PecuniaOlet

Vernunft und Politik

Politik ist die Hure der Macht. Und die Vernunft der Hure ist das Geld. 

Wo in aller Welt findet man in der Politik Vernunft?

Ist das Geldsystem vernünftig? War die Einführung des Euro eine Entscheidung der Vernunft? Werden Wahlkämpfe mit Argumenten der Vernunft geführt? Wurden die Banken aus Gründen der Vernunft gerettet? Sind die Sanktionen gegenüber Russland vernünftig?......

Lediglich bei Nebenkriegsschauplätzen werden gelegentlich als Alibi Entscheidungen im Sinne wenigstens von Teilen des Volkes getroffen, das Stimmvieh bekommt etwas Futter und mäht oder grunzt zufrieden. Wirklich wichtige und existenzielle Entschlüsse finden jedoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Man hat sie schlichtweg hinzunehmen.

Ich erinnere mich noch gut, wie die Kanzlerin sich hinsichtlich der Bankenrettung äußerte, dass sie noch nie so unterschiedliche, diametral entgegengesetzte Meinungen von Experten gehört habe: Einerseits die der Universitätsprofessoren, andererseits jene der "Experten" der Deutschen Bank und anderer Geldinstitute. Seltsam, woher kam das wohl? Sie hat sich dann bekanntermaßen den Experten der Bank angeschlossen.Man kennt sich ja.

Selbstverständlich wird überall Vernunft vorgeschoben. Man kann ja schlecht zugeben, dass es schlichtweg um Machtkalkül und -stategie, und sonst nichts, geht. Dem Volk muss man eben vorher durch ständiges Wiederholen in den Medien einbläuen, welche Art von Entscheidungen vernünftig und unseren Werten entsprechend zu sein haben, und diese Werte wurden vorher mit Hilfe von Schule, TV, Presse und Hollywood- teilweise auch mittels sehr "kreativer" Interpretation geschichtlicher Ereignisse - entscheidend mitgeprägt und beeinflusst.

Nun ist es aber immer wieder so, dass 80 Prozent der Wähler sich just für jene Parteien entscheiden, deren Politik ausschließlich den reichsten 5 Prozent gewidmet ist. CDU/CSU, SPD,FDP,Grüne sind Parteien, die sich hinsichtlich ihrer Paradigmen in der Wirtschaftspolitik kaum unterscheiden. Viele Wähler jammern und motzen zwar- jedoch nur, um beim nächsten Mal wieder eine dieser SED-Kader zu wählen. Sie ähneln dabei jenen Frauen, die unter prügelnden und gewalttätigen Partnern litten, sich aber immer wieder einen solchen "aussuchen". Bei diesen Frauen ist diese Entscheidung jedoch unbewusst und rührt wohl aus psychologischer "Übertragung" her. Die Wähler entscheiden sich jedoch bewusst gegen sich, wohl weil auch alle "Randparteien" oder Exoten medial diffamiert werden, und man keine "Experimente" zu wagen bereit ist. Man bevorzugt die Langeweile, die Eintönigkeit und den langsamen Untergang. Bis dahin kann man ja noch ein paarmal in Urlaub fahren.

Die Deutschen funktionieren hervorragend. Sie lassen denken und begraben ihren Einfluss in der Urne. Die Wahrheit, die sie zu schlucken haben, wird ihnen in kleinen Häppchen peu a peu über die Medien gereicht und von "Experten" und Umfragen erhärtet. Dafür werden sie auch noch zur Kasse gebeten und glauben, ihre eigene Meinung und ihren Einfluss geltend gemacht zu haben.

"Keine Experimente" - Bloß nicht!