühjahr 1997 und im Herbst 2000 gelang uns dies und wir besuchten die Toskana bzw. Rom. Doch wie beschreibt man in wenigen Worten die Wiege enormen künstlerischen Schaffens bzw. eine Stadt von Weltruhm? Die Toskana – ein, von den Etruskern erobertes und kultiviertes, farbenfrohes Hügelland, Wirkstätte Michelangelos oder Leonardo da Vinci´s und Heimat des Chianti. So könnte man mit kurzen Worten diese herrliche Gegend beschreiben. Diese Region im Nordwesten von Mittelitalien ist ein wahrer Augenschmaus. Egal, ob man dies nun auf die von Mutter Natur wunderbar sanft in Szene gesetzte Landschaft - oder auf die von Menschenhand erschaffenen Bauwerke bzw. Städte ummünzt. Fährt man mit dem Auto abseits der Autobahnen wird man von Weinstöcken und kulturellen Sehenswürdigkeiten direkt in die Arme von Florenz, der Hauptstadt der Toskana und Heimat von unzähligen Museen, Kirchen und Palästen geführt. Die Altstadt von Florenz scheint ewige Jugend gepachtet zu haben und vermittelt auch über Jahrhunderte hinweg noch immer eine unvergleichliche Atmosphäre. So kommt es einem förmlich vor, dass zum Beispiel die Uffizien noch immer den Geist früherer Zeiten atmen bzw. Geschichten früherer Tage erzählen. Eigentlich wäre es nicht übertrieben, die ganze Stadt als Kunstwerk zu bezeichnen.
Aber die Toskana besteht nicht nur aus Florenz. Siena, Lucca, San Gimignano und nicht zu vergessen Pisa runden das Gesamtbild dieser Kulturlandschaft ab. Bewegt man sich zwischen diesen klingenden Städten, wird man die unterschiedlichsten Landschaftstypen erleben. Gebirge, Strände, Olivenhaine und Weinberge gehen sanft ineinander über. Häuser wurden einfühlsam in die Natur eingebettet. Das Rot der Erde spiegelt sich im Rot der Dächer wider. Siena, eine ebenso wunderschöne Stadt ist den meisten wahrscheinlich durch das alljährlich stattfindende Pferderennen „Pallo“ oder den muschelförmigen Hauptplatz „il Campo“ ein Begriff. Zudem runden zahlreiche Palais das Gesamtbild wunderbar ab. San Gimignano hingegen fällt durch eine einzigartige „Skyline“ auf – unzählige mittelalterliche Türme „versammeln“ sich in dieser Ortschaft. Denkt man jedoch an Türme, fällt einem gezwungenermaßen „die ultimative Turmstadt“ schlechthin ein – Pisa. Den schiefen Turm von Pisa näher zu beschreiben ist überflüssig – kennt man ihn doch von zahlreichen Postkarten und Bildern. Ein Geheimtipp für Toskanareisende hingegen ist Lucca. Ein freundliches, kleines Städtchen mit lauschigen Cafe´s, engen Gassen und heimeligem Flair, umgeben von einer mächtigen Stadtmauer. Leider steht Lucca noch immer zu sehr im Schatten von Siena – und wird daher von Touristen oft links liegen gelassen. Aber ein Besuch dieser Stadt lohnt sich allemal.
Die Toskana in Worten zu beschreiben fällt schwer – man muss sie selbst gesehen haben. Sie ist ein lebendiges Zeugnis längst vergangener Tage. Wer die Toskana gesehen - und die Lebensfreude dieser Region gespürt hat, wird des Öfteren wehmütig an diesen Urlaub zurück denken. Nicht verwunderlich erscheint es uns daher, dass viele davon träumen, einmal ein Haus in der Toskana zu haben und das milde Klima zu genießen. Ein schöner Gedanke.

Rom – die ewige Stadt:
Ähnlich wie bei der Toskana wird man auch Rom mehrmals besuchen müssen, um diese Stadt zur Gänze kennen zu lernen. Angekommen in Rom machten wir uns sofort auf den Weg zum Colosseum. Dabei lernten wir gleich einmal die impulsive, südländische Mentalität kennen, als wir über einen Marktplatz schlenderten, wo Obst, Gemüse, Fisch und andere Produkte von laut rufenden und wild gestikulierenden Händlern feilgeboten wurden. Beim Colosseum angekommen, verharrten wir erst einmal kurze Zeit und ließen diesen imposanten Anblick auf uns einwirken. Steht man dann inmitten dieses unfassbaren Bauwerks, kann man nur im Entferntesten erahnen, welch grausame Gladiatorenspiele sich hier zu Zeiten des römischen Reiches abgespielt haben. Wandert man – vorbei am Konstantinbogen - durch das Forum Romanum fühlt man sich sofort in eine andere Zeit zurückversetzt. Dieser archäologische Park mit seinen Ruinen zeugt von der einstigen Mächtigkeit des römischen Imperiums. Das die alten Römer Gefallen an „Brot und Spielen“ hatten, davon zeugt auch der Circus Maximus. Dieser Park war zu dieser Zeit die größte „Vergnügungsanlage��� des römischen Reichs. Hier fanden zahlreiche spektakuläre Wagenrennen statt. Wer abergläubisch ist, sollte unbedingt am Fontana di Trevi – Brunnen halt machen und rückwärts über die linke Schulter eine Münze hineinwerfen. Aber nicht nur deshalb, sondern vielmehr wegen seiner außerordentlichen Schönheit ist Fontana di Trevi eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Roms. Wer schon mal in Rom ist, kann diese Stadtbesichtigung gleich mit einem Besuch des kleinsten Staates der Welt verbinden und den Vatikan-Staat besuchen.
Den besten Überblick über den Vatikan hat man von der Kuppel des Petersdoms aus. Der Petersdom selbst ist wahrscheinlich die schönste Kirche des Christentums. Eine Besichtigung des Inneren des Doms ist quasi ein „Muss“ für jeden Rombesucher. Auch wenn es aufgrund der strengen Sicherheitsvorkehrungen eventuell länger dauert, bis man eintreten kann. Aber es lohnt sich auf alle Fälle. Ist man dann im Inneren angelangt, ist es ratsam, auf das Dach des Doms zu steigen. Zwar hat man unzählige Stufen zu überwinden, aber der fantastische Ausblick über die Stadt ist einmalig. Nicht weit entfernt – und von der Kuppel des Petersdoms gut zu sehen – befindet sich ein weiteres Highlight: die Engelsburg. Ursprünglich als Grabmahl für Kaiser gedacht, wandelte sich die Engelsburg im Lauf der Zeit in eine Festung mit Kerker und fungiert letztendlich heute als Museum. Aber auch der Weg zur Engelsburg über die schönste Brücke Roms - die Ponte Sant´Angelo – ist ein wahrer Genuss. Ein anderes Wahrzeichen der Stadt befindet sich am Fuß der Kirche S. Trinitá di Monti – die spanische Treppe, welche wahrscheinlich der beliebteste Treffpunkt der Einheimischen ist.
Unser Fazit:
Einmalige Sehenswürdigkeiten gepaart mit südländischem Temperament und permanenten Verkehrschaos lassen diese Stadt unvergesslich in Erinnerung bleiben. Zumindest einmal sollte sich eine „Rom-Visite“ in jeder Urlaubsplanung wiederfinden. Einziger Wehmutstropfen ist jedoch das enorm hohe Preisniveau. All jene, die nicht über uneingeschränkte finanzielle Mittel verfügen, werden es sich zweimal überlegen, jeden Abend essen zu gehen.

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