Was ist Freiheit? Das Gegenteil von "Staat"?

Zunächst einmal nur ein abstrakter Begriff, dem sich viel unterschieben lässt. Und wie das Begriffen nun mal so zu eigen ist, verstehen viele etwas andres darunter. Zudem gibt es immer die eigene Freiheit und die Freiheit der anderen. Darüber hinaus kann man noch zwischen der Freiheit zu etwas und der Freiheit von etwas unterscheiden usw.

Bevor es den Begriff "Freiheit" gab, muss zuerst das Gefühl des Gegenteils spürbar gewesen sein,das Gefühl eines "Geknechtet-Seins" wovon auch immer.

Frei ist man, solange man seiner Natur gemäß leben und handeln kann und darf.

Frei ist aber auch der Ausgestoßene eines "Naturvolkes", der in extremer Weise gegen fundamentale Regeln der "natürlichen" Gemeinschaft verstoßen hat. Ob er sich dabei wohlfühlt, ist eine andere Frage. Andererseits sind auch  die Angehörigen der "restlichen" Gruppe frei, deren Natur es entspricht, die Regeln dieser "Naturgemeinschaft" einfach deshalb zu beachten, weil es ihrem Wesen entspringt. und nicht die geringste Anstrengung oder Selbstbeherrschung erfordert. Niemand käme dort auf die Idee, etwa von der gemeinsamen Jagdbeute für einen größeren Anteil einzufordern, weil die von ihm erlegte Antilope etwas größer war als die der anderen - oder zu sagen: "Ich verzichte vorerst auf einen größeren Anteil. Dafür müsst ihr aber beim nächsten Mal für mich mitjagen und mir einen größeren Überschuss zur Verfügung stellen als es jenem meiner momentan fetteren Beute entspricht!" 

Im Prinzip ist es aber bei uns so. Natürlich deutlich extremer, denn Geld  aus dem Nichts zu schöpfen, erfordert keinerlei Mühe im Verhältnis zum Vorteil der "Schöpfenden", während der fordernde Jäger immerhin mit einer Antilope und größerem Jagdglück zum Gesamterfolg beitrug.

Würde man den Forderungen des Jägers nachgeben, entstünde eine Disharmonie, ein folgenschwerer Eingriff in die (religiöse) "Natur" dieser Gemeinschaft, der das Zeug hätte, sich von einer relativen Kleinigkeit zu einer gesellschaftlichen Katastrophe zu entwickeln und der un-freie Abhängigkeiten und Unterdrückung zur Folge haben könnte. Deswegen würde man sich bei fortgesetztem "naturwidrigen" Verhalten wahrscheinlich entscheiden, den "Revolutionär" aus der Gruppe zu verbannen.

Bei uns ist "naturgemäßes" Verhalten weder möglich noch erwünscht. Wir sollen uns an (geistigen) "Prinzipien" (im "Prinzip" Fürsten (princeps)) orientieren, die andere für uns - am wenigsten aus "Edelmut"- geschaffen haben und die eben nicht natürlichen Ursprungs oder wesensgemäß sind. Das verleiht einer auf solche Weise "kultivierten" Gesellschaft natürlich eine gewisse Dynamik, eine Entwicklung und einen gewissen "Spin" - wird aber immer mit ihrem Untergang enden - weil niemand - auch keine Gattung - dauerhaft sich gegen die eigene Natur versündigen kann.

Diese Art "Sündenfall" liegt gerade mal 5000 Jahre zurück. Eine lächerliche Zeitspanne aus Sicht der Natur.

Das Dynamischste und Destruktivste daran wurde aber gerade mal vor gut 200 Jahren eingeleitet.