Natürlich soll man (gewisse) Kompromisse machen

Ein Kommentator auf mm-news kritisierte meinen Beitrag ("Irgendwie ist unsere Zeit längst überholt"-Entweder-oder?) mit den Worten, dass 100 Prozent Entscheidungen häufig schaden und Kompromisse daher notwendig wären, um Schaden von sich und den Seinen abzuwenden.

Natürlich ist es das. Auch kann ich abwechselnd im Urlaub mal in die Berge und mal ans Meer fahren, wenn meine Frau die Berge und ich das Meer bevorzuge. Es ging mir hier aber um Entscheidendes a la: "Niemand kann zwei Herren dienen: entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird dem einen anhangen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon."

Ich kann nicht geschäftlich ein Arschloch und Betrüger sein und privat ein Altruist, weil ich sage, dass das eine meiner Familie und meinem Wohlstand dient, und das andere meiner Entschuldigung und Beruhigung.Ich kann nicht das fraktionale Fiat-Money Schuldgeldsystem kritisieren und abschaffen wollen, und gleichzeitig Kredite aufnehmen und überwiegend bargeldlos zahlen. Zumindest mach ich mich dadurch unglaubwürdig und verliere an Selbstachtung und Überzeugung.

Es ist nicht umsonst, dass katholische Pfarrer nicht heiraten sollen. Eine Familie erfordert alleine aus Verantwortung Kompromisse, die man sonst nicht eingehen würde. Angenommen, der freikirchlich-evangelische Pastor Tscharntke aus Riedlingen hat Familie, und seine Frau stünde nicht zu 100 Prozent hinter seiner Meinung, seine Kinder würden in der Schule dazu noch dumm angemacht, und er würde zusätzlich noch wegen Volksverhetzung bestraft werden - da kann es schon mal zu "faulen" Kompromissen kommen, die eben nicht im Sinne der "Wahrhaftigkeit" sind. Siehe Percy Hoven und ähnliche Fälle. Ich spreche auch aus eigener Erfahrung.