Peter

Bankia und … na ja, die Medien halt

Bankia wieder in Gewinnzone, so oder so ähnlich überschreiben heute die von mir so geschätzten Medien ihre Artikel. Bis September 2013 konnte die Bankia einen Gewinn von 362 Millionen Euro, inklusive der BFA-Bankia sogar 648 Millionen, ausweisen, nachdem beide zusammen 2012 einen Rekordverlust von 21,2 Milliarden Euro einfuhren. Netterweise erwähnen diese Medien auch, dass die Bankia dank staatlicher Hilfen - das klingt wie dank ärztlicher Hilfe, die schließlich jedermann zusteht – von ihren schlimmsten Wertpapieren und Krediten befreit wurde, also ihre wertlosen Schrottpapiere im nicht mehr vorhandenen Wert von 22 Milliarden Euro in eine Bad Bank auslagern durften.

Dass die BFA/Bankia-Gruppe im Dezember 2012 fast 20 Milliarden Euro von der EU erhalten hat, nachdem sie kurz vorher einen „Überbrückungskredit“ in Höhe von 4 Milliarden Euro von der spanischen Bankenrettungs-Behörde FROB in Anspruch nahm, bleibt unerwähnt.Seltsam ist auch, dass die Bankia laut Spiegel im Februar 2013 bekannt gab, im Jahr 2012 26,8 Milliarden Euro Rücklagen gebildet zu haben.

Die BFA/Bankia-Gruppe hat also 2012 einen Verlust von 21,2 Milliarden Euro „produziert“ und zugleich Rücklagen von 26,8 Milliarden Euro gebildet. Wie das funktioniert hat, das verstehe ich noch nicht so ganz.

Wie dem auch sei, die BFA/Bankia-Gruppe, die im Jahr 2012 21,2 Milliarden Euro Verlust einfuhr, die dann Schrottpapiere im Wert von 22 Milliarden Euro in eine Bad Bank auslagern durfte, die zugleich ca. 23 Milliarden Euro Hilfsgelder erhielt und nebenbei über 6000 Angestellte feuerte, als wieder erfolgreich zu feiern zeugt von absoluter Schamlosigkeit. Solche Artikel verhöhnen auch hunderttausende Kleinanleger, die als Aktionäre dieser Bank um ihr Geld gebracht wurden.

Ach übrigens, ein wenig beiläufig erwähnt so mancher Artikel von heute, dass die Bankia 2013 im reinen Kreditgeschäft einen Ergebnisrückgang von 29 Prozent zu verkraften hat. Ja wie das denn? Liegt vielleicht daran, dass man die Bankia-Sparte FinMadrid, mit mehr als 188.000 Kundenkonten, für einen nicht veröffentlichten Preis verscherbelt hat.

Was das wohl wieder für Folgen haben wird?

Zum Schluss sei mir noch der Hinweis gestattet, dass zwar die Bankia ihre Schulden und Schrottpapiere los ist, verschwunden sind die aber nicht, die haben jetzt nur andere. Wer das ist? Dreimal dürfen sie raten.


Meine Meinung entspringt meinem Gehirn. Da ich mein Gehirn nicht verleihe, muss auch niemand meiner Meinung sein.