PecuniaOlet

Schweinefleisch im Döner?

Wenn der zivilisierte Mensch auf Schweinefleisch oder auf Fleisch im Allgemeinen verzichtet, dann tut er das entweder aus gesundheitlichen Gründen oder aus ethischen. Die Ethik dahinter ist, sich an der Massentierhaltung und industriellen Tötung der Tiere nicht mitschuldig zu machen oder allgemein keine Lebewesen oder Wirbeltiere zum Zwecke der eigenen Ernährung zu "opfern".

Wenn der gläubige Muslim oder der orthodoxe Jude kein Schweinefleisch ißt, geht es primär darum, ein Gebot zu befolgen, um sich nicht zu "verunreinigen" und mit der Übertretung des Gebotes zu sündigen. Auch die Art der rituellen Tötung "erlaubter Tiere", das Ausbluten-Lassen ohne vorherige Betäubung bei lebendigem Leibe, um das Fleisch koscher, bzw. "halal" zubereiten zu können, hat nichts mit ethischen Gründen (die Haltung bzw.moralische Gesinnung betreffend) zu tun, sondern betrifft ausschließlich das Ritual, dessen Ursprung sicherlich teils gesundheitlich-hygienischen Gründen entstammt, aber auch im Verborgenen liegenden, metaphysischen Ursachen zugrunde liegt (dass zum Beispiel die Seele des zu verzehrenden Tieres sich im Blut "befindet")

Da heutzutage alle tierischen Lebensmittel veterinär untersucht und überprüft werden,bleibt bezüglich des Verzehrs koscheren und helal Fleisches der überwiegend rituell-religiöse Aspekt als Begründung.

Das sieht man auch daran, dass muslimische Eltern in manchen Schulen vehement die Forderung stellen, Eßbesteck und Geschirr der Kinder von Christen/Säkularen, sprich "Ungläubigen" von jenem der muslimischen Kinder zu trennen, damit nicht die Gefahr einer Verunreinigung bestehe. Wie zum Beispiel im "Schweineschnitzel-Skandal" in Betzdorf. https://koptisch.wordpress.com/2010/05/10/schweine...

Ein türkischer ehemaliger Kollege, der allerdings aus rein gesundheitlichen Gründen nur in Ausnahmefällen Schweinefleisch aß, erzählte mir einmal, dass auch bei der Kontrolle einer Kebap-Produktionsfirma Schweineabfälle gefunden wurden (Ohren etc.), die fein zermahlen dem angeblichen "Kalb-Hackfleisch" beigemengt worden waren. Vielleicht kommt das öfter vor, als man denkt.

Um dieses ganze Theater an Schulen zu vermeiden, wäre ich dafür, dass wir uns nicht den Muslimen anpassen und lediglich noch (teils stark belastetes) ekelhaftes Putenfleisch (ich persönlich halte Putenhackfleisch in Frikadellen, das nicht sofort verarbeitet wird für bedenklich) aus Massentierhaltung gequälter Kreaturen oder Rindfleisch zweifelhafter Herkunft an Schulen anbieten, sondern ausschließlich vegetarische Kost. Man kann sich auch mit Hülsenfrüchten, Käsebrötschen, Nudel- und Kartoffelaufläufen, Salaten, Eiergerichten und Pfannkuchen etc. gesund und ausreichend ernähren. Fleisch ist dann Privatsache und kann privat mitgebracht werden.