Devisen-Trading - Eurokrise vs. China-Krise

The good: Die aktuellen Wirtschaftszahlen aus der Eurozone bescheinigen dem gemeinsamen europäischen Währungsraum eine gewisse Stetigkeit in puncto Wachstumskurs. Für den vorläufigen Einkaufsmanagerindex (privatwirtschaftlicher Sektor) wurde für den Monat September ein deutlich über der 50er-Schwelle liegender Wert ausgewiesen.

Er notiert aktuell bei 53,9, was eine Verschlechterung um 0,4 Punkte zum Vormonat impliziert, die jedoch im aktuellen Volkswagen-Börsenumfeld eher von geringer Bedeutung ist. Für die Datensätze verarbeitendes Gewerbe bzw. Dienstleistungssektor wurde ebenfalls ein Absinken um 0,3 bzw. 0,4 Punkte auf 52 bzw. 54 festgestellt.

Der VW-Skandal nimmt an Fahrt auf und droht sich für die Verantwortlichen zu einem Schlamassel größeren Ausmaßes zu entwickeln. Nun möchte auch die Umweltbehörde Kanadas etwa 100.000 VW-Diesel-Fahrzeuge untersuchen.

China-Krise – Einkaufsmanagerindex signalisiert Abkühlung

The bad: Wenig Neues gibt es aus China. Hier wurde vom Einkaufsmanagerindex für die verarbeitende Industrie das bestätigt, was schon lange kein Geheimnis mehr ist.

Man bewegt sich trotz vieler Zahlentricksereien unter den 50 Punkten und das heißt nun einmal Kontraktion. So wurde auch für den aktuellen Monat ein Ergebnis bei 47 Punkten bekannt gegeben.

Euro-Krise – Verpufft die Draghi-Geldpolitik wirkungslos?

The ugly: Die Mehrheit der wichtigen europäischen Aktienmärkte hält sich nach den gestrigen Verlusten und der Draghi-Rede in wenig aussagekräftigen Handelsspannen auf. Zur Erinnerung: Die Europäische Zentralbank hat mit der astronomischen Summe in Höhe von fast 327 Milliarden Euro Staatsanleihenkäufe getätigt.

Das erklärte Ziel war auch die Ankurbelung der Kreditvergabe, vor allem in der europäischen Peripherie, was die Investitionsbereitschaft der Unternehmen stärken und Arbeitsplätze schaffen sollte. Draghis Bemühungen haben bis heute kaum Früchte getragen, so dass die EZB erwägt, das Anleihekaufprogramm auch über Q4/2016 zu verlängern. Bisher kann man also vorsichtig festhalten: Wenig Wirkung der aktuellen Draghi-Geldpolitik.

Dieser Marktkommentar stellt ein Exzerpt aus dem Smartest Finance Market Snapshot dar. Der komplette Bericht sowie weitere Publikationen können im unabhängigen Wirtschaftsblog gesichtet werden.