Obertrum (Flachgau): Fahne einer „Bananenrepublik“ gehisst

50 solcher Fahnen hat Voglreiter nach eigener Aussage bereits verkauft.

Nach den Pannen bei der Hofburg-Wahl hat ein Baumeister in Obertrum (Flachgau) die Fahne einer „Bananenrepublik“ gehisst. Sie zeigt drei Bundesadler mit Bananen in den Klauen. Der Initiator musste die Kunstwerke am Montag entfernen. Er wird angezeigt.

Stadtbaumeister Markus Voglreiter hat beim Kreisverkehr in Obertrum ein Büro. Auf einem Fahnenmast vor dem Haus flatterte bis Montagvormittag die Flagge der Bananenrepublik im Wind und sorgte für Aufsehen.

„Mit einem Schmunzeln gehisst“

Wie es dazu kam, beschreibt Voglreiter so: „Ich habe mich mit dem Künstler Manfred Kiwek getroffen. Wir sind zusammengesessen - da habe ich gesagt: Was in unserer Republik so vorgeht, was man so täglich erlebt, das wäre eigentlich einmal eine Idee, dass man das ein bisschen dokumentiert und künstlerisch darstellt. Und der Künstler hat dann diese Entwürfe angefertigt. Wir haben das dann zu einer Fahne gestaltet. Mit einem Schmunzeln haben wir dann die Fahne vor unserem Bürogebäude gehisst.“

Insgesamt drei Adlermotive wurden entworfen. Da sich Voglreiter nicht für eines entscheiden konnte, kamen alle drei auf die Fahne. Das Design des Adlers soll die Leute zum Schmunzeln bringen, so der Baumeister: „Der hat jeweils einen lustigen Hut, und in den Fängen sind natürlich - wie sollte es anders sein - entsprechende Bananen. Außerdem schaut unser Adler ein bisschen fetzig aus.“

Polizei ließ am Montag Fahne abnehmen

Die Bananenrepublikfahne zeigte Wirkung. Von den Privatleuten hätten es viele locker und mit Humor genommen, sagte Vogleiter: „Vielleicht sind manche vorbeigefahren und haben sich geärgert - das weiß ich nicht. Aber es sind sehr viele Unternehmer hereingekommen, die gelacht haben. Oder es sind Private mit dem Fahrrad oder Motorrad stehen geblieben, ins Büro hereingekommen und haben gesagt: Das ist ganz toll, wir wollen eine Fahne haben.“

Die Polizei sah das anders: Nach der ORF-Berichterstattung bekam Voglreiter am Montagvormittag Besuch von Polizisten, die ihn aufforderten, die Fahne einzuholen. Zudem erhielt der Baumeister eine Anzeige eine Anzeige wegen „Herabwürdigung von Staatssymbolen“. Wer die Fahne oder ein anderes Symbol der Republik Österreich öffentlich „beschimpft, verächtlich macht oder sonst herabwürdigt“, dem drohen nach dem Paragrafen 248 des Strafgesetzbuches bis zu sechs Monate Haft oder eine Geldstrafe.

Baumeister: Wollte niemanden herabwürdigen

In einer ersten Stellungnahme sagte Voglreiter, dass er die Aktion lediglich als Kunstaktion verstehe und niemanden herabwürdigen wollte. 50 solcher Fahnen hat Voglreiter nach eigener Aussage bereits verkauft.

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