Die Halbwahrheiten mit der Arbeitslosenstatistik

Daß die offizielle Arbeitslosenstatistik geschönt ist, sollte eigentlich mittlerweile jedem bekannt sein.
Wer sich einmal die Mühe gemacht hat, die offizielle Arbeitslosenstatistik der Bundesargentur für Arbeit zu studieren, dürfte leicht feststellen, daß es aus rein mathematischer Sicht gar nicht möglich ist, allen Arbeitslosen einen Arbeitsplatz zu verschaffen. Nicht einmal den offiziellen Angaben, die in regelmäßigen Abständen als Erfolg in den Mainstreammedien propagiert werden, würde man einen Job vermitteln können, da der Bestand an offenen Stellen die aktuellen Arbeitslosenzahlen niemals abdecken kann.
Interessant ist auch die Zahl derer, die zwar einen Job haben, aber trotzdem auf Staatshilfe angewiesen sind. Diese ist, dank Agenda 2010, mittlerweile auf 7 Mio. angestiegen. Rechnet man die offiziellen Arbeitslosen dazu, kommt man schon auf 10 Mio. Menschen in der BRD, die ALG-Berechtigt sind. Das wird so in den Medien nie thematisiert, sind aber die blanken Zahlen, die jeder auf der Homepage der Bundesargentur für Arbeit nachlesen kann. Komplett aus der Statistik entfernt werden die ca. 1 Mio. Arbeitslosen, die 50 Jahre und älter sind.


- Sozialversicherungspflichtig Vollzeit Beschäftigte: ca. 30 Mio.
- Sozialversicherungspflichtig Unterbeschäftigte (z. B. Teilzeit): ca. 4 Mio.
- Geringfügig Beschäftigte (<= 400€/Monat): ca. 7 Mio.
- Bestand Arbeitslose: ca. 3,1 Mio.
- Bestand gemeldeter offener Stellen bundesweit: ca. 400 000

Quelle: BA f. Arbeit (01/2014)


Anbei noch eine Interessante Aufstellung aus dem Artikel "Bedingungsloses Grundeinkommen: 1.000 Euro im Monat für Jeden!"
Der Vollständige Artikel hier: Bedingungsloses Grundeinkommen: 1000 Euro im Monat für jeden


Aktuell liegt die von der BRD-Regierung veröffentlichte Arbeitslosenzahl bei rd. 3,1 Millionen
Die Zahl der Arbeitslosengeld 1 Empfänger liegt aktuell bei rd. 1 Million
Die Zahl der Arbeitslosengeld 2 Empfänger liegt aktuell bei rd. 4,3 Millionen

Zusammengezählt sind das nach Adam Riese schon mind. 5,3 Millionen „offizielle” Arbeitslose und somit deutlich mehr als die Zahlen der Bundesagentur. Bei ca. 42 Millionen Beschäftigten in Deutschland ist das eine stattliche Arbeitslosenquote von 12,6%.

Hinzu kommen aber noch die inoffiziellen Zahlen:
Laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) gibt es in Deutschland zwischen 3,1 und 4,9 Mio Menschen, die zwar leistungsberechtigt sind, aber aus Scham oder Unwissenheit keine staatlichen Hilfen beantragen und somit in verdeckter Armut leben. Diese müssen auf jeden Fall zu den 5,3 Mio hinzugerechnet werden, wobei wir schon bei etwa 10 Millionen Menschen wären, die arbeitslos sind. Ich gehe jedoch von einer höheren Dunkelziffer aus. Wenn wir dann noch die Geringverdiener, Kurz- und Teilzeitarbeiter hinzunehmen, die zwar aufstocken, aber aus der „offiziellen” Statistik zwecks Schönrechnung herausgenommen werden, sowie Wohngeld, Sozialhilfe- und Bafögbezieher mit berücksichtigen, dürften wir 15-20 Millionen Menschen allein in Deutschland haben, die in irgendeiner Form auf staatliche Hilfe angewiesen sind. Das ist fast ein Viertel der Bevölkerung!

Offene Arbeitsstellen in der BRD:
Auch hier gehe ich von massiv geschönten offiziellen Zahlen aus. Auf der Jobbörsenseite der Arbeitsagentur sehe ich aktuell ca. 700.000 offene Stellenangebote. Auch wenn diese unrealistisch erscheinen, lassen wir sie so erst einmal stehen. Das uns bereits bekannte Statistikportal zählt 400.000 Stellen. Eines der größten Jobportale hat aktuell ca. 338.000 Stellenausschreibungen, wovon aber nur 210.000 Vollzeitstellen sind. Dabei können wir erfahrungsgemäß davon ausgehen, dass egal um welches Portal es sich handelt, ein guter Teil der inserierten Stellen bereits vergeben ist und die Karteileichen gar nicht oder sehr spät erst entfernt werden. Doch selbst wenn wir die höchste Zahl von 700.000 nehmen würden, stehen dem Gegenüber mindestens 10 Millionen arbeitslose Menschen.

Dies ist eine schier große Diskrepanz und zeigt uns, dass es einfach nicht genügend Arbeitsplätze für Alle gibt! Die Arbeitsagenturen und Jobcenter wissen das alles nur zu genau und halten die Wahrheit bewusst zurück. Wenn das nicht schon genug wäre, werden Millionen von Hilfebedürftige durch den Arbeitsmarkt „gepeitscht”, um sich auf die paar hunderttausend offenen Stellen zu bewerben (meist nur wieder im Niedriglohnsektor, von der fehlenden Qualifizierung einmal abgesehen) und ihnen das Existenzminimum gekürzt oder gestrichen, wenn diese sich nicht genügend bewerben oder sichtlich unterbezahlte Arbeit aus gutem Grund ablehnen, weil sie zum Leben gerade noch zu viel und zum Sterben zu wenig ist. Sehen Sie nun, wie absolut unmenschlich und sinnlos das ist?
In anderen westlichen Ländern wird die Lage ähnlich sein, und in den ärmeren Ländern weitaus schlimmer.



Links:

Arbeitsmarkt im Überblick

Bestand der offenen Stellen seit 2007