Berlin - Geschichte einer Hauptstadt

Die erste urkundliche Erwähnung datiert auf das Jahr 1237, damit ist Berlin im europäischen Vergleich eine junge Stadt. Die Grundlagen für ihren Aufstieg legte im 17. Jahrhundert Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst. Sein Nachfolger, Kurfürst Friedrich III., erlangte 1701 die preußische Königskrone und baute als Friedrich I. Berlin zur königlichen Residenzstadt aus. Friedrich der Große machte es später auch zu einem geistigen Zentrum von europäischer Bedeutung. Im Zuge von Industrialisierung und Technisierung nahm seine Bedeutung weiter zu. Berlin, seit 1871 Hauptstadt des Deutschen Reichs, war am Ende des 19. Jahrhunderts mit 2,7 Millionen Einwohnern die größte Industriestadt des Kontinents.
Nach dem Ersten Weltkrieg entwickelte sich die Hauptstadt der ersten deutschen Demokratie vor allem zur pulsierenden internationalen Kulturmetropole. ("die Goldenen 20er Jahre") Dem setzte die "Machtergreifung" der Nationalsozialisten 1933 ein Ende. Von hier aus wurden Vernichtungskrieg und Holocaust geplant und umgesetzt. Zugleich war Berlin ein wichtiger Ort des Widerstandes gegen das nationalsozialistische Regime.

Geteilte Stadt

Der am 8. Mai 1945 beendete Zweite Weltkrieg hatte in weiten Teilen Berlins eine Trümmerlandschaft hinterlassen: 600.000 zerstörte Wohnungen und von den 4,3 Millionen Einwohnern lebten noch 2,8 Millionen in der Stadt. Entsprechend der Vereinbarung der Alliierten wurde die Stadt in vier Sektoren aufgeteilt und gemeinsam von den Besatzungsmächten, den Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritannien, Frankreich und der Sowjetunion verwaltet. Die Blockade der Westsektoren von Juni 1948 bis Mai 1949 durch die Sowjetunion hatte zur Folge, dass Berlin in dieser Zeit durch die Luftbrücke der westlichen Alliierten versorgt wurde. Mit der Blockade endete auch die gemeinsame Verwaltung Berlins. In der Folge vertiefte sich die Teilung der Stadt: getrennte Verwaltungen, unterschiedliche Währungen und als Folge der Gründung der beiden deutschen Staaten die Einbeziehung des Westteils in das demokratische Gesellschaftssystem des Westens und des Ostteils in das von der Sowjetunion eingerichtete kommunistische Regime. Der Arbeiteraufstand vom 17. Juni 1953, dessen Zentrum Berlin war, wurde gewaltsam von der sowjetischen Armee niedergeschlagen. Der Kalte Krieg zwischen Ost und West gipfelte im Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961. Von nun an entwickelten sich die beiden Stadthälften völlig getrennt. In der Folge des Viermächteabkommens 1971 stabilisierte sich die Situation in und um Berlin. Aber immer wieder wurden Menschen, wahrscheinlich über 150, bei Fluchtversuchen an der Mauer erschossen. Das 750jährige Jubiläum der Stadt 1987 wurde trotz Bemühungen des Senats um Gemeinsamkeiten in beiden Stadthälften getrennt gefeiert.
Vom Mauerfall 1989 zur neuen Verfassung 1995
Mit dem Fall der Mauer am 9. November 1989 und der Wiedervereinigung war die Teilung der Stadt überwunden, die letzten Truppenteile der ehemaligen Besatzungsmächte verließen bis 1994 die Stadt. Am 20. Juni 1991 beschloss der Bundestag, dass Parlament und Regierung ihren Sitz in Berlin nehmen werden. Im gleichen Jahr zog der Regierende Bürgermeister mit der Senatskanzlei vom Rathaus Schöneberg ins Berliner Rathaus ("Rotes Rathaus") im Bezirk Mitte. Seit 1993 hat das Abgeordnetenhaus, das Berliner Landesparlament, seinen Sitz im Gebäude des ehemaligen Preußischen Landtages.
Die Berliner Verfassung ist in einer Volksabstimmung am 22. Oktober 1995 mit 75,1 Prozent der abgegebenen Stimmen angenommen worden. In großen Teilen schreibt sie die Berliner Verfassung von 1950 fort. Zu den wesentlichen Neuerungen zählen die Vertiefung einklagbarer Grundrechte und die Erweiterung des Katalogs der Staatsziele (unter anderem das Recht auf Arbeit, Bildung und angemessenen Wohnraum). Auch Umwelt- und Datenschutz haben jetzt Verfassungsrang. Die Beteiligungsrechte der Bürger durch Elemente der direkten Demokratie wie Volksinitiativen, Volksbegehren und Volksentscheide sind erweitert worden. Der Berliner Verfassungsgerichtshof überwacht die Einhaltung der Verfassung.
Parlament und Landesregierung
Das Abgeordnetenhaus setzt sich aus mindestens 130 Mitgliedern zusammen; für die Parteien gilt eine Fünf-Prozent-Klausel. Eine Legislaturperiode dauert fünf Jahre, sie kann jedoch durch eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Abgeordneten oder per Volksentscheid vorzeitig beendet werden. Die Landesregierung, der Senat von Berlin, besteht aus dem Regierenden Bürgermeister und höchstens acht Senatoren. Das Abgeordnetenhaus wählt den Regierenden Bürgermeister und auf dessen Vorschlag die Senatoren. Es kann mit der Mehrheit seiner Mitglieder dem Senat oder einzelnen Senatoren das Vertrauen entziehen. Somit kann nur die Volksvertretung die Senatoren entlassen. Entsprechend führen die Mitglieder der Landesregierung ihre Geschäftsbereiche in eigener Verantwortung. Der Regierende Bürgermeister bestimmt die Richtlinien der Regierungspolitik, benötigt dazu jedoch das Einvernehmen des Senats und die Zustimmung des Abgeordnetenhauses.
Berlin ist eines der 16 Länder der Bundesrepublik Deutschland und im Bundestag mit 12 Direktmandaten vertreten. Im Bundesrat stellt es vier Vertreter.
Berlin gliederte sich nach der Vereinigung der beiden Stadthälften zunächst zehn Jahre lang in 23 Bezirke. Seit Inkrafttreten der Gebietsreform am 1. Januar 2001 besteht es aus zwölf Bezirken.
Kurze Chronik
28.10. 1237 Cölln an der Spree wird erstmals in einer Urkunde erwähnt
10.08. 1380 Einem verheerenden Stadtbrand fällt u.a. das Rathaus zum Opfer
23.06. 1432 Berlin und Cölln schließen sich zur Stadtgemeinde zusammen
12.03. 1451 Kurfürst Friedrich der II. bezieht das 1442 fertiggestellte Schloß an der Spree, Berlin und Cölln werden kurfürstliche Residenz
02.11. 1553 Einführung der Reformation in Berlin und Cölln
20.03. 1658 Beginn des Baus der Stadtmauer
12.11. 1669 Die Vorstadt auf dem Werder erhält als Friedrichswerder seine eigene Stadtverwaltung
24.09. 1691 Die Dorotheenstadt erhält kurfürstliches Privileg
06.05. 1701 Der am 18.01. zum König gekrönte Friedrich I. zieht feierlich in Berlin ein, das nunmehr königliche Residenzstadt ist
01.01. 1710 Inkrafttreten der königlichen Anordnung zur Zusammenlegung der Residenzstätte Berlin, Cölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt
21.01. 1710 Der das Stadtgebiet umgebende Palisadenzaun wird Zollgrenze
11.05. 1829 Eingliederung der Rosenthaler und der Oranienburger Vorstadt
21.06. 1841 Die südöstliche Luisenstadt kommt zu Berlin
16.04. 1871 Die Verfassung des Deutschen Reiches tritt in Kraft, Berlin wird Reichshauptstadt
01.10. 1920 Die Geburtsstunde der Berliner Bezirke. Aus acht Städten, 59 Landgemeinden und 27 Gutsbezirken entsteht Groß-Berlin mit 20 Verwaltungsbezirken, darunter Mitte
23.09. 1933 Die Bezirksversammlungen werden von den Nationalsozialisten faktisch aufgelöst
11.07. 1945 Mit Beginn der Vier-Mächte-Verwaltung der Alliierten Siegermächte gehört Mitte zum sowjetischen Sektor
30.11. 1948 Einsetzen eines eigenen Magistrats für die Ostberliner Bezirke, die administrative Trennung der Stadt
07.10. 1949 Gründung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), Ostberlin wird ihre Hauptstadt
13.08. 1961 Beginn des Mauerbaus zwischen Ost- und Westberlin, Mitte wird Grenzbezirk zu Wedding, Tiergarten und Kreuzberg
17.12. 1963 Erstes Abkommen über die Regelung des Besuch Westberliner Bürger bei Verwandten im Ostteil der Stadt
22.10. 1987 Festlicher Abschluß der 750-Jahr-Feier Berlins in der Nikolaikirche
09.11. 1989 Die Grenze zu Westberlin wird nach 28 Jahren geöffnet
03.10. 1990 Vereinigung beider deutscher Staaten
20.06. 1991 Mit 338 zu 320 beschließt der Bundestag, daß Berlin Bundeshauptstadt und Sitz der Bundesregierung wird
02.12. 1990 Erste Gesamtberliner Wahlen zum Stadtparlament seit 1946
01.01. 2001 23 Stadtbezirke werden zusammengelegt zu nur noch 12 Bezirken

Der Autor organisiert private Sightseeingtouren durch Berlin:

Berlin-Besucher können jetzt die Hauptstadt auf einer geführten 2-stündigen
Nightseeing-Stadtrundfahrt kennen lernen. Der Glitzertrip beginnt abends und
führt an den illuminierten Berliner Sehenswürdigkeiten vorbei, wie z.B. der
Siegessäule (Goldelse), dem Fernsehturm (Telespargel), Reichstag
(Steuer-Überraschungsei) und Regierungsviertel, dem neuen Geschäftszentrum
Potsdamer Platz, Berlins Prachtstraßen "Unter den Linden", und "Ku´damm", dem
idyllischen Gendarmenmarkt, Lustgarten, Staatsoper, Schloss Charlottenburg und
viele weitere Berliner Highlights.

Ein qualifizierter Berlin Stadtführer begleitet die Tour je nach
Gruppengröße im Reisebus, Panorama Kleinbus, Van oder in der Limousine mit
fachkundiger und unterhaltsamer Moderation aus Wissenswertem, Ungewöhnlichem
und Besonderem. Endpunkt ist ganz nach Wunsch am Hotel oder an einem Berliner
Szene-Club. Diese Stadtrundfahrt am Abend spricht nicht nur Nachschwärmer an,
sondern auch Geschäftsleute und Konferenzteilnehmer die während des Tages
nicht zum Sightseeing gekommen sind. Die "Nightseeing-Tour" kann individuell
bei "Berlin Stadtführungen" gebucht werden.
Info: Telefon: 030/79 74 56 00, www.berlin-stadtfuehrung.de

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