PecuniaOlet

Zorn, Wut, Hass

Hass mögen die Regierenden nicht so gerne. Denn er führt in seiner stärksten Ausprägung zu einem Vernichtungswillen gegenüber dem "Hassobjekt". Daher wohl auch die entsprechende Reaktion auf den "Galgen" bei Pegida. Was kann man dagegen tun?

"Hass entsteht, wenn tiefe und lang andauernde Verletzungen nicht abgewehrt und/oder bestraft werden können. Hass ist somit eine Kombination aus Vernunft und Gefühl. Die Vernunft ruft nach dem Ende der Verletzung und nach einer Bestrafung des Quälenden. LautMeyers Kleines Lexikon Psychologie ist das Gefühl des Hasses oft mit dem Wunsch verbunden, den Gehassten zu vernichten. Das Gefühl des Hassenden ist das des Ausgeliefertseins, der Gefangenschaft, der Wehrlosigkeit."

Laut obiger, aus Wikipedia entlehnter Definition ließe sich Hass auch aus einem Ruf der Vernunft nach einer Bestrafung eines "Quälenden" herleiten, die dann die entsprechende negative Emotion zur Ruhe bringe, weil sie die dauerhafte "Verletzung" beende und gewissermaßen sühne. Das Gefühl des Hassenden sei das eines ausgelieferten, gefangenen und wehrlosen Opfers. 

Aha! Der Hassende ist also ein Opfer. Denn das Gefühl der Wehrlosigkeit und des Ausgeliefertseins bedeutet nichts anderes.

Hinsichtlich des nun strafrechtlich verfolgten Pegidademonstranten ein Opfer der Politik, die er nicht abwählen und beeinflussen kann und ein Opfer der Medien, die er nicht beeinflussen oder besetzen/abschaffen kann. In diesem Falle müssten die von Politik und Medien zugefügten Qualen einfach eingestellt und/oder die Politiker bestraft werden, um den Hass zu beseitigen.

Wenn sich viele solcher Hassender zusammenschließen, birgt das die Gefahr einer Revolte oder gar Revolution. Urantrieb  einer jeden Revolution ist der (aufgestaute) Hass. Nicht die Wut, die eher eine kurzfristige Reaktion auf ein Unrecht oder eine Kränkung darstellt,  jedoch nicht auf Vernichtung des "Gegners" abzielt.

Hass ist etwas Zivilisatorisches, Geistiges, Destruktives, Ungesundes. Hass, groß genug, nimmt auch die eigene Zerstörung in Kauf, wenn nur der Gegner(Quäler) dabei vernichtet werden kann. Dabei ist jedoch zwischen reaktivem Hass und Hass als eine Art von (psychopathischem) "Charaktermerkmal" zu unterscheiden, der wohl weitaus seltener vorkommt.

Wut und Zorn sind hingegen etwas "Natürliches" und können durchaus auch schöpferische Aspekte haben. Es gibt einen "gerechten Zorn" und auch gerechtfertigte Wut.

Das Problem ist lediglich:   Politik und Medien haben den Begriff  "Zorn", speziell "Volkszorn", weitgehend abgeschafft. Sie "arbeiten" fast ausschließlich mit dem negativ besetzten "Hassbegriff". Der Bürger könnte ja recht haben. Begriffe wie "Hassverbrechen", "Fremdenhass" etc.  werden sehr häufig gebraucht, während  "Zorn" wohl in nicht allzu langer Zeit zu den vom Aussterben bedrohten deutschen Wörtern gehören könnte.

"Bleiben Sie sachlich!", heißt es immer, wenn man seine Meinung mit Nachdruck und Energie vertritt, und einem Polizisten, einer Politesse oder dem Beamten im öffentlichen Dienst erläutert, wie man seine Arbeit sieht und wie Anspruch und Wirklichkeit auseinanderklaffen. Bleibt Ihr doch sachlich! Wir sind keine Maschinen! Macht Eure Arbeit so, dass sie sich für und nicht gegen den Bürger und die Allgemeinheit richtet. Das gilt in höchstem Maße für die Politik. Der Amtseid ist lediglich Protokoll und hat keinerlei inhaltliche Bedeutung mehr. So wahr ihr der Herrgott helfe!

Ist Merkel des Hasses überhaupt wert? Oder wäre bereits Verachtung zu viel? Ich finde keinen Begriff.