Auch das ist Propaganda

Warum? Weil der permanente Terror, religiöse Orthodoxien, "idealistisch-kommunistische Weltanschauung" auf der einen und "Neoliberalismus", "Satansherrschaft des Geldes" und Spekulantentum auf der anderen Seite nur scheinbar einen Gegensatz bilden, sondern symbiotisch die NWO vorantreiben. Das haben bisher aber wohl nur Teile der "Antideutschen" erkannt.

"Der nachstehend wiedergegebene Text ist ein Zitat aus der FAZ vom 26.10.2001 (Nr. 249, S. 55) verfasst von Frederick A. Lubich. Er lehrt Germanistik an der Universität Norfolk, Virginia."

"Der Tugendkatalog des internationalen Terrors
findet sich schon in Thomas Manns Zauberberg"

Den heiligen Terror kannte, zumindest in der Theorie, schon Thomas Mann. Als eine Art Denkexperiment brachte er ihn in seinem 1924 erschienenen "Zauberberg" unter, wo ihn Leo Naphta verkörpert. Naphta gilt der Literaturwissenschaft seit langem als Vordenker des Faschismus. Seit dem 11. September kann er als Präfiguration des internationalen Terrorismus gelten, den er im Roman so hartnäckig wie glühend propagiert.

Ursprünglich modelliert nach dem Vorbild von Georg Lukács und dessen idealistisch-kommunistischer Weltanschauung, personifiziert und chiffriert der zum Jesuitentum übergetretene Ostjude Naphta den subversiv-kontradiktorischen Zeitgeist der Weimarer Republik. Verwurzelt in den religiösen Orthodoxien talmudisch-jesuitischer Provenienz, steigert Naphta seine Weltentwürfe zu einem chiliastischen Blendwerk, in dem mittelalterliche Gottesstaatsutopie, jesuitische Gegenreformation und kommunistische Gesellschaftsdoktrin schillernd ineinander übergehen. Sein heilsgeschichtliches Zion gipfelt in der zelotischen Forderung nach der "Aufhebung der Gegensätze von Geist und Macht im Zeichen des Kreuzes". Naphtas mystisch-alchimistisch inspirierten und als regressiv-asiatisch identifizierten Weltvisionen setzt Settembrini die progressiv- aufklärerischen Traditionen der westlichen Zivilisation entgegen, die sich im wissenschaftlichen Fortschritt und der gesellschaftlichen Emanzipation des Individuums konkretisieren.

Diese kulturhistorische Dialektik der Widersprüche und ihrer ost-westlichen Gegensätze hat gegen Ende des zwanzigsten Jahrhunderts an Dynamik und Relevanz verloren und versprach sich im vielberufenen "Ende der Geschichte" zunehmend selbst aufzulösen. Angesichts der jüngsten Ereignisse gewinnen die Antinomien der "Zauberberg"-Kontrahenten neuerlich Brisanz. Naphtas Abscheu vor den zeitgenössischen Demokratisierungs- und Liberalisierungstendenzen in Politik und Gesellschaft verdichten sich zum blindwütigen Haß auf das, was ihm schließlich zum Inbegriff allen Fortschritts wird, nämlich die freie, expansive Marktwirtschaft der westlichen Welt. So scheinen ihm "alle Greuel des modernen Händler- und Spekulantentums" verwirklicht in der "Satansherrschaft des Geldes, des Geschäfts". Naphtas reaktionär-revolutionäre Rabulistik und seine theokratischen Tiraden gegen die systematische Säkularisierung und materialistische Orientierung der westlichen Zivilisation - in der Dschihad-Chimäre von Amerika als "Großem Satan" feiern sie ihre fürchterlichen Urstände.[......]

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