Reisebericht

Motorrad - Rundreise im Norden Thailands

Ausgangspunkt und Zielort ist die Stadt Chiang Mai. Gefahrene Kilometer ca. 1600. Begleitet wird die Tour von einem Allrad Jeep. Hier können Gapaeck, Werkzeug und eventuell ein Beifahrer Platz finden. Die Tourguides sprechen deutsch, englisch und thailändisch. Es werden Strecken gefahren die man unter normalen Bedingungen nie finden würde. Abenteuerlich aber sicher. Seit fast 20 Jahren führt www.motorrad-abenteuer-reisen.de diese Touren durch. Gefahren wird auf leichten 250 ccm Honda und Yamaha Enduros.
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Eine Enduroreise vom Feinsten.

Thailand, das Land des Lächelns, ist gerade für wintermüde Motorradfahrer die Verlockung.

Dem europäischen Winter für einige Wochen entsagen und die Sonne in Thailand genießen dieses Angebot bieten die meisten Ferienkataloge. So eine geführte Tour allerdings nimmt manchem Reisenden die Lust am Abenteuer. Tourt man alleine, wird man spätestens vor Ort feststellen, daß man zwar per Bus oder Taxi auch irgendwie zu entlegenen Orten kommt andererseits aber ist diese Art zu Reisen recht zeitraubend und auf Dauer ermüdend.

Vor zwei Jahren bereiste ich mit einer Freundin Nordthailand auf eigene Faust. Dort ein Motorrad zu mieten und mindestens die nähere Umgebung zu erkunden, das war eigentlich unser Plan den wir dann aber angesichts des chaotischen Stadtverkehrs (natürlich links) und im Gedanken an das Fehlen einer vernünftigen Ausrüstung recht schnell wieder aufgaben.


Doch mein Entschluß stand fest: Irgendeinmal wollte ich wieder nach Thailand kommen und den Norden richtig entdecken. Als ich dann auf ein Inserat für Motorrad-Abenteuer-Reisen stieß, das eine geführte Tour in Nord- und Südthailand anbot,gabs nicht mehr viel zu überlegen

Geführt, aber nicht an der Leine

Der Prospekt wirkte durchaus ansprechend. trotzdem stand ich dieser "pfannenfertigen" Tour etwas skeptisch gegenüber: Da wurde eine komplette Infrastruktur geboten, ein Jeep als Begleitfahrzeug, deutsche Reiseleitung sowie 2 thailändische Tourguides - fast schon zu perfekt. Dennoch: Die Gelegenheit war da, und so machte ich mich auf alles gefaßt und griff zu ...

Das kalkulierte A b e n t e u e r

Nach dem zwölfstündigen Direktflug Frankfurt-Bangkok wurde unsere aus neun Personen bestehende Gruppe vom Tourleiter am Flughafen in Empfang genommen. Die ersten zwei Tage verbrachten wir in Bangkok mit SightSeeing, dann bestiegen wir den Nachtzug nach Chiang Mai und ließen das schwüle und abgasschwangere Bangkok hinter uns. Nach durchaus unterhaltsamer Zugfahrt erreichten wir Chiang Mai am frühen Morgen. jetzt also, endlich, sollte das Abenteuer beginnen!

Zuerst erhielt jeder Teilnehmer eine komplette Enduro-Ausrüstung. Helme, Brillen und Protektoren für Ellenbogen und Knie wurden vom Veranstalter ebenfalls zur Verfügung gestellt. Nach dem alle eingekleidet waren, erhielt jeder den Schlüssel zu seiner Honda XLR 250Enduro. Was, nur 250er?

Manch Enduro-Freak mag nun wohl schon die Nase rümpfen. Na ja, zugegeben, ich hätte auch lieber einen Viertakter mit etwas mehr Hubraum und Leistung gehabt, aber schon nach der ersten Off-Road-Etappe mußte ich mein Vorurteil revidieren: Die fahrerischen Anforderungen richteten sich schließlich an Normalfahrer mit Spaß am Gelände, weniger an eingeschworene Vollblut-Enduristen.

Am ersten Tag machten wir eine kleinere Tour rund um Chiang Mai zum Einfahren und Kennen lernen der Maschinen.
Der folgende Tag brachte uns von Chiang- Mai nach Chiang Rai. Die vom Tourleiter ausgekundschaftete Route führte uns aber nicht etwa auf dem direkten Weg dorthin, sondern über eine landschaftlich wunderschöne Etappe, zuerst auf Schotter und durch Staub über einen Berg, dann in einer langen, gewundenen Etappe durch den Urwald und schließlich auf fester Piste wieder ins Tal hinunter. Ab und zu haben diese Natursträßchen am linken und rechten Fahrbahnrand eine mehr oder weniger tiefe Furche, der man besser nicht zu nahe kommt. Die Furchen entstehen in der Regenzeit, wenn die Wege aus knietiefem Schlamm bestehen und nur noch mit Vierradgetrieben Fahrzeugen passierbar sind.

Nach dieser ersten Geländetappe hatte ich mich endgültig mit der leicht zu beherrschenden 250er angefreundet, und die Sehnsucht nach meiner 600er in heimischer Garage ließ deutlich nach: Die kleine XLR war für diese neuntägige Enduro-Tour durch Nordthailand genau die richtige Maschine. Einige Höhepunkte im Telegrammstil:

Die eindrucksvolle Fahrt zu einem Akha-Bergstamm, unzählige wechselnde Eindrücke von Landschaften und Menschen, die Schnellbootfahrt auf dem Mekong, ein Besuch in Mac Sai eine (Wildwest-Stadt an der Grenze zu Burma), einige unvergeßliche Passfahrten auf Pisten, die in keiner Karte verzeichnet sind. Mae Salong (ein Dorf hoch in den Bergen mit fast nur chinesischen Einwohnern, Nachfahren der einstigen Armee Tschiang Kai-Schecks), der - absolut notwendige - Ruhetag in der Bungalow-Siedlung von Mac Hong Son, eine weitere Traumfahrt um die höchsten Berg Thailands, den Doi Ithanon und immer so weiter... unmöglich, alle Eindrücke und Gefühle zu beschreiben. Schade war allein, daß die Zeit so schnell verging.
Zum Besuch des Bergstammes sei noch eine Anmerkung gemacht: In den Reiseberichten wird oft auf die Problemen hingewiesen, die der Tourismus mit sich bringt. Tatsächlich, wenn man irgendwo außerhalb von Chiang Mai zum erstbesten Bergdorf fahrt, kann es sein, dass man die "far-fangs" dort (das ist die Bezeichnung für Ausländer) schon busweise gewohnt ist und für das ablichten - verständlicherweise - Geld verlangt. In Nordthailand gibt es etwa zehn verschiedene Bergstämme chinesischen Ursprungs, die im Laufe der letzten 150 Jahre aus China, Burma und Laos eingewandert sind.
Diese Leute leben immer noch ganz nach ihren uralten Traditionen von der Landwirtschaft und etwas Viehzucht in einem sehr bescheidender Lebensstil. Das von uns besuchte Dorf war ein absolut positives Erlebnis. Der Tourleiter führte uns mit dem nötigen Feingefühl und Respekt an das Dorf und seine Bewohner heran, und so brachten wir den Leuten denn auch nicht irgendwelchen sinnlosen Kram, sondern auf Initiative des Reiseleiters ein Paket mit Medikamenten, die von den Leuten auch wirklich gebraucht werden können.
Südthailand: Relaxen und Chopperfahren
Von Chiang Mai aus machten wir dann per Flugzeug den großen Sprung nach Phuket. In einer komfortablen Bungalowsiedlung nicht weit vom Strand war zuerst einmal Relaxen angesagt. Am folgenden Tag, konnten wir erneut "Motorräder fassen" und weil in Südthailand das Strassennetz weitgehend asphaltiert ist, standen dieses Mal Chopper oder normale Straßenmaschinen zur Auswahl, eine angenehrne Abwechslung.
Über die sieben Berge kamen wir in einen Nationalpark, und hier erwartete uns einer der letzten Höhepunkte unserer Tour. Ein Pfad am Rande des Urwaldes führte uns zu den "Baumhäusern", in denen wir, gewissermaßen freischwebend übernachteten. Nicht weit davon entfernt befindet sich ein riesiger Stausee, und per Motorboot fuhren wir am nächsten Tag durch ein bizarres. Unbeschreibliches Kalksandsteingebirge zu unseren nächsten Unterkünften. Dieses mal waren es schwimmende Bambushäuschen, die, wild-romantisch gelegen, irgendwo am Rande des Dschungels vertäut waren und den Behausungen der vergangenen Nacht an Originalität kaum nachstanden. Ein Sonnenuntergang aus dem Bilderbuch , eines von vielen schmackhaften Abendessen, kühles Bier und das eine oder andere Gläschen Mekong-Whisky ließen uns wehmütig an den bald bevorstehenden Abflug denken.

Am folgenden Tag ging es zurück Richtung Phuket, und sozusagen im Vorbeigehen absolvierten wir noch den vorschriftsmäßigen Bootsausflug zum "James Bond Felsen" bei Phang-Nga.

Es folgten einige Tage des Faulenzens am Strand des Indischen Ozeans, an dem wir die Abenteuer-Reise noch einmal Revue passieren ließen und wo wir beim letzten thailändischem Dinner einstimmig zum festen Entschluss kamen: "Thailand sieht uns wieder!"

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