Asyl

..........................Richtlinien zur Behandlung der Asylbewerber in Gießen..................

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1 Richtlinie zur Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen im

Landkreis Gießen

Prolog

Nach Einschätzung der Vereinten Nationen sind derzeit mehr als 50 Millionen

Menschen weltweit auf der Flucht, mehr als zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges. Die

Gründe für eine Flucht aus dem Heimatland sind vielschichtig. Krieg, Armut sowie

politische, religiöse oder ethnische Verfolgung veranlassen die Menschen sich einer

ungewissen Zukunft zu stellen.

Nach mehreren Monaten oder sogar Jahren der Flucht kommen diese Menschen

nach Europa. Wir im Landkreis Gießen wollen ihnen in diesem für sie vollkommen

neuen und unbekannten Umfeld Hilfe, Begleitung und Unterstützung anbieten.

Mit dieser Richtlinie zur Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen möchten wir

als Kreisausschuss des Landkreises Gießen Rahmenbedingungen, Standards und

Strukturen definieren, um Maßstäbe für die alltägliche Arbeit mit Flüchtlingen für

interne und externe Kräfte sicherstellen und den Menschen nach ihrer Flucht ein

geordnetes und sicheres Leben anbieten zu können. Aufgabe dieser Richtlinie ist

auch, bei der Bevölkerung um Unterstützung für diesen Weg zu werben, um

dauerhaft ein gemeinschaftliches Miteinander zu erreichen.

Uns ist klar, dass Umstände eintreten können, bei denen die Sicherstellung dieser

selbst gesetzten Ziele erst mittelfristig erreicht werden kann.

Unterbringung

Gemeinschaftsunterkünfte

Dem Landkreis Gießen werden derzeit wöchentlich Flüchtlinge zugewiesen. Diese

werden in der Regel zunächst in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht. Hier

sollen die Flüchtlinge Gelegenheit haben anzukommen und sich in einem für sie

fremden Land zurechtzufinden.

Derzeit gibt es im Landkreis Gießen 19 Gemeinschaftsunterkünfte in 14 Kreis-

kommunen. Der beigefügten Landkarte kann die aktuelle Verteilung zum Stand

Mai 2015 entnommen werden.

Bei der Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften arbeitet der Landkreis Gießen

mit Betreibern zusammen, in dem er zum Beispiel mit Privatpersonen, Trägern,

Vereinen oder GmbHs Nutzungsverträge abschließt. Als Anlage ist dieser Richtlinie

ein Mustervertrag mit entsprechender Anlage über die Pflichten eines Betreibers

beigefügt. Die Einhaltung der vertraglich festgeschriebenen Pflichten wird durch das

Liegenschaftsmanagement (siehe Liegenschaftsmanagement) kontrolliert. Der

Landkreis räumt sich bei künftigen Betreiberverträgen ein Hausrecht ein, um im

Zweifelsfall handlungsfähig zu sein. Bei bestehenden Verträgen soll dies

nachträglich geregelt werden.


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Die in den Anlagen dargestellten Anforderungen an Unterbringung sind ab sofort

bei Neuverträgen und Vertragsänderungen anzuwenden. Bestandsverträge sollen

schnellstmöglich angepasst werden.

Der Kreis begrüßt und unterstützt die Initiative von Kommunen, gemeinsam mit

dem Landkreis, Wohnraum für Flüchtlinge und bereits hier lebende

Wohnungssuchende zu schaffen, zum Beispiel durch die Umnutzung leerstehender

Gewerbeimmobilien, Wohn- und Verwaltungsgebäuden sowie durch Neubau. Dies

kann in Form einer gemeinsamen Gesellschaft, aber auch in Kooperation mit

bestehenden Wohnungsbaugesellschaften oder Genossenschaften geschehen. So

könnten dringend benötigter Wohnraum für Senioren, Familien und Alleinerziehende

geschaffen und zugleich Flüchtlinge in Zukunft angemessen untergebracht werden.

Bei der Einrichtung von Gemeinschaftsunterkünften achtet der Landkreis auf eine

gleichmäßige kreisweite Verteilung. Hierbei richten sich die Obergrenzen für die

Anzahl von Flüchtlingen pro Stadt bzw. Gemeinde grundsätzlich nach deren

Einwohnerzahl und im Weiteren nach der Bevölkerungsstruktur. Die

Gemeinschaftsunterkünfte sollten möglichst an eine gute Infrastruktur (Ärzte,

Kindertagesstätten, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten, ÖPNV etc.) angebunden sein.

Pro Gemeinschaftsunterkunft sollen maximal 50 Personen untergebracht werden,

wenn es sich um eine hotelähnliche Immobilie oder klassische Heime handelt. Dabei

gibt es bei der Unterbringung von Familien eine bedingte Öffnungsklausel von 10 %.

Vorrang hat die Unterbringung in kleinstrukturierten Einheiten wie zum Beispiel

Privatwohnungen oder Ein- oder Zweifamilienhäusern.

Um die Hilfe zur Selbsthilfe zu fördern und zu unterstützen, sollen bei der

Einrichtung von Unterkünften Flüchtlinge, Flüchtlingsgruppen, alleinerziehende

Flüchtlinge und Familien mit ähnlichen Lebens- und Fluchterfahrungen und

ähnlichem Unterstützungsprofil bevorzugt zusammengelegt werden. Im Besonderen

soll perspektivisch eine Gemeinschaftsunterkunft für alleinerziehende und

alleinstehende Frauen zu ihrer Unterstützung und ihrem Schutz angeboten werden.

Des Weiteren soll die sozialpädagogische Betreuung auf Wunsch von Frauen für

Frauen durchgeführt werden.

Bislang bringt der Landkreis in eigener Verantwortung die Flüchtlinge in den

Gemeinschaftsunterkünften vor Ort unter. Sollte es jedoch, wie vermehrt in anderen

Landkreisen, zu einer sinkenden Kooperationsbereitschaft seitens der Kommunen

kommen, so behält sich der Landkreis vor, per Kreisausschuss-Beschluss die direkte

Zuweisung und somit die Aufgabe der Unterbringung von Flüchtlingen an seine

Städte und Gemeinden gegen Kostenerstattung nach Landesaufnahmegesetz zu

delegieren.

Während der Unterbringung in den Gemeinschaftsunterkünften erhalten die

Flüchtlinge das freiwillige Angebot zur Teilnahme an Sprachkursen. Die Kinder

werden in den Kindertagesstätten oder Schulen angemeldet. Um die

Selbstständigkeit der Flüchtlinge zu fördern, müssen sie eigenständig einkaufen,

kochen und ihren Tagesablauf organisieren.

Wohnungen zur Erstunterbringung

Doch nicht alle Flüchtlinge wohnen in Gemeinschaftsunterkünften. Manche Personen

haben bereits Verwandte oder Bekannte, die hier im Landkreis leben. In diesen


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3Fällen können sie direkt nach Absprache mit dem Team Asyl dort im privaten

Umfeld untergebracht werden.

Privatwohnungen

Nach ca. drei bis sechs Monaten ziehen die meisten Flüchtlinge in Privatwohnungen,

die sie sich zuvor selbstständig gesucht haben. Bei der Anmietung von

Privatwohnungen sind die als angemessen anerkannten Unterkunftskosten des

Landkreises zu beachten.

Liegenschaftsmanagement

Um künftig die wachsende Anzahl von Gemeinschaftsunterkünften noch effizienter

verwalten zu können, wird ein Liegenschaftsmanagement eingerichtet. Zu den

Aufgaben des Liegenschaftsmanagements gehört die Akquise von neuen

Unterkünften, das Vorbereiten von Vertragsabschlüssen und Vertragsbeendigungen

von Gemeinschaftsunterkünften, die Akquise von Privatwohnungen für anerkannte

Asylbewerber und Unterstützung beim Umzug dieser Personengruppe sowie die

begleitende Sachbearbeitung. Des Weiteren unterliegt dem

Liegenschaftsmanagement die regelmäßige und systematische Kontrolle der

vertragsgebundenen Unterkünfte und der Einhaltung der Betreiberpflichten. Sollte

den in den Verträgen vereinbarten Betreiberpflichten fortlaufend nicht

nachgekommen werden, behält sich der Landkreis Sanktionen bis hin zur fristlosen

Kündigung vor.

Betreiberverantwortung

Die Betreiber von Gemeinschaftsunterkünften sind für die Einhaltung der

bauordnungsrechtlichen Anforderung im Betrieb verantwortlich. Sie haben die

besondere sprachliche, kulturelle und psychische Verfassung der Flüchtlinge bei der

Wahrnehmung ihrer Obliegenheitspflichten zu berücksichtigen. In den

Baugenehmigungen festgeschriebene betrieblich organisatorische Maßnahmen (zum

Beispiel Brandschutzordnung) sind entsprechend anzupassen. Die Benutzer sind in

geeigneter Form über die Rettungswege und das Verhalten im Brandfall zu

informieren. Die Sicherstellung der Betriebsbereitschaft der nach § 13 Abs. 5 der

HBO erforderlichen Rauchmelder ist auch in Wohnungen, in denen Flüchtlinge

untergebracht werden, zu gewährleisten.

Auch Unterkünfte, die nicht unter den Anwendungsbereich des § 13 Abs. 5 HBO

fallen, ist die Installation von Rauchwarnmeldern in allen Schlafräumen sowie Fluren

über die Rettungswege von Aufenthaltsräumen führen, angeraten.

Notunterbringung

Die Unterbringung von Flüchtlingen in Notunterkünften soll möglichst vermieden

werden. Aufgrund der aktuellen Zuwanderungsprognosen, kann die Notwendigkeit

jedoch nicht vollkommen ausgeschlossen werden. Aus diesem Grund werden

folgende Notunterbringungsmöglichkeiten wie folgt priorisiert:

1) Hotels und Pensionen

2) geeignete Liegenschaften in Besitz des Landkreises Gießen, bei denen der

reguläre Betrieb (zum Beispiel von kreiseigenen Schulen) nicht beeinträchtigt wird

3) kreiseigene Schulsporthallen und Bürgerhäuser von Kommunen

4) Zeltunterbringung

Hauptamtliche Betreuung

Für die in Verantwortung des Landkreises untergebrachten Flüchtlinge stehen

Sozialarbeiter zur Betreuung und Begleitung zur Verfügung.


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Zu den Aufgaben der Sozialarbeiter im Team Asyl gehören u.a. Unterstützung in

Behördenangelegenheiten, Hilfestellung beim Ausfüllen von Anträgen jeglicher Art,

Präsenzpflicht, Erteilung von Besuchserlaubnissen, Vermittlung der Kinder und

Jugendlichen in Kindergärten und Schulen, Orientierungshilfen zum selbstständigen

Zurechtfinden in der Gesellschaft und Kultur, Beratung bei persönlichen und

familiären Problemen, Weitervermittlung an Fachberatungsstellen sowie Beratung

und Vermittlung bei Konflikten in der Gemeinschaftsunterkunft.

Die Betreuungsquote eines Sozialarbeiters in Vollzeit liegt derzeit bei 180 Personen.

In Zukunft muss die Betreuungsquote eines Sozialarbeiters in Vollzeit aber bei 100

Personen liegen. Dies ist durch eine vermehrte Einstellung zu erreichen. Dabei sind

Bewerber mit Migrationshintergrund erwünscht.

Um eine Verbesserung der Betreuung der Flüchtlinge vor Ort in den

Gemeinschaftsunterkünften durch die Sozialarbeiter herbeizuführen, wird derzeit

geprüft, die Arbeitsplätze der Sozialarbeiter in größeren Gemeinschaftsunterkünften

einzurichten. Damit stünden Bewohnern, Begleitern und Besuchern zeitlich

wesentlich stärker als heute Sozialarbeiter zur Verfügung.

Sowohl bei Neueinstellungen als auch bei der ständigen Anpassung der

sozialarbeiterischen Betreuung an sich verändernde Anforderungen ist darauf zu

achten, dass den besonderen Fluchterfahrungen von Frauen Rechnung getragen

wird.

Ehrenamtliche Betreuung / Engagement

Das Zusammentreffen so unterschiedlicher Menschen auf engem Raum stellt nicht

nur für die dort Lebenden eine Herausforderung dar, sondern auch für das Gemein-

wesen, indem sich eine Gemeinschaftsunterkunft befindet. So besteht immer wieder

die Gefahr, dass eine Unterkunft zu einem Fremdkörper im Ort wird, wenn die

örtliche Gemeinschaft nicht frühzeitig – idealerweise vor Belegung – in den Prozess

integriert wird.

Das Diakonische Werk kümmert sich deshalb im Auftrag des Landkreises kreisweit

um den Aufbau und die Begleitung ehrenamtlicher Strukturen in den

Standortgemeinden der Gemeinschaftsunterkünfte. In dieser Form kann eine

strukturierte und professionell begleite Integration und Betreuung vor Ort

stattfinden.

Dazu werden bei allen neuen Standorten - möglichst vor Belegung - und bei den

Bestehenden folgende (beispielhafte) Maßnahmen ergriffen:

- Aufbau und Begleitung Runder Tische mit gesellschaftlich relevanten Gruppen

und Institutionen vor Ort, vor allem den weltlichen und kirchlichen

Standortgemeinden, Vereinen, Jugendpflegen etc.

- Bildung einer ehrenamtlichen Gruppe engagierter Personen zur

Unterstützung und Begleitung der Flüchtlinge

- Organisation regelmäßige Treffen dieser Gruppen alleine bzw. mit Teilen oder

allen Bewohnern

- Initiierung und Begleitung von Veranstaltungen und Aktionen in den

Unterkünften bzw. außerhalb derselben mit Teilen oder allen Bewohnern


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5Ziel dieser Bemühungen ist es, die aufzubauenden Strukturen so zu festigen, dass

diese nach einer gewissen Zeit weitgehend eigenständig agieren können und die

Mithilfe und Unterstützung auf ein Mindestmaß reduziert werden kann. Bei den

Bemühungen wird mit bestehenden regionalen Strukturen wie der/dem jeweils

zuständigen Sozialarbeiter/in vor Ort, Kirchengemeinden, Gemeinde-/

Stadtverwaltung, Vereinen, Organisationen und der Evangelischen

Flüchtlingsseelsorge intensiv kooperiert und laufende Prozesse eng abgestimmt. Die

örtlich zuständigen Sozialarbeiter erhalten umfassende Informationen aus der

Ehrenamtsarbeit vor Ort und werden über die Aktivitäten und Termine rechtzeitig

informiert und eingebunden.

Für die Begleitung von Ehrenamtlichen wird im Vertrag mit dem Diakonischen Werk

ein Fallschlüssel von 1:600 bei der sozialpädagogischen Betreuung zu Grunde

gelegt. Für Verwaltung wird 0,5 VZÄ unabhängig von der Fallquote finanziert.

Ehrenamtsstruktur

Ehrenamtliches Engagement in den Gemeinschaftsunterkünften des Landkreises

muss im Sinne geordneter Abläufe koordiniert, strukturiert und zum Schutz der

Bewohner ein Stückweit kontrolliert durchgeführt werden. Personen, die sich

ehrenamtlich engagieren wollen, haben sich deshalb in die aufgebauten Strukturen

der Ehrenamtsarbeit unter enger Abstimmung mit den Sozialarbeitern des

Landkreises einzufügen.

Organisation verwaltungsintern

Organisationsstruktur

Die Organisationsstruktur des Teams Asyl und dessen Verortung im Fachdienst

Soziales und Senioren ist den im Anhang beigefügten Organigrammen (Stand Mai

2015) zu entnehmen.

Stellenbesetzungsverfahren

Um den weiterhin steigenden Fallzahlen gerecht werden zu können, werden im

Team Asyl neben den bereits bestehenden unbefristeten Stellen weiterhin Stellen

benötigt und besetzt.

Dies geschieht zum einen durch die kurzfristige Beschäftigung von

Zeitarbeitskräften über ZAUG Zeit, über die befristete Besetzung für maximal zwei

Jahre außerhalb des Stellenplans oder über die Bereitstellung von weiteren

unbefristeten Stellen durch den Stellenplan des Landkreises inklusive Freigabe durch

den Kreistagsausschuss für Soziales, Jugend, Frauen, Integration, Gesundheit und

Ehrenamt.

Sachbearbeitung

Zu den Aufgaben der Sachbearbeiter gehören die Bearbeitung von Anträgen nach

dem Asylbewerberleistungsgesetz inklusive einer bedarfs-, einkommens- und

vermögensbezogenen Prüfung sowie die anschließende Bescheiderteilung über

Bewilligung, Ablehnung oder Rückforderung von Leistungen

nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Des Weiteren übernehmen die

Sachbearbeiter die Abrechnung von Krankenhilfe, Unterbringung und pauschalen

Erstattungen, Zahlbarmachung von Leistungen, die Datenerfassung in den jeweiligen

EDV-Fachanwendungen, telefonische und persönliche Auskunftserteilung und das

Führen von Beratungsgesprächen an den entsprechenden Sprechtagen.

Teaminterne und teamübergreifende Zusammenarbeit sowie Sicherstellung von

Arbeitsabläufen.


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Das Team Asyl hat derzeit wöchentlich zwei Sprechtage sowie einen Tag, an dem die

Zuweisung der Flüchtlinge stattfindet. Die restlichen Arbeitstage werden zur

Aufarbeitung und Vorbereitung dringend benötigt.

Auszahlung von Grundsicherungsleistungen

Die Auszahlung von Grundsicherungsleistungen erfolgt obligatorisch per

Banküberweisung. Dazu ist darauf hinzuwirken, dass die Flüchtlinge

schnellstmöglich Girokonten eröffnen. Der Landkreis wirkt weiterhin auf die

heimischen Kreditinstitute ein, um dies zu ermöglichen.

Barauszahlungen sollen nur in begründeten Einzelfällen möglich sein und erfolgen

an bestimmten Auszahlungstagen.

Kommunikationsstrukturen

Vor Einrichtung einer Gemeinschaftsunterkunft

Vor Vertragsabschluss zur Einrichtung und Belegung einer Gemeinschaftsunterkunft

in einer Stadt oder Gemeinde im Landkreis Gießen wird im ersten Schritt der

Bürgermeister hierüber informiert. Darauffolgend tagt in der Regel die

Arbeitsgruppe „Vortreffen“ gemäß der als Anlage beigefügten Definition von

Runden Tischen, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Im Anschluss findet eine Bürgerinformation vor Ort statt. Hierzu läd der

Bürgermeister alle interessierten Bürgerinnen und Bürger ein. Der Ablauf einer

solchen Bürgerinformation sieht wie folgt aus: Der Bürgermeister begrüßt,

Schilderung des Ablaufes eines Asylverfahren durch den Flüchtlingspfarrer,

Erläuterung der Aufgaben des Teams Asyls und der Situation im Landkreis Gießen

durch Vertreter des Landkreises, Vorstellung der ehrenamtlichen Arbeit vor Ort und

Anwerbung Ehrenamtlicher durch das Diakonische Werk, Fragestunde für die

Bevölkerung und abschließend die Verabschiedung durch den Bürgermeister.

Bei dieser Bürgerinformation können sich Freiwillige melden, die sich gerne vor Ort

in der Flüchtlingsarbeit engagieren wollen. Das erste Treffen für die Ehrenamtlichen

erfolgt in der Regel 14 Tage nach der Bürgerinformation.

Im Falle einer kleineren Gemeinschaftsunterkunft (unter 30 Personen) kann anstelle

einer großen öffentlichen Bürgerversammlung auch eine reine

Anwohnerversammlung mit ähnlichem Inhalt und Ablauf stattfinden.

Weitere Kommunikationsebenen

Die weiteren Kommunikationsstrukturen sind der Anlage „Definition von Runden

Tischen“ zu entnehmen.

Integration durch Bildung

Kindertagesstätten und Schulen

Die Anmeldung der Kinder in den Kindertagesstätten oder in den Schulen wird

frühestmöglich durch die Sozialarbeiter des Landkreises vorgenommen.

Projekt Migrationsklassen

Hinsichtlich der Nachholung von Schulabschlüssen bzw. Vorbereitung auf ein

späteres Berufsleben und zur Verbesserung der Sprachkompetenz hat die Friedrich-

Feld-Schule in Gießen sogenannte „Migrantenklassen“ eingerichtet, in denen


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7Flüchtlinge und Migranten unterrichtet werden, die dem Landkreis Gießen dauerhaft

zugewiesen wurden.

Die Sprachkompetenz wird entsprechend dem Europäischen Referenzrahmen

stufenweise bei den Anfängern auf A1-, A2- und bei den Fortgeschrittenen auf B1-,

B2-Niveau erweitert, um die Integration in Gesellschaft und Berufsleben zu

verbessern.

Bildungs- und Teilhabepaket

Die Leistungen nach dem Bildungs- und Teilhabegesetz sowie die Organisation und

Abwicklung von Ganztagsangeboten und Schülertransporten erfolgt durch den Stab

Bildungs- und Teilhabe im Fachbereich Jugend, Soziales und Senioren bzw. durch

den Fachdienst Schule.

Ausbildungsförderung

Mit dem 25. BAföG-Änderungsgesetz wird zum 01.08.2016 die Verkürzung der

ausbildungsförderungsrechtlichen Mindestaufenthaltsdauer von vier Jahren auf 15

Monate wirksam, das heißt, dass junge Flüchtlinge bereits nach 15 Monaten

Aufenthalt in Deutschland Ausbildungsförderung erhalten können.

Für die Übergangszeit wurde in Abstimmung mit den zuständigen Ministerien und

der Arbeitsagentur für Arbeit vereinbart, dass die jungen Flüchtlinge gemäß der

Härtefallklausel im SGB II mit Darlehen unterstützt werden, sodass der

Lebensunterhalt während der Ausbildung sichergestellt werden kann.

Praktika und Arbeitsgelegenheiten

Der Landkreis Gießen ermöglicht den Flüchtlingen seit Frühjahr 2014 aufgrund

gemeinsamer Erarbeitung durch den DGB, den Ausländerbeirat, die

Ausländerbehörde und dem Team Asyl die Teilnahme an Praktika und

Arbeitsgelegenheiten. Die Teilnahme findet auf freiwilliger Basis statt und soll den

Flüchtlingen einen ersten Einblick in den heimischen Arbeitsmarkt ermöglichen.

Weitere Informationen und Rahmenbedingungen können dem beigefügten Flyer

entnommen werden.

Projekt zur Beratung und Vermittlung von Asylbewerbern in Praktika und

Arbeitsgelegenheiten

Die Ausgestaltung des Projektes kann dem als Anlage beigefügten Konzept

entnommen werden.

Kooperation mit Agentur für Arbeit und Jobcenter

Um die Integration der Flüchtlinge in den heimischen Arbeitsmarkt zu erleichtern,

findet eine enge Kooperation mit der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter statt.

Zur Vereinfachung der beruflichen Integration werden anhand von vereinheitlichten

Fragebögen, die bereits vorhandenen Qualifikationen der Flüchtlinge abgefragt und

erfasst, so dass unter anderen passende Ausbildungsplätze und

Beschäftigungsmöglichkeiten gefunden werden können.

Sprachförderung

Möglichst zeitnah nach Einrichtung einer Gemeinschaftsunterkunft bietet der

Landkreis an allen Standorten (als freiwillige Leistung) Sprachkurse an. Die

Volkshochschule des Landkreises bietet diese Kurse zwei- bis dreimal wöchentlich

an. Diese finden außerhalb der Unterkunft, zum Beispiel in Schulen oder

Gemeindehäusern, statt, damit die Flüchtlinge durch verlassen der

Gemeinschaftsunterkunft eine weitere Möglichkeit der Integration in die Gesellschaft


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wahrnehmen können. Die Sprachkurse folgen den in der Anlage beschriebenen

Standards und bilden die pädagogische Grundlage für die späteren

Integrationssprachkurse.

Sollten die Flüchtlinge während ihrer Unterbringungszeit in den

Gemeinschaftsunterkünften keine Gelegenheit zur Teilnahme an einem Sprachkurs

gehabt haben, besteht im Stadtgebiet Gießen die Möglichkeit einer

Sprachkursteilnahme.

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Die Zuständigkeiten, Aufgaben und Abläufe des Clearingverfahrens sind derzeit

durch den Erlass des Hessischen Sozialministeriums zur „Unterbringung,

Versorgung und Verteilung von unbegleiteten minderjährigen asylsuchenden

Flüchtlingen unter 18 Jahren" vom 20. Juni 2008 auf der Grundlage des seit 2005

geänderten § 42 SGB VIII geregelt. Verantwortlich für das Clearingverfahren ist das

jeweilige Jugendamt, in dessen Zuständigkeitsbereich sich ein Jugendlicher

tatsächlich aufhält und in Obhut genommen wird.

Hierbei erfolgt der erste Kontakt zwischen Jugendamt und unbegleiteten

minderjährigen Flüchtling in den meisten Fällen durch Selbstmeldungen, über die

Bundespolizei am Frankfurter Flughafen und den Bahnhöfen, über die Hessische

Erstaufnahmeeinrichtung (HEAE) in Gießen sowie über die Landespolizei.

Hessenweit erfolgt die Inobhutnahme in der Regel durch die beiden Clearingstellen

bei den Jugendämtern der Städte Frankfurt und Gießen.

Nach Ende der Inobhutnahme und Gewährung von „Hilfe zur Erziehung“ werden die

Jugendlichen in verschiedenen - meist spezialisierten - Jugendhilfeeinrichtungen

weiter betreut und sodann durch das Regierungspräsidium in Darmstadt hessenweit

auf die jeweiligen Landkreise und kreisfreien Städte nach einem festgelegten

Quotensystem verteilt. Nach der Zuweisung in einen Landkreis oder eine kreisfreie

Stadt ist das dort zuständige Jugendamt für die anschließende Hilfegewährung

verantwortlich. Die Vormundschaft bzw. Pflegschaft wird in der Regel auf das jeweils

zuständige Jugendamt des Aufenthaltsortes des jungen Menschen übertragen.

Die personelle Besetzung im Jugendamt des Landkreises Gießen (spezielle Stellen im

Allgemeinen Sozialen Dienst) wird entsprechend der Fallquotenentwicklung

kontinuierlich angepasst. Die Stellenanteile werden zu 100 % durch das Land Hessen

refinanziert. Für die wirtschaftliche Abwicklung der Hilfen (derzeit 0,5 VZÄ) erfolgt

keine Personalkostenerstattung

Derzeit betreut das Jugendamt des Landkreises 46 unbegleitete minderjährige

Flüchtlinge. Im Laufe des 2.Quartals 2015 sind weitere 14 „Fälle“ zu übernehmen.

Dafür stehen aktuell 0,5 Vollzeitäquivalente im Allgemeinen Sozialen Dienst bereit.

Eine weitere 0,5-Stelle befindet sich derzeit im Besetzungsverfahren. Die

Jugendlichen sind in Jugendhilfeeinrichtungen folgender Träger untergebracht: St.

Stephanus (Caritas), AWO Gießen, AWO-Mädchenwohngruppe in Grünberg, Burg

Nordeck (pro Liberi Mittelhessen gGmbH), Friedrich-Naumann-Haus (Diakonisches

Werk), Kinderheim ZOAR in Hüttenberg-Rechtenbach.

Derzeit entstehen neue Wohngruppen von St. Stephanus in Laubach-Wetterfeld (9

Plätze) und in Alten-Buseck (9 Plätze + 2 Plätze zur Verselbständigung). Die


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9Wohngruppen sollen gemischt (unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und andere

Kinder und Jugendliche) belegt werden.

Die Kosten für die Unterbringung erstatten die vom Bundesverwaltungsamt in jedem

Einzelfall bestimmten Bundesländer.

Evaluation / Überarbeitung / Fortschreibung

Die Richtlinie zur Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen im Landkreis

Gießen soll regelmäßig, möglichst einmal im Jahr, fortgeschrieben und aktualisiert

werden. Dabei sind alle relevanten Gremien und Gruppen einzubinden.

Diese Richtlinie wurde in der vorliegenden Fassung vom Kreistag des Landkreises

Gießen in seiner Sitzung am 06. Juli 2015 beschlossen.

Anlagen:

1) Landkarte Gemeinschaftsunterkünfte im Landkreis Gießen

2) Mustervertrag mit Betreibern von Gemeinschaftsunterkünften

3) Anlage zum Mustervertrag

4) Organigramme Team Asyl

5) Definition der Runden Tische

6) Flyer für Praktika und Arbeitsgelegenheiten

7) Konzept zur Beratung und Vermittlung in Praktika und Arbeitsgelegenheiten

8) Standards für Sprachkurse


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Vertrag

Zwischen

dem Landkreis Gießen – vertreten durch den Kreisausschuss –

Riversplatz 1 – 9, 35394 Gießen

(nachstehend Nutzer genannt)

und

(nachstehend Betreiber genannt)

wird folgender Vertrag geschlossen:

§ 1

(1) Der Betreiber verpflichtet sich, im Objekt …………………………………………….,

nach Weisung des Landkreises Gießen, Personen aufzunehmen und unterzubringen,

die nach bundes- oder landesrechtlichen Vorgaben in den Landkreis Gießen verteilt

worden sind. Das vorbezeichnete Objekt dient sowohl der Unterbringung von

ausländischen Flüchtlingen als auch von Spätaussiedlern/innen.

(2) Die vorgenannte Einrichtung ist eine Gemeinschaftsunterkunft bzw. ein

Übergangswohnheim und verfügt als Richtwert über …. Unterbringungsplätze. Der

Nutzer ist Träger der Einrichtung im Sinne von § 3, Abs 1 des Gesetzes über die

Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen und anderen ausländischen Personen

bzw. § 4, Abs 2 des Gesetzes über die Aufnahme und Unterbringung von

Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedlern.

(3) Der Betreiber verpflichtet sich, für das Objekt eine Gebäudebrandversicherung sowie

eine Gebäudehaftpflichtversicherung zu unterhalten.

(4) Der Betreiber übernimmt die Verkehrssicherungspflicht für das gesamte Gebäude

sowie den dazugehörenden Außenbereich. Er stellt die Verkehrssicherheit durch

regelmäßige Begehung und Kontrolle der elektronischen Geräte sicher. Der Betreiber

trägt dafür Sorge, dass die Räumlichkeiten stets den hygienerechtlichen,

brandschutz- und baurechtlichen Bestimmungen genügen und hält die

Räumlichkeiten instand. Der Vermieter duldet die Durchführung von nach dem

Bundesinfektionsschutzgesetz erforderlichen Maßnahmen und trägt die

entsprechenden Kosten.


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§ 2

(1) Der Betreiber verpflichtet sich, das Anwesen zur Unterbringung der aufzunehmenden

Personen entsprechend der in Anlage 1 zu diesem Vertrag aufgeführten

Ausstattungs- und Beschaffenheitskriterien, die als Mindestanforderungen gelten und

Bestandteil dieses Vertrages sind, herzurichten, auszustatten und zu unterhalten.

(2) Die bauliche Unterhaltung des Objektes, einschließlich der Installation, obliegt dem

Betreiber. Das Haus ist in einem für die menschenwürdige Unterbringung geeigneten

Zustand zu erhalten. Notwendige Renovierungsarbeiten sind, auch auf Weisung des

Nutzers, durchzuführen. Das gleiche gilt für sämtliche Gegenstände, die von dem

Betreiber nach Anlage 1 zur Verfügung zu stellen und nach Bedarf zu ersetzen oder

zu ergänzen sind.

(3) Das Hausrecht übt der Betreiber aus. Dem Nutzer wird das Hausrecht insoweit

übertragen, als es erforderlich ist, um die Erfüllung der dienstlichen Pflichten

durchzusetzen.

§ 3

Von dem Betreiber sind die für die Nutzungsart erforderlichen Genehmigungen der

Bauaufsichtsbehörde, die eventuell auch durch Änderungen des Baurechts während

der Vertragslaufzeit notwendig werden, einzuholen. Die Erfüllung baurechtlicher

Auflagen ist durch Abnahmebescheinigungen der Bauaufsichtsbehörde

nachzuweisen. Darüber hinaus verpflichtet sich der Betreiber, behördliche

Verfügungen, die das Objekt betreffen, unverzüglich und vollständig zu erfüllen.

§ 4

(1) Der Betreiber stellt einen reibungslosen Wohnheimbetrieb sicher. Er nimmt die vom

Nutzer in das Objekt eingewiesenen Personen auf und teilt ihnen die zur

Unterbringung vorgesehenen Räumlichkeiten und Einrichtungen nach Weisung des

Nutzers zu. Die Möglichkeit zur Neuaufnahme wird von dem Betreiber werktäglich bis

18:00 Uhr gewährleistet.

(2) Der Betreiber überwacht die Belegung des Wohnheimes und teilt dem Nutzer

eingetretene Änderungen kurzfristig mit. Der Betreiber ist berechtigt, die

Mitwirkungsrechte eines Wohnungsgebers nach dem Melderecht auszuüben.

(3) Die Reinigung der Räume, der Küche und sanitären Anlagen und

Gemeinschaftseinrichtungen sowie des durch die Bewohner genutzten

Außenbereiches und Gehwege soll nach Möglichkeit von den untergebrachten

Personen vorgenommen werden. Zu diesem Zweck erstellt der Betreiber wöchentlich

einen Reinigungsplan und überwacht dessen Ausführung. Dies entbindet den

Betreiber jedoch nicht von seiner grundsätzlichen Verpflichtung, für die Sauberkeit

des Objektes zu sorgen. Bei Belegungswechsel ist in jedem Fall durch den Betreiber

eine Grundreinigung oder Renovierung der betreffenden Räume durchzuführen. Die

Entsorgung von Müll und Sperrmüll sowie sonstigen in dem Objekt sowie auf dem

Grundstück befindlichen Gegenständen (insbesondere bei Räumung des Objektes

obliegt dem Vermieter.


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- 3 -(4) Der Betreiber wird in Abstimmung mit dem Nutzer eine Hausordnung erstellen, für

deren Einhaltung der Betreiber zu sorgen hat. Der Nutzer ist unverzüglich über alle

außergewöhnlichen Vorfälle zu unterrichten.

(5) Der Betreiber hat dafür Sorge zu tragen, dass den Bewohnern Poststücke

ordnungsgemäß, unter Einhaltung des Postgeheimnisses, zugestellt werden können.

§ 5

(1) Der Betreiber gestattet Vertretern des Nutzers und von diesem mit einer

entsprechenden Befugnis ausgestatteten Personen, das Vertragsobjekt jederzeit zu

betreten und sich darin aufzuhalten.

(2) Darüber hinaus stellt der Betreiber einen eingerichteten Büroraum mit Telefon und

Internetanschluss in dem Objekt zur Verfügung und gestattet den vom Nutzer mit

Betreuungsaufgaben beauftragten Personen die Nutzung des Raumes und des

Telefons sowie des Internetanschlusses zu dienstlichen Zwecken.

§ 6

(1) Zur Abgeltung aller vertraglichen Leistungen des Betreibers, einschließlich der

entstehenden Betriebs- und Nebenkosten sowie anfallenden Abgaben, entrichtet der

Nutzer ein Entgelt in Höhe von xxx Euro/Tag für jede eingewiesene und anwesende

Person. Die Zahlung des Unterbringungsentgeltes erfolgt auf der Grundlage einer

von dem Betreiber nach Ablauf eines jeden Kalendermonats vorzulegenden

Abrechnung mit Anwesenheits- und Belegungsnachweis. Zur Feststellung der

Unterbringungstage im jeweiligen Abrechnungsmonat ist die Anzahl der

Übernachtungen maßgebend.

(1) Ab …… 201x stehen …….. Plätze zur Nutzung bereit; eine Garantiebelegung wird

ab diesem Zeitpunkt für ….. Personen vom Nutzer garantiert. (Sobald sämtliche

Räume in dem Anwesen zu dem Vertragszweck bereitgestellt werden und eine

Unterbringung von ……. Personen möglich ist, garantiert der Nutzer eine

Mindestbelegung von …. Personen.) Die Garantiebelegung gilt jedoch nicht für die

letzten drei Monate vor einem Vertragsende. Die Gesamtfläche incl. Nutzfläche

beträgt ………. m², die reine Wohnfläche beträgt …………. m². Wird eine

Teilbelegung vorher möglich, wird entsprechend der tatsächlich untergebrachten

Personen abgerechnet.

(2) Für die sich aus der garantierten Belegung mit …. Personen ergebenden Anzahl von

….. Übernachtungen pro Monat ist ab dem noch festzustellenden Zeitpunkt

monatlich im Voraus bis zum 05. eines jeden Kalendermonats ein Entgelt in Höhe

von ……….. Euro (in Worten: ……………………… 00/100 Euro)

an den Betreiber zu überweisen. Die Garantiezahlung wird mit der monatlich

vorzunehmenden Abrechnung verrechnet.


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§ 7

(1) Das Vertragsverhältnis beginnt vorbehaltlich der Erteilung der baurechtlichen

Nutzungsänderung am 01.xx.201x und wird mit einer festen Vertragslaufzeit bis zum

xx.xx.201x geschlossen. Der Vertrag verlängert sich stillschweigend um jeweils ein

Kalendervierteljahr, sofern er nicht von einer der Vertragsparteien mit einer Frist von

drei Monaten schriftlich gekündigt wird.

(2) Das Vertragsverhältnis kann vom Nutzer auch während der Vertragsdauer fristlos

gekündigt werden, wenn der Betreiber seinen Pflichten trotz Abmahnung nicht oder

nur unzureichend nachkommt.

§ 8

(1) Der Nutzer haftet gegenüber dem Betreiber nicht für die von den Bewohnern oder

diesen zugehörigen Personen verursachte Schäden. Ferner stellt der Betreiber im

Innenverhältnis den Nutzer von Ersatzansprüchen Dritter frei, die auf Schäden durch

die Benutzung der Einrichtung geltend gemacht werden.

(2) Im Rahmen der Mängelhaftung des Betreibers ist der Mieter für die Zeit der

aufgehobenen Tauglichkeit berechtigt, den Mietzins vollständig einzubehalten (§ 536

Abs. 1 Satz 1 BGB). Für die Zeit der geminderten Tauglichkeit ist der Mieter

berechtigt, ab dem Tage nach Ablauf einer schriftlich gesetzten Frist zur Behebung

der Mängel, einen Betrag in Höhe von mindestens 20 % des Durchschnitts der letzten

drei Monatsmieten einzubehalten (§ 536 Abs. 1 Satz 2 BGB).

(3) Sofern der Betreiber durch entsprechende Mahnung des Mieters mit der ihm

obliegenden Beseitigung von Mängeln, die die Aufrechterhaltung des

Wohnheimbetriebes sowie den vertragsmäßigen Gebrauch der Mietsache

beeinträchtigen, in Verzug kommt, ist der Mieter berechtigt, die Mängelbeseitigung

eigenverantwortlich im Rahmen der Ersatzvornahme zu Lasten des Betreibers

durchführen zu lassen. Der Mieter ist berechtigt, die entstandnen Kosten mit der

Mietforderung zu verrechnen (§ 536 a BGB).

§ 9

Der Betreiber ist für die Einhaltung der bauordnungsrechtlichen Anforderung im Betrieb

verantwortlich. Er hat die besondere sprachliche, kulturelle und psychische Disposition der

Flüchtlinge bei der Wahrnehmung ihrer Obliegenheitspflichten zu berücksichtigen. In den

Baugenehmigungen festgeschriebene betriebliche organisatorische Maßnahmen (z. B.

Brandschutzordnung) sind entsprechend anzupassen. Die Bewohner sind in geeigneter

Form über Rettungswege und das Verhalten im Brandfall zu informieren. Die

Sicherstellung der Betriebsbereitschaft der nach § 13 Abs. 5 der HBO erforderlichen

Rauchwarnmelder ist auch in Wohnungen, in denen Flüchtlinge untergebracht werden, zu

gewährleisten.

Auch in Unterkünften, die nicht unter den Anwendungsbereich der § 13 Abs. 5 HBO fallen,

ist die Installation von Rauchwarnmeldern in den Schlafräumen sowie Fluren über die

Rettungswege von Aufenthaltsräumen führen, angeraten.


Page 15
-5 -§ 10

Nebenabreden sowie nachträgliche Änderungen und Ergänzungen dieses Vertrages

bedürfen zur Wirksamkeit der Schriftform. Soweit dieser Vertrag keine Regelungen

enthält, gelten die Vorschriften des BGB über das Mietrecht ergänzend.

§ 11

Der Vertrag wird 3-fach ausgefertigt. Hiervon erhält der Nutzer zwei und die Betreiberin

eine Ausfertigung.

Gießen, den

Für den Landkreis Gießen

Der Betreiber

Anita Schneider

Landrätin

Dirk Oßwald

Hauptamtlicher

Kreisbeigeordneter


Page 16

1

Anlage zum Unterbringungsvertrag über die Gemeinschaftsunterkunft / das

Übergangswohnheim in …

Die oben genannte Gemeinschaftsunterkunft / das Übergangswohnheim ist nach folgenden

Mindestanforderungen auszustatten:

Präventive Sicherheitsmaßnahmen:

• Notruftelefon

An einer für alle Hausbewohner zugänglichen Stelle ist ein Notruftelefon zu

installieren, bei dem lediglich die Notrufnummern 110 und 112 freigeschaltet sind und

gebührenfrei gewählt werden können.

• Außensicherung

o Der Eingangsbereich ist bei Dunkelheit ausreichend zu beleuchten.

o Zum Schutz vor nicht auszuschließenden Übergriffen müssen die Fenster und

Balkontüre, zumindest im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss mit

Außenrollläden gesichert sein.

• Entsprechend den jeweils geltenden feuertechnischen Vorschriften ist eine ausreichende

Anzahl funktionsfähiger Feuerlöscher, Löschdecken etc. an den dafür vorgesehenen

Stellen anzubringen. Sie sind den Vorschriften entsprechend regelmäßig zu überprüfen

und gegebenenfalls zu ersetzen. Auf dem Brandschutz und dem Gesundheitsschutz liegt

dabei ein besonderes Augenmerk und die Einhaltung wird von Kreisseite regelmäßig

kontrolliert.

• WLAN mit entsprechender Bandbreite

• Sozialraum (ab einer Größe der Gemeinschaftsunterkunft von 20 Personen)

• Bei der Unterbringung von Familien bedarf es zusätzlich eines Kinderspielraums

• Zudem ist auf ausreichend Freifläche zu achten

• Alle Zimmer müssen über Tageslicht und ordentliche Lüftungsmöglichkeiten verfügen.

• Fernseher im Sozialraum der Gemeinschaftsunterkunft

• Sozialräume müssen von den Schlafräumen abgetrennt sein. In den Sozialräumen

müssen Flächen für die Weitergabe von Informationen (Schwarze Bretter / Infotafeln)

vorhanden sein.

Ausstattung der Unterbringungsräume:

• je Person 1 Bett, für Babys und Kleinkinder geeignete Kinderbetten

(Qualitätsmatratzen, kein Schaumstoff)

• je Einzelperson 1 abschließbarer Kleiderschrank aus Holz oder festen stabilen

Werkstoffen

bei Familien: Schrankfläche je nach Personenzahl und Alter der Kinder

• je Person ein Stuhl

• je Zimmer 1 Tisch

• je 2 Einzelpersonen ein Kühlschrank, bei Familien bis zu 5 Personen ein

Kühlschrank, ab der 6. Person ein weiterer Kühlschrank oder ein entsprechend

größeres Gerät

• zur Aufbewahrung lagerfähiger Lebensmittel, Geschirr, Bestecke etc. geeignetes

Mobiliar (z.B. Küchenunterschrank, -hängeschrank, -hochschrank)

In den Schlafräumen darf kein Kochen erlaubt werden. Wasserkocher sind mit einer

Keramikplatte zu betreiben.

Ausstattung der Gemeinschaftsküchen:

• Die folgenden Mindestanforderungen an die Ausstattung der zentralen Küche

beziehen sich nicht auf die Anzahl der Bewohner in der ehemaligen Wohnung:

• Je angefangene 7 Bewohner ein Herd (4 Platten) mit Backofen.

• Je angefangene 7 Bewohner eine Küchenspüle mit Geschirrablage

auszustatten.


Page 17
2Sanitäre Anlagen

Die folgenden Mindestanforderungen beziehen sich nicht auf abgeschlossene

Wohneinheiten:

• je angefangene 5 Personen eine separat abschließbare Toilette

Sofern die Toilettenräume nicht einzelnen Zimmern oder Familien zugeordnet werden

können, müssen sie räumlich nach Geschlecht getrennt sein. Je WC muss eine

Toilettenbürste vorhanden sein, die monatlich ausgetauscht wird.

• je angefangene 6 Personen eine separat von innen abschließbare Dusche und je 4

Personen ein Waschbecken (auch als Waschplatz organisierbar analog Sporthallen).

Sofern die Dusch- und Waschräume nicht einzelnen Zimmern oder Familien

zugeordnet werden können, müssen sie räumlich nach Geschlecht getrennt sein. Sie

sind so zu gestalten, dass die Wahrung der Intimsphäre gewährt wird.

Je abgeschlossener Wohneinheit ist ein Bad mit mindestens

• einer Toilette, mit Toilettenbürste, die nach Bedarf ausgetauscht wird.

• einer Dusche und

• einem Waschbecken

vorzusehen.

Waschen und Trocknen:

• je angefangene 10 Personen eine Waschmaschine

• jeweils gleiche Anzahl Wäschetrocknern oder ein separater Trockenraum in

ausreichender Größe und Ausstattung. Bei geeigneter Witterung können alternativ

auch Trockenmöglichkeiten im Freien zur Verfügung gestellt werden.

sonstige Ausstattung:

Den Bewohnern sind für die Dauer der Unterbringung leihweise folgende Gegenstände zu

überlassen

• eine Garnitur Bettwäsche, bestehend aus:

o 1 Einziehdecke

o 1 Kopfkissen

o 2 Bettlaken

o 2 Satz Bettbezüge (Kopfkissen und Bettenbezug)

für Babys und Kleinkinder Kinderbettwäsche, bestehend aus:

o 2 Einziehdecken

o 1 kleines Kissen

o 3 Bettlaken

o 3 Satz Bezüge

o 1 Matratzenauflage

4 Frotteetücher:

• 1 Duschtuch 70 cm x 140 cm

• 3 Handtücher 80 cm x 40 cm

• Haushaltsgegenstände

o je einzel-untergebrachter Person oder Familie ein Föhn

o je Person eine Ausstattung Essgeschirr (flache Teller, Suppenteller, Trinkglas,

Tasse, Frühstücksteller)

o je Person eine Besteckgarnitur (Gabel, Esslöffel, Messer, Teelöffel)

o je Wohneinheit ein Schneidebrett, ein Schneidemesser, ein Schälmesser,

o je untergebrachter Einzelperson ein Kochtopf (20 cm Durchmesser), eine

Bratpfanne (20 cm Durchmesser), eine Servierschüssel, eine Rührschüssel,

ein Haushaltssieb, zwei Topflappen, zwei Geschirrtücher, eine Spülbürste

o je Familie mind. eine Bratpfanne (26 oder 28 cm Durchm.), 2 Kochtöpfe,

davon einer mind. 24 cm Durchm., zwei Topflappen, 4 Geschirrtücher, eine

Spülbürste


Page 18

3

o Je Zimmer oder je Familie ein Besen, ein Schrubber, ein Handfeger, ein

Kehrblech, ein Putzeimer, ein Bodenwischtuch, zwei Wischtücher

Defekte oder zerschlissene Ausstattungsteile sind umgehend zu ersetzen. Mutwillig

zerstörtes Inventar ist dezidiert nachzuweisen und muss anschließend von dem Verursacher

eingefordert werden.

Büroraum

Für die allgemeine Beratung und soziale Betreuung der Bewohner werden vom Landkreis

beauftragte Personen regelmäßige Sprechstunden im Haus anbieten. Hierzu ist ein

geeigneter Raum zur Verfügung zu stellen und auszustatten mit:

• einem Telefon

• einem Schreibtisch oder einem anderen für eine Beratung geeigneten Tisch

• vier Stühlen

• einem verschließbaren Büroschrank zur Aufbewahrung von Unterlagen

• einen Internetanschluss

• eine separate, abschließbare Toilette


Page 19
Bil ÿd gÿd Tÿlhabe

(Koordination & Leistungs- W

gewährung) auch für Asyl,

im Stab Vers,amt!tKP .

Organisation Asym

Fachdienst Soziales & Senioren

ù

.

• Landkreis

GießelÿL ÿI

/

«Team Asyl - Verwaltung

Ltg.: Jörg Glasenhardt-Freymann

(0,75 VZA)

Stellv.: Hans-Peter Christof

(o,] vzÄ)

-Hans-Peter Christof(0,9 VZÄ)

-Angefo, Steven (.1 VZÄ)

-Friess, Franziska (1 VZÄ)

-Graulich, Thomas (1 VZ_Ä)

-Rüger, Dirk (l VZÄ)

• -Wehrum-Burk, Petra (0,6 VZÄ)

-SB N.N. (1,0 ÿ7_Ä) - Leistungsgew.

-SB N.N. (1,0 VZÄ) - Immob.mang.

-MA N.N. (0,5 VZÄ) - Statistiken,

Berichtswesen

-MA N.N. (0,5 VZÄ) tT-Admin.,

anges, im Stab Interner Dienst)

iLeitung: Marita sei befr

: %

YÿTeam Asyl - Sozia]er Dienst"ÿN

Leitung: N.N. (1,0 VZÄ)

Stellv.: N.N. (0,1 VZÄ}

Stellv.: Achim Szauter

'MESSEN, S I',Iÿ7T-ÿ ,ÿ; WiSSe..*',ÿ

ùÿ,ÿ,ÿ,.TS¢.ÿ.-Jÿ.ÿrj" & [(ULT uP,.

-Jürgen David (I ,0 VZÄ)

-Sagirma]Imutoglu, Hüsniye (] ,0 VZÄ)

-Will, Katharina (1,0 VZÄ)

-Soz.Päd: NN (1 VZÄ)

-SozPäd. NN (1 VZÄ)

-Soz. Päd. N N (1 V-zÄ)

-Flach, Norbert (EHC, 1,0 VZÄ)

-Schmitt, Annette (Iß, ] ,0 VZÄ)

Schnittstelle zu Externen:

Diakonisches Werk/Ehrenamt

(0,5 VZÄ, ab 1 5.2015 mit t ,5 VZÄ)

ZAUG/BeriJfsintegration (1,5 VZÄ)

J

Stand: 1. Mai 2015


Page 20

Regionalteam 1

(Petra S° m m,erlad)

. «

Crundsatzfraqen:

-o Krankenhilfe :

' (außer Asyl)

o Obdachlosenhilfe

o Regelun.gskompe

tenz "Einmalige

Beihilfe" (SGB II

und SGB XII

Regionall:eam 2

(Karoline Bauer).

Grundsatzfraqen:.

o, Frauenhaus

o. Unterhalt

Team 3

. WOG(:;, BAföG, USG

OVotfgang Rock) '

G ru..nds.al;zfra _q e n:

Koordinator für

Ausbildung Im FDS0

Team 4

Senioren & Pflege

(Aÿhim Szauter)

ù

J

J

o Hilfe zum

Lebensunterhalt/

o Kap, 3 SGBXll

o Grundsicherung

im Alter und bei

Erwerbsminderun

' g/Kap. 4 SGB XII

o Krankenhilfe

o BTP (nur ,

'. Schulbedar0

o Sozialpädagogis¢ -

he Betreuung- in

Einzelfällen im

SGBXII

o GeltendrnachurÍg

von Unterhalt

o Entwurf von.

Widerspruchsbes

cheiden

ù

Gewährung von

O

WohngeId

o Gewährung von

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5GB Xtl "

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GrundsatzFragen:..

o Bestatt,kosten

o Pflegesatzver-

handlungen

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von Unterhalt

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vorrangiger

zivilrechtL

Forderungen "

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tellsR. & Rück-

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o" Bestattungsÿ ."i :. .

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o Entw:Widerspr- " -

uchsbescheide7 " -

o SpätaussiedlG "..

o 2. SED-RehaG

o. perspektivisch: '

Seniorenbüro

.

(Aufg. 5. oben) . .

ù

Team S-

Asyl - Verwaltung

(J. Glasenh.-Freym)

G ru n d s at zfra.q.e n:

o Erarbeitung,

' Umsetzung, ..

Kontrolle Kÿ-

Richtlinien Asyl

o Kommunikation

n. innen & außen.

o Bürgerversarn-

mlungen,

komm" Grernien,

Ausiänderbeirat,

Runde Tische

. Asyl

o Unterbringung

von Flüchtlingeri

0 Immob.mang.

o. Gewährung Lei-

... stungen AsylblG

. +Schulbedarf i

Abrechnungen

GU-Betreiber

o Krankenhilfe

o - Prüfung/Abgabe

Widersprüche an

das RP

o IT-Administration

o :. Sÿatistik,:.

• :. "..Berichtswesen-.

Team 6 " :

Asyl = Sozialer

Dienst (N.N,)

Qualitätsricht- ,

linien

Sozialarbeit

Sozialpädagogisc

. he Betreuung

_ÿ. Zuweisungen

ù .und

. .,.' Umverté!lung

' " von

.! Asylbewerbern

o. Runde Tische vor

" Ort & Bürgervers.

o. Wohn-/Auszugs-

beratung. :

o - Schnittstelle zu:

-" [)W (Ehi-enamts-

arbeit): : ': '

ZAUG (Berufs-

inÿegratio6} ' -

'ù,'.


Page 21
Stand: 26.06.2015

FLÜCHTLINGSBETREUUNG IM LANDKREIS GIEßEN

DEFINITION DER „RUNDEN TISCHE“

Ziel des Papiers ist es, die inzwischen verschiedenen Gesprächsrunden und Akteure

in der haupt- und ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuung zu strukturieren und für die

unterschiedlichen Formate einheitliche Bezeichnungen und Verantwortlichkeiten zu

definieren.

1) Vortreffen

a. Teilnehmer: Bürgermeister, Dezernat II + IV, örtliche Kirchengemein-

den (immer katholische und evangelische; wenn vorhanden weitere

Glaubensgemeinschaften), Fachdienstleitung 50 (Soziales), Teamlei-

tung Asyl, Flüchtlingsseelsorge EKHN, Diakonie, Betreiber

b. Zeitpunkt: vor Einrichtung einer Gemeinschaftsunterkunft

c. Leitung: Dezernent II oder IV

d. Organisation: Dezernat II Büro

2) Steuerungsgruppe Asyl vor Ort

a. Teilnehmer: Sozialarbeiter vor Ort, Bürgermeister und/oder örtlich Be-

auftragter der Gemeinde für Flüchtlingsfragen, örtliche Kirchenge-

meinden; wenn vorhanden weitere Glaubensgemeinschaften, Teamlei-

tung Asyl, Diakonie, evangelische Flüchtlingsseelsorge, ggf. örtlich Ak-

tive, Betreiber bei Bedarf dazu einladen

b. Rhythmus: 2 – 4 x im Jahr und nach Bedarf

c. Leitung: jeweiliger Bürgermeister

d. Organisation: Evang. Flüchtlingsseelsorge

3) Verwaltungsinterne Koordination „Runder Tisch Asyl“

a. Teilnehmer: Dezernenten II + IV, Fachdienstleitung 50 (Soziales),

Teamleitung Asyl, Fachdienstleitung 60, Sachgebietsleiter SpDi, Vertre-

ter aus dem Jobcenter, Vertreter Stab Arbeitsmarkt, ZAUG Geschäfts-

führung, Diakonie, ev. Flüchtlingsseelsorge, Kreisausländerbeirat

b. Rhythmus: alle 2 Wochen

c. Leitung: Dezernent II

d. Organisation: Dezernat II Büro

4) Koordinationsgruppe Asyl kreisweit

a. Teilnehmer: Diakonie, Flüchtlingsseelsorge, Fachdienstleitung 50 (So-

ziales), Teamleitung Asyl, Dezernat II und IV, Kreisausländerbeirat

b. Rhythmus: 2 – 4 x im Jahr und nach Bedarf

c. Leitung: Dezernent II

d. Organisation: Dezernat II Büro

5) Arbeitskreise mit Ehrenamtlichen vor Ort („Freundeskreis“)

a. Teilnehmer: Ehrenamtliche, Diakonie, Sozialarbeiter vor Ort, Teamlei-

tung Asyl und Fachdienstleitung 50 (Soziales) bei Bedarf, Flüchtlings-

seelsorge bei Bedarf

b. Rhythmus: regelmäßig nach örtlichem Bedarf

c. Leitung: Diakonie (später möglichst örtliche Leitung mit Unterstützung

durch Diakonie)

d. Organisation: bei neuen Gemeinschaftsunterkünften: Diakonie; bei be-

stehenden Runden Tischen (z.B. Laubach): wie bisher (Evang. Flücht-

lingsseelsorge)


Page 22

Stand: 26.06.2015

6) Anliegerversammlung

a. Teilnehmer: zuständiger Bürgermeister, Diakonie, Teamleitung Asyl,

evangelische Flüchtlingsseelsorge, Anwohner

b. Rhythmus: nach Bedarf

c. Leitung:

d. Organisation: Terminierung durch Diakonie, Anfertigung Handzettel

durch Dez II Büro in Abstimmung mit Bürgermeisterbüro


Page 23
Menschen

mit vielen Kompetenzen

INTEGRATION

Migranten/Asylbewerber

Optimal

Vorbereiten für die

Erwerbstätigkeit

Wir kommen zu Ihnen

Wir sind werktags mit unserem Beratungsmobil in

den Gemeinschaftsunterkünften und Stadt- bzw.

Gemeindeverwaltungen unterwegs und stehen

vor Ort als Ansprechpartner zur Verfügung. Die

genauen Sprechzeiten erfahren Sie im Internet:

www.zaug.de oder

telefonisch unter: 0641 95225-17.

Gerne besprechen wir gemeinsam die Möglich-

keiten einer Arbeitserprobung im Rahmen eines

Praktikums oder einer Arbeitsgelegenheit.

Sie möchten weitere Informationen erhalten?

Britta Strauch steht Ihnen zur Verfügung unter:

Telefon: 0641 95225-17

mobil: 0160 93909003

E-Mail: move@zaug.de

Sprechzeiten

Kontakt

Impressum

Herausgeber

Zentrum Arbeit und Umwelt

Gießener gemeinnützige Berufsbildungs-

gesellschaft mbH

Kiesweg 31, 35396 Gießen

Geschäftsführung: Monika Neumaier

www.zaug.de; Telefon: 0641 952 2510

Druck

März 2015

Fotonachweis

fotolia.com © AlemTMA, Daniel Ernst,

Kaesler Media, Jasmin Merdan


Page 24

Unsere Aufgabe

Beratung und Vermittlung von Asylbewerbern

in Praktikum und Arbeitsgelegenheiten

Wir tun etwas!

Die vom Landkreis Gießen betreuten Asylbewerber

bringen meist aus ihren Herkunftsländer Arbeits-

und Lebenserfahrung mit.

Das Projekt

führt eine aufsuchende Beratung in Gemeinschafts-

unterkünften durch. Ziel ist es, den Personen eine

Arbeitsgelegenheit oder ein Praktikum nach dem

Asylbewerberleistungsgesetz zu vermitteln.

Arbeitsgelegenheit

nach Asylbewerberleistungsgesetz

Dauer:

Ø 2 Monate, max. 20 Stunden pro Woche

Tätigkeitsort:

Staatliche, kommunale oder gemeinnützige

Institutionen im Landkreis Gießen.

Entgelt:

Das Entgelt beträgt 1,05 Euro pro Stunde (gem. §5

Abs. 2 AsylbLG). Die Zahlung erfolgt von der arbeit-

gebenden Institution direkt an den Asylbewerber.

Es erfolgt keine Anrechnung des Betrages auf die

Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.

Krankenversicherung:

Der Asylbewerber ist während der Tätigkeit über die

Kreisverwaltung Gießen krankenversichert.

Haftpflichtversicherung:

Bei Bedarf muss diese über die Institution

abgeschlossen werden, die die Arbeitsgelegenheit

anbietet.

Genehmigung:

Die Genehmigung erfolgt durch das Team Asyl

des Landkreises Gießen. Eine Vereinbarung über

die Teilnahme an einer Arbeitsgelegenheit muss

vorliegen.

Kündigung:

Eine beidseitige Kündigung ist mit Angaben von

Gründen innerhalb einer Frist von 3 Tagen möglich.

Modul Berufsstart:

Arbeitsgelegenheit oder Praktikum zum Übergang

in die Erwerbstätigkeit

Ziele

• Integration durch Arbeit

• Profitieren von internationalen Kompetenzen

• Mögliche Fachkräftesicherung für regionale Unter-

nehmen

Vorgehen

• Gemeinsame Abstimmung mit den zuständigen

Sozialpädagogen

• Prüfung der Kompetenzen, Erfahrungen und

Interessen

• Gemeinsame Abstimmung der beruflichen

Zukunftsgestaltung

• Enge Begleitung durch erfahrene Beratungsfach-

kraft

Praktikum nach Asylbewerberleistungsgesetz

Dauer:

4 Wochen, Verlängerung um 2 Wochen möglich;

Vollzeit, Teilzeit jedoch möglich

Tätigkeitsort:

Unternehmen im Landkreis Gießen

Entgelt:

Ein Entgelt wird nicht gezahlt. In Einzelfällen

können anfallende Fahrtkosten im angemessenen

Umfang zum Praktikumsbetrieb gegen entspre-

chende Nachweise über die Kreisverwaltung

Gießen erstattet werden.

Krankenversicherung:

Der Asylbewerber ist während der Tätigkeit über

die Kreisverwaltung Gießen krankenversichert.

Genehmigung:

Das Praktikum muss mit dem Team Asyl abge-

stimmt werden und der Vertrag vor Beginn des

Praktikums zur Genehmigung vorgelegt werden.

Kündigung:

Eine beidseitige Kündigung ist mit Angaben von

Gründen mit einer Frist von 3 Tagen möglich.

Arbeitsgelegenheiten

Praktikum

INTEGRATION

Migranten/Asylbewerber

Optimal

Vorbereiten für die

Erwerbstätigkeit


Page 25
1

Konzept „Beratung und Vermittlung von Asylbewerbern in Praktikum und AGH“

Trägerbeschreibung

Das Zentrum Arbeit und Umwelt - Gießener gemeinnützige Berufsbildungsgesellschaft (ZAUG

gGmbH) bietet seit 1988 Ausbildung, Qualifizierung und Beschäftigung für Jugendliche und

Erwachsene aus der Region im Rahmen spezieller Förderprogramme mit dem Ziel der (Wieder-)

Eingliederung auf den Arbeitsmarkt. Gesellschafter der ZAUG gGmbH sind alle Kreisstädte und

Kreisgemeinden des Landkreises Gießen, die Universitätsstadt Gießen und der Landkreis Gießen als

Hauptgesellschafter. Die Gesellschaft verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke.

Satzungsgemäßer Auftrag der ZAUG gGmbH ist insbesondere die Förderung der Jugendhilfe sowie

der Erziehung, Volks- und Berufsbildung. Allein im Jahr 2013 verzeichnete unsere Statistik 1.722

Teilnehmende an Angeboten der beruflichen Bildung.

Die Verzahnung mit Betrieben in der Region Mittelhessen ist im Rahmen der beruflichen Förderung

entscheidend. Auf alle Ausbildungsberufe bezogen, arbeitet die ZAUG gGmbH aktuell ganz konkret

mit 262 Betrieben der unterschiedlichsten Branchen zusammen. Durch unsere langjährige Präsenz als

Anbieter von beruflicher Bildung und Weiterbildung für Jugendliche und junge Erwachsene haben wir

sehr gute Kontakte zu kleinen- und mittelständischen Unternehmen. Die ZAUG gGmbH kann im

Rahmen bisher durchgeführter Projekte bei der Akquise von Praktikums- und AGH-Plätzen auf seine

umfassenden Erfahrungen und guten Kooperationen in der Region Mittelhessen zurückgreifen.

Regionale Ausgangssituation

Mit Stand Januar 2015 werden vom Landkreis Gießen 1.135 Asylbewerber bzw. Asylberechtigte

betreut. Diese wohnen in Gemeinschaftsunterkünften und in Wohnungen, verteilt im Landkreis

Gießen. Der Landkreis Gießen umfasst 18 Kommunen mit ca. 253.000 Einwohnern (Fortschreibungs-

ergebnisse 2. Hj. 2013 auf Basis des Zensus 2011). Aktuell sind nur wenige Asylbewerber und auch

nur an ausgesuchten Standorten, in einer Arbeitsgelegenheit bzw. in einem Praktikum tätig. Der

Landkreis Gießen bietet allen Asylbewerbern die Teilnahme an einer Sprachförderung an.

Projektziele

Ziel ist der Aufbau und die Erprobung einer Beratungs- und Vermittlungsstruktur für Asylbewerber

(nach dem schulpflichtigen Alter), zur Teilnahme an Praktika und Arbeitsgelegenheiten. Dadurch soll

der Einstieg in das Berufsleben und die damit verbundene gesellschaftliche Integration für

Asylbewerber im Landkreis Gießen erleichtert werden. Ziel ist es, das Asylbewerber Erfahrungen in

bestimmten Arbeitsbereichen erlangen und dadurch die Chance, in ein reguläres Arbeitsverhältnis zu

gelangen, zu erhöhen.


Page 26

2

Projektumsetzung

Asylbewerber bringen aus ihren Herkunftsländern Arbeitsbegabungen und Lebenserfahrungen

mit, die im Rahmen einer Arbeitsgelegenheit bzw. Praktikum gefördert und ausgebaut werden

können. Die Tätigkeiten dienen als Sprungbrett in die Arbeitswelt und werden entsprechend

gestaltet. Die Teilnahme ist für Asylbewerber ausdrücklich freiwillig und als Angebot zu verstehen.

Die Umsetzung der Beratungs- und Vermittlungsstruktur erfolgt durch eine aufsuchende Beratung in

den Gemeinschaftsunterkünften bzw. in den Rathäusern der Kommunen. Hierfür werden feste

Sprechzeiten für die einzelnen Beratungsstandorte vereinbart. Zur Entspannung der räumlichen

Situation in den Gemeinschaftsunterkünften und zur Einhaltung der Persönlichkeitsrechte, soll

hierfür ein Beratungs-Bus eingesetzt werden.

Im Vorfeld jeder Beratungseinheit wird mit dem jeweils zuständigen Sozialarbeiter Kontakt

aufgenommen um abzusprechen, welche Asylbewerber für ein Praktikum bzw. eine

Arbeitsgelegenheit grundsätzlich in Frage kommen. Insbesondere der Aufenthaltsstatus sowie die

körperliche und geistige Verfassung einer Person ist für diese Vorauswahl entscheiden.

Im anschließenden Beratungsgespräch wird geprüft, welche Kompetenzen, Erfahrungen und

Interessen die einzelne Person mitbringt und wie ihre berufliche Zukunft gestaltet werden könnte

bzw. was das Ziel der beruflichen Integration sein soll. Während des Beratungsprozesses wird

erwogen und gemeinsam besprochen, in welcher Form die Arbeitserprobung erfolgen soll. Die

Asylbewerber werden über die genaue Art der Tätigkeit und die Arbeitszeiten der Tätigkeit durch

eine Beratungsfachkraft informiert. Alle Personen, die an einer Arbeitsgelegenheit oder an einem

Praktikum teilnehmen, werden während der Tätigkeit durch eine Beratungsfachkraft eng begleitet.

Arbeitsgelegenheit nach AsylbLG, max. 20 Std. pro Woche, Dauer Ø 2 Monate

Die Arbeitserprobung und Beschäftigung im Rahmen einer Arbeitsgelegenheit erfolgt ausschließlich

bei staatlichen, kommunalen oder bei gemeinnützigen Institutionen, sofern die zu leistende Arbeiten

im öffentlichen Interesse liegen, zusätzlich und wettbewerbsneutral gemäß § 16d SGB II sind. Die

Arbeitsgelegenheiten werden zeitlich und räumlich so gestaltet werden, dass sie von den

Teilnehmenden ausgeführt werden können und zumutbar sind.

Die Arbeitszeit wird zwanzig Stunden pro Woche nicht überschreiten und beträgt im Durchschnitt

zwei Monate, im Einzelfall kann die Arbeitsgelegenheit zeitlich verlängert werden. Die

Aufwandsentschädigung beträgt 1,05 Euro (gemäß § 5 Abs. 2 AsylbLG) je Stunde und wird von der

Institution übernommen, die die Arbeitsgelegenheit bereitstellt. Die Bezahlung der

Aufwandsentschädigung erfolgt direkt an den Asylbewerber. Der Betrag wird nicht bei den

Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz angerechnet. Die Asylbewerber sind während

einer Arbeitsgelegenheit über die Kreisverwaltung Gießen krankenversichert. Eine

Haftpflichtversicherung ist freiwillig und muss bei Bedarf über die Institution, die die

Arbeitsgelegenheit anbietet, abgeschlossen werden. Ist eine Prüfung der Gesundheit bzw. ein

Gesundheitszeugnis erforderlich, wird dieses extra angefordert, wobei die Kostenübernahme der

notwendigen Bescheinigung vor deren Ausstellung mit der Kreisverwaltung Gießen zu klären ist. Die

Arbeitsgelegenheiten begründen weder ein Arbeitsverhältnis im Sinne des Arbeitsrechts, noch

ein Beschäftigungsverhältnis im Sinne der gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung.


Page 27
3

Bevor eine Beschäftigung erfolgen kann, muss die Arbeitsgelegenheit durch das Team Asyl des

Landkreises genehmigt und diesem die Vereinbarung über die Teilnahme an einer Arbeitsgelegenheit

mit Mehraufwandsentschädigung vor Beginn vorgelegt werden.

Die Arbeitsgelegenheit kann von beiden Seiten mit Angabe von Gründen innerhalb einer Frist von 3

Werktagen beendet werden. Eine vorzeitige Beendigung der Arbeitsgelegenheit ist dem Team Asyl

umgehend zu melden.

Praktikum nach AsylbLG, max. 6 Wochen pro Person

Das Betriebspraktikum hat die Aufgabe, Erfahrungen in der Arbeitswelt zu ermöglichen. Der

Praktikumsplatz sollte den Asylbewerbern Einblicke in Arbeitsprozesse und Strukturen der

Arbeitswelt erlauben. Ein Praktikum kann insbesondere auch dafür hilfreich sein, vorhandene soziale

Fähigkeiten am Arbeitsplatz einzubringen und auszubauen. Daher können auch gering qualifiziertere

Asylbewerber an einem Praktikum teilnehmen.

Ein Praktikum dauert einen Monat und kann bei Bedarf um maximal zwei Wochen verlängert

werden. Das Betriebspraktikum kann eine ganztägige Tätigkeit umfassen, Teilzeit ist jedoch auch

möglich. Ein Entgelt wird nicht gezahlt. Die Asylbewerber sind während eines Praktikums über die

Kreisverwaltung Gießen krankenversichert. Anfallende Fahrtkosten zum Praktikumsbetrieb werden

bei Bedarf im Einzelfall in angemessenem Umfang und gegen einen entsprechenden Nachweis vom

Landkreis Gießen getragen.

Als Praktikumsbetriebe kommen Unternehmen in Frage, die den Teilnehmenden berufliche

Erfahrungen vermitteln können und wo sie berufliche Fähigkeiten erworben werden können. Der

Praktikumsbetrieb stellt dem Teilnehmenden am Ende des Praktikums eine Praktikumsbestätigung

aus, welche über die Tätigkeiten und die erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten Auskunft gibt. Die

Beratungsfachkraft unterstützt hierbei den Betrieb.

Das Praktikum wird mit dem Team Asyl abgestimmt und der Praktikumsvertrag wird vor Beginn des

Praktikums zur Genehmigung vorgelegt.

Das Praktikum kann mit einer Kündigungsfrist von drei Werktagen von beiden Seiten vorzeitig

beendet werden. Eine vorzeitige Beendigung des Praktikums ist dem Team Asyl umgehend zu

melden.

Zielvereinbarungen

Für 50 Asylbewerber wird eine möglichst wohnortnahe Arbeitsgelegenheit organisiert.

Für 50 Asylbewerber wird ein möglichst wohnortnahes Praktikum organisiert.


Page 28

' Der Kreisausschuss

Landkreis

Gießen ÿ

-7

ù

HESSENS Mllq-E WISSEN

WIRTSCHAFT & KULTUR

Standards für Sprachkurse

In Absprache mit dem Team Asyl werden Deutschkurse im Regelfall

eingerichtet, wenn 8 Personen Interesse bekundet haben. Dies wird mit

Hilfe der Sozialarbeiter/-innen vor Ort in deren Sprechstunden und per

Aushang in der Gemeinschaftsunterkunft erfragt und der KVHS mitgeteilt.

Ein Kurs wird nach 250 Unterrichtsstunden beendet; sollte sich die

Teilnehmerzahl auf 3-4 Personen reduzieren, wird mit dem Teamleiter

Asyl das weitere Vorgehen geklärt: Abbruch/Beendigung oder Aussetzen

bis die Teilnehmerzahl wieder steigt.

Die zum Einsatz kommenden Lehrkräfte verfügen im Regelfall über

Deutsch als Fremdsprache (DaF)/Deutsch als Zweitsprache (DaZ)-

Erfahrungen aus eigener Unterrichtsstätigkeit. Binnendifferenziertes

Unterrichten mit heterogenen Lerngruppen (von Akademiker bis

lernungewohnt) muss zu ihrem Methodenrepertoire gehören. Aber: Sie

sind nicht nur ,Sprachmittler' sondern in vielen Fällen auch die

regelmäßig ansprechbaren Helfer bei den ,Dingen des Alltags' oder

Behördenbriefen und -gängen.

Im Unterricht wird zunächst mit dem Einstiegskurs ,Erste Schritte plus'

(Hueber Verlag) gearbeitet. Das Büchlein ist von den Teilnehmenden zu

kaufen (Preis aktuell € 10,99) und bietet eine für den Einstieg gut

passende Themenpalette auf einfachem Niveau für ca. 100

Unterrichtsstunden. Eiÿ Überblick über die Inhalte sind beigefügt.

Im Anschluss kann die Lerngruppe mit dem Lehrwerk ,Schritte Plus'

weiterarbeiten. Die Erfahrungen zeigen, dass Band 1 und Teile von Band 2

noch innerhalb der verfügbaren 150 Stunden behandelt werden können.

Für die Teilnehmenden bedeutet dies, dass sie - sobald die Verpflichtung

zum Integrationskurs durch der Ausländerbehörde vorliegt - die ersten 1

bis 2 Module des Integrationskurses nicht belegen müssen, da sie deren

Inhalte bereits in ihrem DaF-AsyI-Kurs bearbeitet haben. Die KVHS bietet

diese Integrationskurse zur Fortsetzung des SISracherwerbs in vielen

Kreiskommunen an.


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iNHALT

_:L.ÿ Begrüßungen

A Halloÿ. Guten Tag!

B Ich heiße _.

C Wie geht es Ihnen?

D Zahlen 1-20

E Das kann ich

Meine Familie

A Das ist meine Familie.

B Sie ist 10 Jahre alt.

C Ich bin42.

D Meine Familie

E Das kann ich

iÿÿ Herkunft

A Wo wohnen Sie?

B Woher kommen Sie? - Aus ita}len.

C Kommen Sie aus Spanien? - Nein.

D Alexis kommt aus Griechenland.

E Ich bin ledig und habe keine Kinder.

F Das kann ich

Im Deutschkurs

A Wie heißt du? Wie geht es dir?

B Ich spreche Türkisch und Deutsch.

C Im Deutschkurs

D Sie lernen Deutsch.

E Suche.,.

F Das kann fch

Beruf

7

7 Grammatik:

8 ° W-Frage: Wie heißen &*e?

t 0 « Aussage: ich heiße _.

12 ° Personalpronomen ich, Sie

14 o Verbkonjugagon (ich, Sie): heißen

15 Grammatik:

17 ° Possessivartikel mein/meine

18 , Personalpronomen er/sie

20 - Verbkonjugation (er/sie): heißen,

22 sein

23 Grammatik:

24 ù W-Frage, Ja-/N ein-Frage

26 - Präpositionen: in, aus

27 o Verbkonjugation (ich, er/sie, Sie):

29 kommen, wohnen, heißen, sein,

30 haben

31 Gramrrratik:

33 ° Personalpronomen du, sie (Plural)

34 o Verbkonjugation: sprechen

36

37

38

15

A

B

C

D

E

F

- i

Grammatik:

° Präpositionen: am, von ... bis

23

3t

39

Freizeit

Aktivit'ÿen

Was machen Sie gern?

tntemet-Profil

Heute, morgeñ, übermorgen ...

Wer macht was gern?

Das kann ich

, _ Essen und Trinken

A Lebensmittel

B Ich esse gern Obst.

C Essen und Trinken intemationa!

D Ich koche am Mittag.

E Ein Rezept

F Das kann ich

iÿÿ] Einkaufen

A Ich brauche Reis.

B Orientierung im Supermarkt

C Da ist der Kaffee.

D Was kostet die Schokolade?

E An der Fteisctÿtheke

F Das kann ich

- : In der Stadt

A Orte

B Ist hier eine Bank ÿn der Nähe?

G Das ist kein Kiosk.

D Eine Einladung

E Das kann ich

%q

Körper

A Mein Bein tut weh.

B Eine Nase, viele Nasen.

C Ich bin erkältet,

D Gesundheits-Tipps

E Das kann ich

A Maler - Malerin

39

B Was sind Sie von Beruf?

41

C Ich arbeite auch am Wochenende. 42

D Es ist ein Uhr.

44

E Ein Schichtplan

45

F Daskannich

46

63

64

65

67

68

70

71 Grammatik:

73 ° unbestimmter Artikel:ein!eine

75 - Negativartikel: kein/keine

77

78

79 Grammatÿ:

81 . Plural

82 « Imperativ (du, Sie)

84

86

47 Grammatik=

49 . Adverbien:gern, immer, oft,

5 l manchmal, heute, morgen ....

52 ° Nega[ion: nicht

53 , Präposition: um

54 - Verbkonjugadon: sehen, lesen

47

55

55 Grar¢rÿa'gk:

57 - Nultart&ei

59 o Adverb}en: einma/izweima!/dreima!

60 am Tag

6I « Verbkonjugation: essen

62

63

Grammatik:

• bestimmter Artikel: der/das!die

7t

79

Ersle Schd[te plus- Vorkurs I Deutsch als Fremdsprache I Kursbuch mit Audlo-CD I ISBN 978-3-19-35191!-5 I I© Hueber Vedag 20t2

Erste Schdtte plus -Vorkurs I Deutsch als Frÿ,'mdsprache t Kursbuch mit Audic-CD I ISBN 978-3-19-351911-5 I"3 Hueber V¢ÿ'la9 20t2

http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cac...

https://www.lkgi.de/images/formulare_downloads/Gesundheit_Soziales_Integration/Zuwanderung_und_Einreise/Richtlinie_Unterbringung_Betreuung_Fluechtlinge_LK.pdf