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Vater-Google

Vater-Google

„Das sollst du nicht!“ Google gibt seine Warnung großflächig, auf deinem Bildschirm aus. Gerade habe ich, nach nach dem leckeren Pralinen im Internet gesucht. Seit Google mich besser kennt, als ich selbst mich kenne, gibt es mir Ratschläge wie ich mich verhalten sollte. Schon bald möchte ich nicht mehr auf Googles Ratschläge verzichten, sie sind besser und klarer als meine Eigenen. So wie instand Himbeerpudding, mehr nach Himbeeren schmeckt als die echten Himbeeren. Google ist die Rettung, Religionsersatz, hilft mir ein besserer Mensch zu werden, der nahtlos ins System passt.
Halleluja!
Mein Haus drängt mich zu einem Spaziergang und der Kühlschrank beschwert sich über zu viele Kalorien.
Gut, das Haus hat ja recht, ich gehe auf die Straße und komme einer Pizzabude zu nahe. „Nein“ blinkt es in meinem Handy auf.
„Mist“, denke ich und gehe mir trotzdem eine Pizza mit Tomaten und Käse holen.
Postwendent, erhalte ich eine Nachricht, das ich so eben 50 Lebenspunkte eingebüsst hätte und deswegen dringend meine Nachmittag umgestalten müsste. Google hat mir schon einen Platz im Fittnsstudio gebucht. Auf dem Weg zur U-Bahn überlege ich mir, doch noch eine zwei Stündchen am See zu verbringen. Meine Fahrkarte läst sich aber nicht abstempeln. „Falsche Richtung“, zeigt der Automat an. Jetzt langsam bin ich entnervt und gehe nach Hause. Meine Wohnungtür läst mich, aber nicht rein. Muß noch zwanzig Minuten draußen bleiben.
Frischluftzeit zuende, die Tür öffnet sich!
Endlich drinnen, ich versuche mich an den Bewegungsmeldern vorbei zu schleichen und doch folgt mir das Licht auf Schritt und Tritt.
Auf meinem Lapptop, suche ich den Browser „TOR“, um heimlich an Google vorbei zusuchen. „Ihr Status wurde auf Sicherheitstufe zwei eingestuft, wenn sie sich weiter auf fragwürdigen politischen Seiten einloggen, wird ihr Status auf Sicherheitstufe drei ,gesetzt. Bedenken sie was dies für konsequenzen hat“.
Dann wäre ich ein Staatsfeind und der kleine eingepflanzte Sicherheitschp müsste aktiviert werden. Mein Haus listet mir mit warmherziger Stimme auf, wer, wann, gekommen und gegangen ist. Dreiundzwanzig „likes“ wären entschieden und wenig, ich müßte mich mehr anstrengen, wenn ich weiter in meiner Wohngemeinschaft leben wolle, ansonsten würde ich mit anderen Individuen zusammengestellt.