Google kauft Rettungswestenhersteller Mecusar

Google kauft Rettungswestenhersteller Mecusar

Hamburg, dsa

Der kalifornische Suchmaschinengigant ist weiter auf Einkaufstour: Nachdem vor einer Weile der Kauf des intelligenten Rauchmelder-Startups NestLabs in der Branche für Verwunderung gesorgt hatte, legt Google nun noch eins drauf und kauft die deutsche Firma Mecusar GmbH zu einem Preis von 560 Mio. US-$ (ca. 415 Mio Euro). 

Mecusar ist bisher vor allem als Hersteller von Rettungszubehör für die Luft- und Schifffahrt in Erscheinung getreten. Was Google bewogen hat in diesem Bereich weit vom Kerngeschäft des Unternehmens zu investieren, erklärt ein Pressesprecher: 

"Als hochinnovatives Unternehmen ist Google natürlich ständig bemüht neue Trends zu erspüren und frühzeitig in neuen Märkten Fuß zu fassen. Der neue Trend ist die Personalisierung von Inhalten. Der Nutzer möchte jederzeit und überall sein Leben mit seinen Freunden sharen, insbesondere natürlich in aufregenden und außergewöhnlichen Situationen. Was liegt da also näher als z.B. die Schwimmwesten, die in Flugzeugen und Schiffen bei Abstürzen und Katastrophen verwendet werden, socialmediatechnisch aufzurüsten?"

Was damit gemeint ist, zeigt ein Flugzeugabsturz vor Hawaii: Ferdinant Puentes kam in den außergewöhnlichen Genuss bei einem Flugzeugabsturz bei bestem Wetter zu überleben und wollte diese spannende Erfahrung mit seinen Freunden und Followern bei Google+ teilen.

"Man muss Herrn Puentes ein großes Lob aussprechen an dieser Stelle. Er hat völlig geistesgegenwärtig den Ernst der Lage begriffen und beherzt diesen Augenblick für alle anderen festgehalten, die leider nicht vor Ort dabei sein konnten.
Damit das Erlebnis für den Nuzer in Zukunft noch besser wird, wollen wir Google+ in Zukunft direkt mit Smartphone, Google Glass und der Schwimmweste oder dem Rettungsboot vernetzen."

-- Ferdinant Puentes lebt die Zukunft von Social Media schon heute --

So soll es laut Google möglich sein auch bei schlechtem Wetter und weit ab von der Küste Videos mit 720p direkt bei Youtube hochzuladen. Die Kosten für die Satellitenverbindung trägt dabei Google und verspricht sich, dies mit den hohen Werbeinnahmen, die diese Art von Content erzeugt, wieder reinzuholen.

Ein Whitepaper spricht außerdem davon, dass die Rettungsweste automatisch, bei Wahrnehmung von Wasser eine Aufnahme und gleichzeitigen Upload starten könnte, so wie bisher bei Wasserkontakt eine Positionsleuchte aktiviert wird. Dies wäre vor allem hilfreich, wenn der Nutzer z.B. aufgrund von Bewusstlosigkeit oder Aufregung gerade nicht selbst in der Lage ist, diesen Vorgang auszulösen.

"Eventuell könnte das Rettungsmittel auch einen automatischen SOS-Ruf absetzen und so Hilfe herbeirufen. Dies ist allerdings noch Zukunftsmusik und wird sicher nicht in der ersten Version unseres Produkts realisiert werden. Vor allem sehen wir Datenschutzprobleme, wenn wir die Position des Nutzers im offenen Meer ohne sein Einverständnis an Dritte, wie z.B. Rettungsorganisationen, weitergeben würden."

Konkurrenten wie Facebook sind bereits auf den Zug aufgesprungen und wollen ähnliche Unternehmungen akqurieren. Es wird also spannend um diesen bisher so unscheinbaren Markt.