Das Netz war nicht als zivile Veranstaltung geplant

Netizens beunruhigt die Furcht, Spielball dunkler Mächte zu sein. Groß ist die

Erregung, wenn es um die Überwachung des Internets durch U.S.-Geheimdienste

oder um Hacker geht, die im Sold des P entagon in feindliche Computersysteme

eindringen. Einige Gigabyte an Kommentaren ist der Netzgemeinde der Umstand

wert, daß letztlich U.S. Militärs darüber entscheiden, welche

Verschlüsselungssysteme aus den USA exportiert werden dürfen. Diese Erregung

basiert auf falschen Annahmen: Das Netz war nicht als zivile Veranstaltung

geplant. Wir Zivilisten sind nur dazu da, es bis zum B eginn des nächsten Krieges

auszulasten.

Es wäre schließlich eine Premiere von historischen Ausmaßen, wenn die

Militärmaschinerie, die den Computer erst entstehen und dafür dann ein so robustes

Kommunikationsnetz wie das Internet entwickeln ließ, auf dessen militärischen Einsatz

verzichten würde. Im Gegenteil: Der hohe Entwicklungsstand der Informationstechnik

macht sie heute zum Zentrum militärischer Konzepte und Aktivitäten. Information

Warfare, die militärische Seite der Informationsgesellschaft, ist bisheriger Höhepunkt

militarisierter Informatik. Sie macht das Militär gleichzeitig zum größten Einzelrisiko

der Informations-Infrastruktur und damit einer darauf fußenden Gesellschaft.

Information Warfare ist der vorläufige Höhepunkt des seit über 50 Jahren ungebrochenen

Verlangens von Militärs, Computer für kriegerische Zwecke einzusetzen.

https://www.researchgate.net/publication/256639994_Krieg_und_Frieden_im_Internet