WikiLeaks enthüllt Reise-Guide für CIA-Agenten

Washington, USA (Weltexpress). Die Enthüllungsplattform WikiLeaks hat erstmals seit längerer Zeit wieder ein streng geheimes Dokument veröffentlicht, schreibt die russische Zeitung "Kommersant" am Dienstag.
"CIA Travel Advice To Operatives", Screenshot von wikileaks.org vom 23.12.2014

Es handelt sich um Anweisungen für mit gefälschten Pässen reisende CIA-Agenten, wie sie zusätzliche Grenzkontrollen umgehen können. Vor allem sollten sie bei einem Visumantrag für die Einreise in einige Länder, darunter nach Russland, niemals angeben, dass sie mit Behörden bzw. militärischen Strukturen ihres Heimatlandes in Verbindung stehen.

Besonders gründlich werden Einreisende auf dem israelischen Flughafen „Ben Gurion“ und „auf ein paar anderen Flughäfen“ kontrolliert. Relativ oberflächlich seien die Grenzkontrollen in den EU-Ländern, wo Grenzschutz- bzw. Zollbeamte höchstens 20 Sekunden Zeit für die Kontrolle jedes Einreisenden haben.

Um zusätzliche Grenzkontrollen zu vermeiden, sollten CIA-Mitarbeiter ihre Tickets nicht ein paar Tage vor dem Flug und mit Bargeld kaufen. Zudem sollten sie bedenken, dass viele Airlines Beamten Rabatte mit entsprechenden Vermerken, die nur für Zollbeamte sichtbar sind, anbieten. Außerdem sollten die Agenten keine One-Way-Tickets kaufen. Falls sie sich als Touristen ausgeben, sollten sie keine First-Class-Tickets kaufen.

Darüber hinaus steht in der Anweisung geschrieben, dass Zollbeamte auf das Gepäck der Einreisenden achten, das dem Ziel ihrer Reise (Tourismus, Dienstreise usw.) entsprechen sollte. Zudem sollten sie nicht allzu viele neue, unbenutzte Dinge bzw. technische Geräte wie Notebooks usw. bei sich haben.

Falls ein Agent doch einer zusätzlichen Kontrolle unterzogen wird, sollte er die Ruhe bewahren und seine „Legende“ strikt befolgen. Im Durchschnitt werden etwa zwölf Prozent der Fluggäste mit US-Reisepässen gesondert kontrolliert. Diese Prozedur könne von einer Stunde bis zu mehreren Tagen in Anspruch nehmen. Dabei werden ihr Gepäck und vor allem ihre Notebooks überprüft. So sei beispielsweise bei einem Mitarbeiter des US-Energieministeriums auf dem Moskauer Flughafen Scheremetjewo das Notebook und ein Memory-Stick  konfisziert worden.

Zudem könnten die Einreisenden aufgefordert werden, ihre Seiten in sozialen Netzwerken (Facebook, LinkedIn, Forthsquare) zu öffnen. Auf Fragen sollten die Agenten, die einer gesonderten Kontrolle unterzogen werden, ohne längere Pausen und unnötige Einzelheiten antworten und dabei Phrasen wie „ehrlich gesagt“, „in Wahrheit“ und „ich schwöre“ vermeiden.

Die CIA nahm bislang keine Stellung zu den neuesten WikiLeaks-Enthüllungen.

Mehr Infos unter: https://www.wikileaks.org/cia-travel/