Piratin Julia Reda besucht PirateBay-Mitgründer Peter Sunde im Gefängnis



Julia Reda, Abgeordnete der Piratenpartei im Europaparlament besucht am heutigen Donnerstag den in Schweden inhaftierten Mitgründer der PirateBay-Filesharing-

Plattform Peter Sunde. Im Zuge dessen kritisiert Reda den harten Umgang mit Sunde.

»Ich besuche Peter Sunde heute im Gefängnis, um ihm meine Unterstützung auszusprechen. An seiner unnötig harschen Haftstrafe kann man sehen, dass unser europäisches Rechtssystem jeden Bezug zur digitalen Kultur verloren hat. Menschen zu kriminalisieren, die die Möglichkeiten des Internets für den Wissensaustausch ausloten, bringt niemanden weiter. Stattdessen müssen wir Kulturschaffende bei der Entwicklung von tragfähigen Geschäftsmodellen unterstützen. Die drakonische Abschreckungspolitik gegen sogenannte Urheberrechtsverletzungen ist gescheitert«, erklärt Julia Reda direkt vor ihrer Fahrt nach Schweden.

»Die GründerInnen anderer Filesharing-Plattformen sind heute gefeierte InternetunternehmerInnen bzw. -InvestorInnen. Die Entwickler von Kazaa trugen etwa mit Skype, Rdio und weiteren Firmengründungen signifikant dazu bei, den Spitzentechnologie-Sektor in Europa voranzubringen. Auch Peter Sunde hat mit der Bezahlplattform Flattr und dem sicheren Nachrichtendienst Hemlis weitere Projekte gestartet, die von großem gesellschaftlichen Wert sind. Es ist traurig, dass Schweden sich dazu entschlossen hat, einen digitalen Pionier einzusperren, um an ihm ein Exempel zu statuieren«, so Reda weiter.

»Ich werde mit Peter Sunde auch seine Haftbedingungen besprechen, über die man Schlechtes vernommen hat«, meint Reda. Peter Sunde hatte sich beschwert, dass seinen Ernährungseinschränkungen nicht entsprochen würde und er daher stark abgenommen habe.

Sunde hatte für die finnische Piratenpartei zum Europaparlament kandidiert und war von den Europäischen Piraten zu einem von zwei KandidatInnen für die Kommissionspräsidentschaft ernannt worden. Ende Mai wurde er verhaftet, um eine achtmonatige Strafe für seine Rolle bei der Gründung der Torrent-Plattform ›The Pirate Bay‹ anzutreten.

›The Pirate Bay‹ ist trotz intensiver Anstrengungen der Verwertungsindustrie weiterhin online, jedoch in mehreren EU-Mitgliedsstaaten von Netzsperren betroffen.