Friedensfahrer gedenken der polnischen Opfer des Stalin-Terrors in Katyn

Am 19. August besuchten die über 200 Teilnehmer der Friedensfahrt Berlin – Moskau die Gedenkstätte Katyn in der westrussischen Region Smolensk. Damit setzen sie ein Zeichen der Völkerfreundschaft mit Polen, das ein wichtiges Glied in der Kette gutnachbarschaftlicher Beziehungen zwischen Ost und West darstellt.

In Katyn, 20 Kilometer westlich von Smolensk, wurden auf Befehl Stalins 4.400 polnische Offiziere als wehrlose Kriegsgefangene hingerichtet. Insgesamt kamen bei ähnlichen Massakern an der militärischen, intellektuellen und auch geistlichen Elite Polens 22.000 bis 25.000 Menschen ums Leben. Durch den Besuch der Gedenkstätte im Wald des traurigen Geschehens von 1940 wollten die Friedensfahrer ein deutliches Zeichen setzen, dass Kriegsverbrechen nicht nur aufseiten einer Nation verübt werden können, sondern mit der Unmenschlichkeit des politischen Instruments „Krieg“ per se erklärbar werden.

Stellvertretend für die 235 Teilnehmer der Friedensfahrt mahnte Initiator Rainer Rothfuß: „Krieg entmenschlicht immer. Daher sind auch militärische Drohgebärden, wie sie derzeit von der NATO kommen, schon der falsche Ansatz um Frieden zu sichern. Eine plötzliche Eskalation kann nie ausgeschlossen werden. Die Folgen wären wieder verheerend, das persönliche Leid unermesslich!“

Die Organisatoren der Friedensfahrt erhoffen sich durch die Geste des Gedenkens polnischer Opfer von Kriegsverbrechen der Sowjetunion durch die Niederlegung von 200 Nelken an der Gedenkstätte Katyn Verständnis für ihr Anliegen, einen unteilbaren und keine Nationen ausschließenden Frieden in einem nach Osten erweiterten, großen „Haus Europa“ zu erzielen. Für die polnische Bevölkerung ist dieses Signal von besonderer Bedeutung, da historisch bedingt eine gewisse Skepsis gegenüber den benachbarten Machtzentren Deutschland und Russland vorherrscht und daher nur glaubwürdiger Respekt vor dem Friedensinteresse Polens Grundlage einer tragfähigen gesamteuropäischen und Russland einschließenden Sicherheitsarchitektur sein kann.

Die Teilnehmer der Friedensfahrt danken den polnischen Grenzbehörden für die Priorisierung bei der Grenzabfertigung von Weißrussland nach Polen durch Öffnung des Diplomatenübergangs für die 70 Fahrzeuge des Konvois. Die Abwicklung der Formalitäten wurde als sehr freundlich und zuvorkommend empfunden.

Um die polnische Öffentlichkeit mit der verbindenden Botschaft der Friedensfahrt Berlin – Moskau zu erreichen, wurde die vorliegende Pressemitteilung an diverse polnische Medien versendet.

Weitere Informationen zur Friedensfahrt finden sich unter www.druschba.info sowie tagesaktuell von den Etappen der Friedensfahrt auf Facebook unter www.facebook.com/druschba.paneurasia.