Schulessen soll besser werden

Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
Studie zur Schulverpflegung
Schulessen soll besser werden

Beim Schulessen steht es noch nicht überall zum Besten: Nach wie vor gibt es zu viel Fleisch und zu
wenig Obst und Gemüse. Bundesernährungsminister Schmidt fordert deshalb verbindliche
Qualitätsstandards und einen "Ernährungs-TÜV".

Rund sechs Millionen Kinder essen inzwischen in der Kita oder in der Schule, Tendenz steigend. Doch
die Qualität der Speisen und die Vielfalt des Angebots lassen häufig noch zu wünschen übrig. Das
ergab eine Studie im Auftrag des Bundesernährungsministeriums. Minister Christian Schmidt stellte
sie heute auf dem ersten "Bundeskongress Schulverpflegung" vor.
Jedes zweite Essen entspricht nicht den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung
(DGE): Die Verpflegung enthält zu wenig Gemüse, dafür zu viel Zucker und Fett. Außerdem ist sie
nach wie vor zu fleischlastig. Ausgewertet wurden bundesweit 750 Speisepläne.
Essgewohnheiten werden früh geprägt
Die Folgen einer unausgewogenen Ernährung sind bereits sichtbar: Schon 15 Prozent aller 3- bis
17-Jährigen sind übergewichtig, jeder zweite bis dritte davon ist sogar stark übergewichtig.
Bereits jeder zweite Erwachsene ist zu dick und hat ein erhöhtes Krankheitsrisiko, etwa für
Diabetes.
Die Essgewohnheiten für das ganze Leben werden schon in den ersten Lebensjahren geprägt. Deshalb
will sich Schmidt besonders um die gesunde Ernährung von Kindern und Jugendlichen kümmern.
Auch wenn es in den letzten Jahren Verbesserungen gegeben habe – so werde mittlerweile vielfach ein
Salatbuffet angeboten - sei die gesamte Ernährung vom Kindergarten an neu auszurichten, sagte
Schmidt. Dabei müsse jeder Verantwortung übernehmen: Die Eltern, Bund und Länder, die Wirtschaft,
Kitas und Schulen. Die Studie zeige, wo Verbesserungen dringend notwendig seien.
Qualitätsoffensive Schulessen
Der Minister kündigte eine gemeinsame "Qualitätsoffensive Schulessen in Deutschland" an: Eine gute
Schulverpflegung müsse Teil des Schulkonzepts werden und mit begleitender Ernährungsbildung
einhergehen. Die im Rahmen der Initiative "In Form" von Bund und Ländern geförderten
Vernetzungsstellen Schulverpflegung seien der "Dreh- und Angelpunkt".
Schmidt plädierte dafür, für Schulessen verbindliche Qualitätsstandards einzuführen.
Qualitätsstandards gebe es bereits auf freiwilliger Basis. Ein "Ernährungs-TÜV" solle
sicherstellen, dass die gleichen Standards in kleinen und großen Schulen eingehalten würden. Die
DGE solle zu einem Nationalen Qualitätszentrum für Schulverpflegung ausgebaut werden.
Der DGE-Qualitätsstandard für Schulverpflegung besagt im Wesentlichen: Jeden Tag Gemüse, Salat oder
Rohkost und Trink- oder Mineralwasser. Dazu mindestens zweimal die Woche Obst und Milchprodukte,
Fleisch maximal zweimal, Seefisch mindestens einmal die Woche.
Auch die Pause gehört dazu
Die Studie kritisiert außerdem, dass oftmals nicht genügend Zeit für das Mittagessen bestehe. Die
DGE empfiehlt dafür 46 Minuten, aber nur in 39 Prozent der Schulen sei dieser Zeitraum auch
eingeplant.
Für eine Mahlzeit nach DGE-Standards sind drei Euro zu veranschlagen. Der Preis der Schulessen
schwanke hingegen je nach Bundesland zwischen 1,50 und 3,27 Euro für Grundschulen und 1,50 und 3,68
Euro für weiterführende Schulen, so die Studie.