PecuniaOlet

Geld fressen Seele (und Erde) auf!

Seltsamerweise kann nicht einmal mehr ein Artikel der DWN kommentiert werden, in dem es um die Verschmutzung des Rheins mit Mikroplastik geht.

Dieses Gemälde des Rheins eines unbekannten Malers aus dem 19. Jahrhundert erweckt die Sehnsucht nach einer präkapitalistischen Zeit und Idylle.

Der Rhein mit dem Loreley-Felsen in einem Gemälde eines unbekannten Meisters aus dem 19. Jahrhundert. (Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz)

Diese Ausgabe der "Südwest-Presse" vom 27.11.2013 blieb mir im Gedächtnis aufgrund dieses Artikels:

Papst geißelt Kapitalismus

"Papst Franziskus fordert konkrete Schritte zur Reform der katholischen Kirche. Notwendig seien eine "heilsame Dezentralisierung" und eine stärkere Beteiligung der Gläubigen an Entscheidungsprozessen, heißt es in seinem gestern veröffentlichten ersten apostolischen Schreiben namens "Evangelii gaudium" (Freude des Evangeliums).

In dem fast 200 Seiten starken Papier prangert Franziskus zugleich Auswüchse der globalen Wirtschaftsordnung an. Das System sei "in der Wurzel ungerecht". Diese Wirtschaft töte, weil sie allein nach dem Gesetz des Stärkeren funktioniere und eine Kultur des Abfalls schaffe, in der Menschen wie Müll behandelt würden. "Solange die Probleme der Armen nicht von der Wurzel her gelöst werden, indem man auf die absolute Autonomie der Märkte und der Finanzspekulation verzichtet und die strukturellen Ursachen der Ungleichverteilung der Einkünfte in Angriff nimmt, werden sich die Probleme der Welt nicht lösen." http://www.swp.de/ulm/nachrichten/politik/Papst-ge...

Viele Zeitungen berichteten an diesem Tag über die Kapitalismuskritik des Papstes. Lediglich die BILD berichtete ausschließlich über die Forderung nach Reformen, und ließ die Kapitalismuskritik völlig außer Acht.

Der Kapitalismus und seine weltweiten Akteure und Bankster sind das schlimmste Unglück, das Mensch und Natur widerfahren konnte.Er ist mit keiner Religion, keinem Glauben vereinbar, durch nichts zu rechtfertigen, und ausschließlich der Gier, grenzenlosem Egoismus und der Zerstörung verpflichtet. Man höre mir auf mit seinen angeblichen Segnungen. Die Bilanz ist negativ. Egal, für wie naiv und weltfremd man mich für diese Aussage auch halten mag.

Wenn Merkel keine Heuchlerin, sondern wirklich von Menschenliebe geplagt wäre, müsste sie als pastoral oberlehrerhafte Klugscheißerin und Pastorentochter Folgendes eigentlich wissen (und danach handeln), und keine Förderin supranationalen Bankstertums sein. (Denn allein das ist ihre Motivation ihrer Einladung an "Flüchtlinge" ohne Obergrenze):

" Die unbedingte Zusage des Reiches Gottes an die Armen aktualisiert die Zusage „Ich bin JHWH, dein Gott, der dich aus Ägyptenland befreit hat“: Der vergangenen Befreiungstat Gottes entspricht eine kommende Befreiung und Herstellung von Gerechtigkeit für alle Armen, wie sie das Judentum vom Messias erwartet."

"Die Zusammenstellung legt nahe, dass Jesus alle zehn Gebote je nach Situation mit einer Halacha mündlich auslegte. Ein ausdrücklicher Kommentar zum Fremdgötterverbot ist seine Predigt zum Vorratsammeln (Mt 6,19–24 EU). Das Anhäufen von Besitz und Reichtümern mache diese zum Götzen (Mammon) und stehe dem notwendigen Teilen mit den Armen entgegen. Damit widerspreche es der Liebe zu dem Gott, der die Armen liebt: „Wo dein Schatz ist, da ist dein Herz … Niemand kann zwei Herren dienen.“ Aus demselben Grund ordnete Jesus wie andere damalige Toralehrer nach Mk2,27 EU das Sabbatgebot der Lebensrettung und dem Heilen von Menschen unter und erlaubte seinen Nachfolgern den Sabbatbruch bei akuter Lebensgefahr.

Nach Mk 10,19 EU verwies er einen reichen Großgrundbesitzer, der ihn nach den Bedingungen für seinen Eintritt in das Reich Gottes fragte, auf den Dekalog als gültigen Willen Gottes, den die Version Mt 19,18 f. mit dem Verweis auf das Gebot der Nächstenliebe ergänzt. Dem Fragenden fehle eins, um Gottes Reich zu erlangen: das Aufgeben allen Besitzes zu Gunsten der aktuell Armen (v. 21). Dies deutet das zehnte Gebot in gleichem Sinn wie das erste: Anhäufen und Festhalten von Reichtum sei Raub an den Armen.

Was die Zehn Gebote negativ ausschließen, erhält durch Jesu Ruf in die Nachfolge eine positive Zielrichtung: nicht die Bewahrung einer bestehenden, sondern die Anbahnung einer neuen Ordnung, in der die Armen zu ihrem Recht kommen." (Quelle: Wikipedia; Dekalog)

Christentum und Judentum sind eigentlich und ursprünglich antikapitalistisch. Die neue Ordnung, welche durch die Globalisierung angestrebt wird, ist genau das Gegenteil. Auch wenn sie häufig anderes vorgibt.

"Er fand dort im Tempel die Verkäufer von Rindern, Schafen und Tauben und die Geldwechsler sitzen.15Da flocht er sich eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle samt ihren Schafen und Rindern aus dem Tempel hinaus, verschüttete den Wechslern das Geld und stieß ihre Tische um 16und rief den Taubenhändlern zu: ‚Schafft das weg von hier! Macht das Haus meines Vaters nicht zu einem Kaufhause!‘“ Johannes‘ 2,13-16

Friedrich Nietzsche schrieb im "Antichrist", Kirche (Anmerkung: Auch Merkel führt sich wie "Kirche" auf) gründe sich auf den Gegensatz dessen, was Jesus dargestellt habe. Inzwischen müsse jedem klar sein, dass die christlichen Begriffe Lügen seien, dass Priester nicht etwa aus Unwissenheit irren, sondern zum Machterhalt lügen. Tatsächlich verhielten sich auch die modernen Menschen durchaus unchristlich, die Politik – Nietzsche spielt auf Bismarck und Wilhelm II. an – sei geradezu antichristlich, und dennoch bleibe alles beim alten, die Staatsmänner nennen sich weiterhin Christen (heute  "CDU"), und der Priester bleibt eine geehrte Person. Darüber empfinde er „Ekel“. Quelle: Wikipedia

"Was ehemals bloss krank war, heute ward es unanständig, – es ist unanständig, heute Christ zu sein. […] Selbst bei dem bescheidensten Anspruch auf Rechtschaffenheit muss man heute wissen, dass ein Theologe, ein Priester, ein Papst mit jedem Satz, den er spricht, nicht nur irrt, sondern lügt […] Auch der Priester weiss, so gut es Jedermann weiss, dass es keinen ‚Gott‘ mehr giebt, keinen ‚Sünder‘, keinen ‚Erlöser‘, – dass ‚freier Wille‘, ‚sittliche Weltordnung‘ Lügen sind […]“

– Kapitel 38: KSA 6, S. 210