Europäsiche Zentralbank - Leitzins unberührt - Devisenmärkte volatil

EZB – Rahmenbedingungen unverändert, Leitzins auf Rekordtief

Die Europäische Zentralbank pumpt weiter Liquidität in den Markt. Die besser als erwartet ausgefallenen jüngsten Konjunkturdaten hatten zuletzt Spekulationen beflügelt, wonach die Notenbank ihre Wertpapierkäufe drosseln oder gar einstellen wolle.

Der Leitzinssatz bleibt dagegen, wie dies von institutionelen Marktteilnehmern im Vorfeld auf breiter Basis antizipiert wurde, bei 0,05 Prozent stehen. Für die Geschäftsbanken bedeutet dies weiterhin extrem günstige Versorgung mit Zentralbankgeld. Neu allerdings ist der Strafzins in Höhe von 0,2 Prozent, falls Einlagen bei der Zentralbank über Nacht geparkt werden, was die Kreditvergabe ankurbeln soll.

An den Rahmenbedingungen hat sich indessen nicht viel verändert: Rund 60 Milliarden werden weiterhin seitens der europäischen Währungshüter jeden Monat investiert. Auf der Kaufliste befinden sich insbesondere die Anleihen der einzelnen Staaten, bis die Summe von 1,1 Billionen bis September nächstes Jahr erreicht wird.

Maximal ein Drittel an Staatsanleihen des jeweiligen Landes, zudem maximal 25 Prozent der einzelnen Emission dürfen aufgekauft werden, um die anvisierte Zielrendite bei minus 0,2 Prozent zu stabilisieren.

Europäische Zentralbank – Postulierte Ziele

Die Ziele sind klar definiert, nämlich das Anschieben des Konsums und der Investitionen und somit das Aufleben der Konjunktur. Das hofft man zumindest in den Kreisen um Mario Draghi.

Die Preise im gemeinsamen europäischen Währungsraum befinden sich weiterhin im Sinkflug, man fürchtet das böse D-Wort wie Deflation.

Ob der Umfang an verfügbaren Wertpapieren ausreichen wird, um die Kauflust des EZB-Präsidenten zu stillen, dies allerdings steht auf einem anderen Blatt.

IWF – Warnende Stimmen seitens des Internationalen Währungsfonds

Ultraexpansive Geldpolitik allein wird nicht ausreichen, um der Konjuktur zu neuem Schwung zu verhelfen und die Scherben der Finanzkrise zu beseitigen. Die Preisblase wird laut IWF bei zahlreichen Vermögensmärkten sichtbar.

Problematisch wird insbesondere die erhöhte Volatilität am Devisenmarkt beurteilt, die sich durch die geringe Liquidität herausgebildet hat. Die gleiche Problematik liegt ebenfalls an den Bondmärkten vor.

Dieser Marktkommentar stellt ein Exzerpt aus dem Smartest Finance Market Snapshot dar. Der komplette Bericht sowie weitere Publikationen können im unabhängigen FX-Wirtschaftsblog gesichtet werden.