Insider aus der Schweiz

Fall Hoeneß: So ist kam er per Börsenbetrug an 20 Mio.

Ich will hier in aller Kürze aufzeigen, wie Hoeneß mit einem intelligenten Trick unter Zuhilfenahme der internationalen Finanzmärkte die 20 Mio. Darlehen von Adidas-Chef Dreyfus in eigene "Spekulationsgewinne" umwandelte.


Die Staasanwaltschaft wundert sich zu Recht, wie Hoeneß aufgrund eines "Devisen-Geschäftes" plötzlich 20 Mio. Gewinn gemacht haben könnte. Nun, die Sache ist ganz einfach:

A will B 100 Euro geben, ohne dass es auffällt.

Hintergrund: Korruption, Gefälligkeit oder sonst was.

Also leiht A dem B das Geld offiziell. Dann kann keiner sagen, B hätte es möglicherweise zu Unrecht erhalten. Denn B muss es ja zurückzahlen.

Wie aber kommt B nun an das Geld, ohne dass es auffällt? Dazu bedient er sich der kommunizierenden Röhren der internationalen Derivate-Börsen.


Und so funktionierts:

B stellt an den Derivate-Börsen (Eurex etc, Devisenbörsen, oder auch OTC -Over The Counter, Tafelgeschäft) eine Wette zur Verfügung, die totsicher für A negativ ausgeht und für den Käufer einen Gewinn darstellt.


Beispiel:

B verkauft für 100 Euro eine Wette, dass der DAX nächste Woche auf 1000 Punkte fällt. (was praktisch ausgeschlossen ist)
Solche Wetten sind zum Beipiel über die Eurex möglich. Natürlich würde niemand auf so ein angebot eingehen. Denn das Geld ist mit Sicherheit verloren. Macht es aber doch jemand, dann ist es für B ein gutes Geschäft, denn er kann den Gewinn sicher einstreichen.


Solche Wetten sind nicht nur bei Aktien, sondern auch in Devisenbereichen möglich. Damit lassen sich problemlos größere Summen von A nach B transferieren, ohne dass Geld überwiesen werden muss.


Wie ist es nun im Fall Hoeneß gelaufen?


Beispiel:

Hoeneß darf laut Vereinbarung eine Option (Wette) verkaufen in Höhe von 20 Mio., dass der DAX auf 1000 Punkte fällt.

Unter normalen Umständen würde niemand eine solche Option kaufen, weil sich mit Sicherheit wertlos ausläuft. Aber da sich Dreyfus und Hoeneß entsprechend vorher verständigt haben, bietet Hoeneß diese Wette auf dem Markt an. Und siehe da: Sie wird tatsächlich von jemanden gekauft. (in diesem Fall von Dreyfus, der ja das Geld absichtlich "verlieren" will)

Also: Hoeneß verkauft die Wette (Option) / Dreyfus kauft sie. Ergebnis:
Schwub - landen 20 Mio. auf dem Hoeneß Konto. Die Option verfällt wertlos und der Käufer hat alles verloren.

Im Fall Hoeneß war aber genau das gewollt.


Offiziell sieht es so aus, also ob Hoeneß an den Finanzmärkten einen guten Deal gemacht hat und damit viel Geld gewonnen hat. Damit ist er formell aus dem Schneider. Dabei handelt es sich um eine abgekartete Angelegenheit, die einzig dem unauffälligem Geldtransfer dient - und nur deshalb funktioniert, weil Dreyfus mitspielte.


Warum das Darlehen?


Warum aber braucht Hoeneß nun 20 Mio. um den Deal überhaupt einzufädeln? - Die 20 Mio. dienen einzig als Sicherheit, (Margin) um den Deal überhaupt an den Börsen einfädeln zu können. Wenn man eine Option verkaufen will, braucht man Grundkapital um Risiken abzufedern falls es schief geht.

Im vorliegenden Fall verlief alle wie geplant. Die verkaufte Option von Hoeneß ist wertlos verfallen, Hoeneß konnte sich das Geld einstecken und das Darlehen wieder zurückzahlen.


Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis die Staatsanwaltschaft dahinter kommt...