Massentötung von Eintagsküken

Massentötung von Eintagsküken: NRW erhebt schwere Vorwürfe gegen Bundesregierung

NRW-Verbraucherschutzminister Remmel (Grüne): „Bund entzieht sich seiner Verantwortung“ / Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt (CSU) weist Vorwürfe zurück

Berlin. Mit Blick auf die millionenfache Tötung von so genannten Eintagsküken hat der nordrhein-westfälische Verbraucherschutzminister Johannes Remmel (Grüne) schwere Vorwürfe gegen die Bundesregierung erhoben. "Es ist bedauerlich, dass die Bundesregierung nicht schon längst das Töten von Eintagsküken aus wirtschaftlichen Gründen eindeutig verboten hat“, sagte Remmel BILD am SONNTAG. "Die Möglichkeit dazu über eine Änderung des Tierschutzgesetzes hätte schon längst bestanden. Nun müssen wir den mühevollen und langwierigen Weg durch die Gerichtsinstanzen gehen. Der Bund entzieht sich hier seiner Verantwortung."

Nordrhein-Westfalen hatte als erstes Bundesland die Tötung der Baby-Hähne zum 1. Januar 2015 verboten. Weil die elf betroffenen Brütereien gegen diesen Erlass aber geklagt hatten, dürfen sie bis zum Gerichtsurteil die Eintagsküken weiter vergasen und schreddern. In Deutschland werden jährlich rund 50 Millionen männliche Küken auf diese Weise kurz nach dem Schlüpfen getötet, weil sie keine Eier legen und nicht für die Mast taugen.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt wies die Vorwürfe zurück. "Das Tierschutzgesetz bestimmt bereits jetzt, dass Tiere nur getötet werden dürfen, wenn es dafür einen vernünftigen Grund gibt“, sagte der CSU-Politiker BILD am SONNTAG "Es liegt an den für den Vollzug zuständigen Ländern, das geltende Recht durchzusetzen.“ Der Minister will bis Ostern eine neue Technologie vorstellen, mit der das Geschlecht schon im Hühnerei bestimmt werden kann. Eier, aus denen keine Hennen schlüpfen, könnten dann einfach nicht mehr bebrütet werden.