Wen oder was retten wir eigentlich?

Wen oder was retten wir eigentlich?


Gebetsmühlenartig wiederholen Politiker, dass es insbesondere für unseren Export wichtig sei, dem Euro-Rettungsschirm
zuzustimmen. Nur so könne unsere Volkswirtschaft gerettet werden. Boomt die Wirtschaft, gebe es genug Arbeitsplätze
und dann sei alles gut. Klingt plausibel, entspricht allerdings nicht ganz der Realität: Erstens kommen die enormen Gewinnsteigerungsraten der
Unternehmen, also unser Wirtschaftsboom, schon seit vielen Jahren nicht mehr beim Gros der Bevölkerung an (das Durchschnittseinkommen der breiten
Masse ist sogar gefallen) und zweitens können Arbeitsplätze kein Grund mehr sein,um irgendwelche Kompromisse machen zu müssen. Diese Aussage wird vielleicht
so manchen verwundern, doch das Gespenst der Massenarbeitslosigkeit gehört wegen demografischer Faktoren der Vergangenheit an. Oder retten wir
vielleicht gar nicht unsere Wirtschaft, sondern vielmehr unsere Spareinlagen? Auch das wäre problemlos möglich, und zwar ohne EU-Staaten oder Banken mit
unseren Steuergeldern finanzieren zu müssen.Merkel&Co. deuten immerwieder an, dass sich unsere privaten Spareinlagen in Luft auflösen würden, wenn zu
viele systemrelevante Banken pleitegehen.

Stellt sich nur die Frage, um welche Spareinlagen geht es denn da eigentlich?

Es wird geschätzt, dass etwa fünf Billionen Euro Privatvermögen bei Banken, Versicherungen, Pensionskassen und Bausparkassen angelegt sind. Allerdings
vermutet man, dass 90 Prozent dieses gewaltigen Vermögens in der Hand von nur zehn Prozent der Bevölkerung sind. DasGesamtvermögen der breiten Masse wäre
dann recht übersichtlich.
 
Wo ist also das Problem?

Vielleicht geht es ja doch darum, dass wir alle dazu verdonnert werden, die Vermögenswerte einer reichen Minderheit zu retten? Oder sollen
wir alle die traumhaft hohen Gewinne der Konzerne retten, dass diese auch weiterhin durch großzügige Spendenzahlungen die großen Parteien finanzieren können?

Oder geht es nur um Eitelkeiten von Politikern, die als „vorbildliche Europäer“in die Geschichtsbücher eingehen möchten und bereit sind, dafür die finanzielle Existenz eines Volkes aufs Spiel zu setzen?