Zensur in "Spreezeitung"

In der “Spreezeitung” wird ein Buch besprochen und angepriesen. “Krieg in der Ukraine” von einer Journalistin Sommerbauer, Studium Politikwissenschaften in Wien und Huddersfield (GB), die ihrem Machwerk folgendes Grundsätzliche vorausstellt:
„Die Destabilisierung der Ukraine durch die Krim-Annexion Moskaus und den von russischer Seite unterhaltenen Konflikt im Donbass wird häufig als „Ukraine-Krise“ beschrieben.”
Ich bin ja kein Nazi, aber obwohl ich beim Verfassen meines Kommentars exakt in die vorgegebene Kerbe schlug, wurde er wegzensiert. Was nur habe ich falsch gemacht? Ich bitte um zweckdienliche Hinweise:

„Merkmal eines Journalisten sei es, sich mit keiner Sache gemeinsam zu machen, weder einer guten noch einer schlechten. Der Journalist verkäme damit vom objektiven Fakten- und Prozesserfasser zum parteilichen Kommentator. Für eine vermeintlich „gute Sache“. So irrte sich einst ein mittelmäßiger Aushilfsjournalist, ein gewisser Scholl-Latour. Ein langweiliger Chronist ohne jede geile Schlagzeile. Ein Langweiler. Ein Besserwisser. Er hatte eben kein so lehrreiches Studium der Politikwissenschaft in Wien und Huddersfield. Denn für einige Leser ist ein wenigstens g u t g e m e i n t e r Kommentar sehr wichtig, erspart er doch eigenes angestrengtes Denken zu ev. möglich logischen Zusammenhängen von Fakten und Prozessen. Ja wollen wir denn hier etwa wie bei Sudoku rumrätseln, oder nicht doch besser lehrreich spannende Fertig-Lektüre genießen? Und so kann man das Sommerbauer Buch allerbesten Gewissens empfehlen. Das Werk geht halt von einer „…Destabilisierung der Ukraine durch die Krim-Annexion Moskaus und den von russischer Seite unterhaltenen Konflikt im Donbass“ aus.

Tja, so eine blutige, gewaltsame Unterdrückungs-Annexion gegen den erklärten Willen der Krimlinge, derart vernichtende Angriffe der russischen Panzerarmeen von Donezk und Lugansk in Richtung Kiew, die unfaire Einkesselung der sich heldenhaft verteidigenden Westukrainer bei Debalzewo, das waren schon harte Tatsachen, russische Schandmale, für die es sich gewisslich lohnte, ein so wichtiges Buch zu schreiben. Die Russen ruinierten bekanntlich die ukrainische Volkswirtschaft vor- und zusätzlich, indem sie eine knappe Million zentralukrainischer Arbeitskräfte einfach mir nichts, dir nichts nach Osten entführten und bei sich in Russland brutal in Lager steckten. Kein Wunder, dass die Frau Sommerbauer nicht im journalistischen Abseits stehen bleiben wollte und schließlich doch Partei ergriff. Es war sicher nicht leicht für sie und ihren Sinn für Gerechtigkeit, beobachten zu müssen, wie die russische Staatsgrenze aggressiv immer weiter auf immer mehr harmlose amerikanische Militärstützpunkte zurückte. Ich kann diese Lektüre nicht nur, ich muss sie deswegen einfach unbedingt empfehlen. Ein reines Sommerbauerherz schreibt hier die reinste Wahrheit, nichts als die betrübliche Wahrheit . . .