Griechische Banken in Quarantäne, DAX und Euro volatil

Griechische Banken – Auf dem Balkan in Quarantäne

Aus südeuropäischen Staaten wurden heute laut der griechischen Traditionszeitung Kathimerini beunruhigende Signale bezüglich eines potentiellen Zusammenbruchs Griechenlands vernommen.

Mehrere europäische Zentralbanken, darunter die albanische, bulgarische, rumänische, serbische, mazedonische, zyprische sowie die türkische haben die Tochterbanken mit finanziellen Verbindungen zu Griechenland dazu aufgefordert, staatliche Bonds, Kredite und Wertpapiere der entsprechenden Institute abzustossen.

In der Quintessenz heißt dies nicht anderes, als dass die Mutterkonzerne der Bankinstitute erst einmal aufs Abstellgleis gestellt worden sind. Rund 2500 Filialen und 40 Tausend Mitarbeiter werden in den genannten Staaten von der Alpha Bank, Eurobank, National Bank und der Piraeus Bank unterhalten.

 

Griechenland – ELA der EZB als Notlösung – Bank Run wahrscheinlich?

In Griechenland selbst ist die Lage um einiges angespannter, zunehmend fließt Geld von den Bankkonten ab.

Geldinstitute gaben an, die Einlagen würden sich auf so einem niedrigen Niveau wie noch nie seit dem Ausbruch der europäischen Schuldenkrise belaufen.

Seit geraumer Zeit sind die griechischen Bankinstitute auf die Notkredite der Zentralbank angewiesen. Ende des vergangenen Monats wurden die Einlagen seitens der Sparer auf 135 Milliarden Euro reduziert. Allein im Januar flossen rund 12,8 Milliarden von den griechischen Bankkonten ab.

Im Fokus stehen die Sorgen um den Streit zwischen der EU und dem Ministerpräsidenten Tsipras, die sich noch nicht auf Reformpläne des angeschlagenen GIPS-Staates einigen können.

 

Wolfgang Schäuble – Rasche Einigung unwahrscheinlich – Euro volatil

Zuletzt haben die Uneinigkeiten zwischen dem griechischen Staat und dem Rest der Eurozone die Fronten zunehmend verhärten lassen. Auch der deutsche Bundesfinanzminister Schäuble hält eine rasche Einigung mittlerweile für unwahrscheinlich.

Selbst die Euro-Gruppe dürfte in der nächsten Woche in Riga kein Patentrezept parat haben. Die Probleme Griechenlands sind tiefer struktureller Natur, weder Tsipras noch die EU können zaubern. Dem Land fehlt es an Wirtschaftskraft, um aus den Schulden herauszuwachsen, ganz zu schweigen davon diese am internationalen Kapitalmarkt fristgerecht zu bedienen.

Die europäische Zentralwährung reagierte auf die Nachrichtenlage äußerst volatil. Einer der Gründe mag auch der der kleine Verfallstag gewesen sein.

 

Deutscher Aktienindex – Rekordstimmung beim DAX verflogen

Die Summe der oben genanten negativen Meldungen hat für eine wahre Talfahrt beim DAX gesorgt. Dicke 2,58 Prozent Minus standen beim Handelsschluss auf der Anzeigetafel.

Insgesamt 5,6 Prozent hat der deutsche Aktienindex in der Handelswoche eingebüsst, der letzte Tick lag bei 11 688,70 Zählern. Dies ist nebenbei bemerkt der größte Wochenverlust seit Ende Oktober 2011.

Somit wird Behavioral Finance an den Aktienmärkten wieder zunehmend sichtbar. Nach Insiderquellen übersteigt die Marktnachfrage nach Staatsanleihen aus dem Euroraum bei weitem die Neuemission.

Diese Papiere werden aus regulatorischen Beweggründen vermehrt nachgefragt, da große , noch risikoarme, Erträge locken, was die Flucht aus den Aktien auslöst.

Weitere Publikationen finden Sie im unabhängigen Smartest Finance Blog.