BND unterzog Maulwurf interner Überprüfung

BND unterzog Maulwurf interner Überprüfung

Spion galt als „absolut unauffällig“

BERLIN. Der Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes (BND), der wegen des Verdachts auf Spionage in Haft sitzt, wurde in dem Zeitraum, als er mutmaßlich für den amerikanischen Geheimdienst CIA spionierte, vom BND intern sicherheitsüberprüft. Die BND-Kontrolleure kamen dabei zu dem Schluss, dass Markus R. unauffällig sei und kein Sicherheitsrisiko darstelle. Das erfuhr die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ (F.A.S.) aus Sicherheitskreisen. Man habe den Mann einer routinemäßigen Überprüfung unterzogen, wie sie beim BND regelmäßig durchgeführt werden. Dabei werden Nachbarn und Bekannte etwa danach gefragt, ob sich die Lebensgewohnheiten eines Mitarbeiters geändert haben. Im Fall von Markus R. hätten die Kontrolleure das nicht feststellen können. Er habe kein teures Auto gekauft und auch sonst seinen Lebensstil nicht geändert. „Er war vor allem ein absolut unauffälliger Mitarbeiter“, zitiert die F.A.S. Sicherheitskreise.

Der 31 Jahre alte Mann hatte 2012 den Amerikanern seine Spionagedienste angeboten. Er stahl mindestens 218 Dokumente aus dem BND. Er flog erst auf, als er am 28. Mai dieses Jahres auch den Russen in einer E-Mail seine Dienste anbot. Der Mann hatte der Mail an das russische Generalkonsulat in München drei als geheim eingestufte BND-Dokumente angefügt, um sie von der Ernsthaftigkeit seines Angebots zu überzeugen. Ein Dokument betraf, wie Sicherheitskreise der F.A.S. bestätigten, eine Anfrage des Verfassungsschutzes an den BND mit Bezug auf einen Referenten des Verteidigungsministeriums. Der Verfassungsschutz wollte wissen, ob der BND Kenntnisse darüber hat, ob der Referent für die Russen spioniere. Mittlerweile steht der Mann, dessen Wohnung und Büro am Mittwoch durchsucht worden waren, unter dem Verdacht, ebenfalls für die Amerikaner spioniert zu haben. Er bestreitet die Vorwürfe.